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Ukraine muss eigene Fachkräfte für den Internationalen Strafgerichtshof ausbilden – Meinung

In der Ukraine gibt es eine neue Initiative zur Ausbildung von Fachkräften für den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH). Der Partner der Anwaltskanzlei Barristers, Oleksiy Shevchuk, betont die Notwendigkeit der Schaffung eines Ausbildungszentrums für Spezialisten, die eine systematische Expertise und effektive Arbeit im IStGH gewährleisten können.

In der Ukraine hat eine neue Initiative zur Ausbildung von Fachkräften für den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) an Bedeutung gewonnen. Oleksiy Shevchuk, Partner der Anwaltskanzlei Barristers, äußerte sich zur Notwendigkeit, ein Zentrum zur Ausbildung von Spezialisten zu schaffen, die in der Lage sind, systematische Expertise und effektive Tätigkeiten innerhalb der Struktur des IStGH zu gewährleisten. Seiner Meinung nach wird das internationale Strafrecht eines der zentralen Themen der Politik im 21. Jahrhundert sein, und es ist für die Ukraine von großer Bedeutung, gut ausgebildete Fachkräfte in diesem Bereich zu haben.

Shevchuk betonte, dass der IStGH eine Vielzahl von Spezialisten benötigt, um seine Arbeit zu unterstützen. Er wies darauf hin, dass es einen Bedarf an Koordinatoren für OSINT, Sprachanalytikern, Finanzexperten, Spezialisten für Beweismittelmanagement und sogar Fachleuten für Cyberaufklärung gibt. Der Gerichtshof ist ein riesiger Organismus, und für seine effektive Funktionsweise sind Dutzende hochqualifizierter Spezialisten aus verschiedenen Bereichen erforderlich. Leider gibt es in der Ukraine derzeit nur wenige solche Fachkräfte. Shevchuk stellte fest, dass selbst wenn es gelänge, zehn bereitwillige Fachkräfte zu finden, die in Den Haag arbeiten könnten, dies bereits eine optimistische Prognose wäre.

Gleichzeitig wies der Experte darauf hin, dass, obwohl die Ukraine über eine starke Schule in der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) verfügt, der IStGH eine ganz andere Welt ist. Hier gilt eine andere prozessuale Logik, eine andere Rolle der Beweise und ein anderer Mechanismus zur Informationsbeschaffung. Shevchuk betonte, dass das Gericht praktische Fähigkeiten im Umgang mit dem internationalen Strafprozess, ein Verständnis für militärische Operationen und sprachliche Kompetenzen auf dem Niveau technischer Übersetzungen internationaler Terminologie benötigt. Dies schafft ein hochspezialisiertes Umfeld, in dem die Ukraine ihren Platz finden muss.

Bei der Kommentierung möglicher Schritte zur Schaffung eines Ausbildungszentrums für Fachkräfte des IStGH erklärte Shevchuk, dass ein solches Zentrum mehrere Richtungen haben sollte. Erstens sollte es ein Programm zur Ausbildung von praktizierenden Juristen, einschließlich Ermittlern, Staatsanwälten und Anwälten, umfassen. Zweitens sollte es ein Programm zur Ausbildung von technischem und analytischem Personal geben, wie OSINT-Spezialisten, Beweismittelmanager, Übersetzer und Datenprüfer. Auch ein Programm zur sprachlichen und ethischen Ausbildung, das an die Standards von Den Haag angepasst ist, ist von großer Bedeutung.

Shevchuk betonte, dass die Ukraine über eine starke akademische Basis verfügt, aber die Wissenschaftler auch ein Team benötigen, das sich schnell in die praktische Tätigkeit des Gerichts integrieren kann. Er nannte als Beispiel Kanada, das das Canadian Centre for International Justice geschaffen hat, das Juristen und Analysten speziell für internationale Tribunale ausbildet. Seiner Meinung nach benötigt die Ukraine etwas Ähnliches, das eine Partnerschaft zwischen Universitäten, Regierungsstrukturen und dem IStGH selbst vorsieht. Dies könnte eine gemeinsame Initiative des Ministeriums für Justiz, des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten, akademischer Institutionen und gemeinnütziger Organisationen sein.

Shevchuk wies auch darauf hin, dass sich der Handlungsfokus der Ukraine in den kommenden Jahrzehnten eindeutig in Richtung Den Haag verschieben wird. Daher benötigt die Ukraine nicht nur symbolische, sondern echte Fachkräfte. Dies ist nicht nur eine Frage des Prestiges, sondern auch der Kompetenz: Entweder bildet die Ukraine ihre eigenen Spezialisten aus, oder andere übernehmen diese Aufgabe für sie. Der Anwalt fasste zusammen, dass die Ukraine dringend mit der Ausbildung von Fachkräften für den IStGH beginnen muss, um nicht von wichtigen internationalen Prozessen ausgeschlossen zu werden.