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Ungarische Protestler skandieren 'Russland, nach Hause!' während einer Kundgebung der Oppositionspartei Tisa

Bei einer Wahlkampfkundgebung in der ungarischen Stadt Nadjkanizsa hat der Führer der Oppositionspartei Tisa, Peter Magyar, russische Journalisten begrüßt, was zu einem lauten Protest der Versammelten führte. Die Demonstranten skandierten 'Russland, nach Hause!' und zeigten damit ihr Unbehagen über den russischen Einfluss im Land.

Während einer Wahlkampfkundgebung, die in der ungarischen Stadt Nadjkanizsa stattfand, sorgte die Begrüßung russischer Journalisten durch den Führer der Oppositionspartei Tisa, Peter Magyar, für gemischte Reaktionen im Publikum. Die Protestler, die sich zu diesem Anlass versammelt hatten, begannen lautstark zu skandieren: 'Russland, nach Hause!', was auf ihr Unbehagen über den russischen Einfluss in Ungarn hinweist. Diese Informationen wurden von dem ungarischen Medium Telex veröffentlicht.

Der Slogan 'Ruszkik, haza', der übersetzt 'Russland, nach Hause' bedeutet, hat sich seit dem Ungarischen Aufstand von 1956 zu einem Symbol des Widerstands gegen den sowjetischen Einfluss entwickelt. Seitdem ist dieser Ausdruck unter ungarischen Protestierenden populär geworden, die ihn nutzen, um ihre politischen Ansichten und ihr Unbehagen über die Außenpolitik der Regierung zum Ausdruck zu bringen.

Bei der Kundgebung richteten die Protestler nicht nur ihre Rufe gegen die russischen Journalisten, sondern auch gegen den ungarischen Premierminister Viktor Orbán. Dies geschah vor dem Hintergrund neuer Vorwürfe über die Zusammenarbeit der Orbán-Regierung mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow. Berichten zufolge hat die ungarische Regierung Dokumente der Europäischen Union ohne das Wissen ihrer Verbündeten an Russland weitergegeben, was in der Bevölkerung Empörung ausgelöst hat.

Frühere Berichte von Journalisten des Mediums The Insider haben ergeben, dass sich im russischen Konsulat in Budapest, unter dem Deckmantel von Diplomaten, mehrere Propagandisten und Offiziere des Geheimdienstes befinden, die an den Wahlen in Ungarn beteiligt sind. Diese Informationen bestätigen die Besorgnis über den Einfluss Russlands auf die politischen Prozesse im Land.

Laut Informationen, die von einer russischen Agentur bereitgestellt wurden, haben von 47 Mitarbeitern der russischen Botschaft in Ungarn 15 Verbindungen zu verschiedenen Geheimdiensten, während sechs weitere möglicherweise ebenfalls damit verbunden sein könnten. Dies wirft Bedenken hinsichtlich einer möglichen Einmischung Russlands in die inneren Angelegenheiten Ungarns auf, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen.

Darüber hinaus wurde am 8. April ein neuer Audioaufzeichnung veröffentlicht, in der der ungarische Außenminister Peter Szijjarto mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow spricht. In diesem Gespräch teilt Szijjarto Lawrow Dokumente mit, die den Beitritt der Ukraine zur EU betreffen, was die enge Zusammenarbeit zwischen Ungarn und Russland weiter unterstreicht.

Am 21. März berichtete das amerikanische Medium The Washington Post, unter Berufung auf eigene Quellen, dass Peter Szijjarto regelmäßig Moskau über den Verlauf der Sitzungen der Europäischen Union informiert. Dies hat Empörung unter den Oppositionsparteien und Aktivisten ausgelöst, die der Meinung sind, dass ein solches Verhalten den Interessen Ungarns und seiner Verbündeten widerspricht.

Somit wurde die Kundgebung in Nadjkanizsa nicht nur zu einer Plattform für den Protest gegen den russischen Einfluss, sondern spiegelte auch die tiefen politischen Differenzen im Land wider. Die ungarischen Bürger werden sich zunehmend der Bedeutung einer unabhängigen Außenpolitik und der Notwendigkeit bewusst, externen Bedrohungen, insbesondere von Russland, entgegenzutreten.