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Ungarn bietet Iran Hilfe nach den Explosionen von Hezbollah-Pagern an

Nach einer tödlichen Attacke in Israel im September 2024, bei der Tausende von von Hezbollah verwendeten Pager explodierten, hat die ungarische Regierung unter Premierminister Viktor Orbán dem Iran Hilfe angeboten. Dieser Schritt hat internationale Diskussionen ausgelöst, da der Iran ein wichtiger Sponsor von Hezbollah ist.

Unmittelbar nach den verheerenden Explosionen, die im September 2024 in Israel stattfanden und bei denen zahlreiche Pager detonierten, die von der militant-islamistischen Gruppe Hezbollah genutzt wurden, hat die ungarische Regierung unter der Leitung von Premierminister Viktor Orbán dem Iran Unterstützung angeboten. Diese Initiative hat für erhebliches Aufsehen gesorgt, da der Iran als zentraler Unterstützer von Hezbollah gilt und die Situation somit auch in der internationalen Politik für Gesprächsstoff sorgt, wie die Washington Post (WP) unter Berufung auf Telefonprotokolle berichtet, die diese Informationen bestätigen.

Am 30. September 2024 führte Ungarns Außenminister Péter Szijjártó ein Gespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi, in dem er die Bereitschaft Ungarns zur Zusammenarbeit bekundete. "Unsere Geheimdienste haben bereits Kontakt zu Ihren Diensten aufgenommen, und wir werden alle Informationen, die wir im Rahmen der Ermittlungen gesammelt haben, teilen", erklärte Szijjártó. Diese Äußerung war von großer Bedeutung, da Ungarn in den Fokus gerückt war, nachdem ein taiwanesisches Unternehmen, das Pager herstellt, bestätigte, dass deren Produkte in Ungarn unter einer Lizenzvereinbarung gefertigt wurden.

In seinem Gespräch mit Araghchi betonte Szijjártó, dass Ungarn in keiner Weise mit den Explosionen der Pager in Verbindung stehe, die zum Tod von 12 Personen und zur Verletzung von etwa 2800 Menschen führten. Er wies die Informationen zurück, dass die Pager in Ungarn hergestellt worden seien, und sagte: "Ich wollte Ihnen persönlich mitteilen, dass unsere Dienste bereits Kontakt zu Ihren aufgenommen haben." Araghchi seinerseits drückte seine Dankbarkeit für diese Initiative aus, worauf Szijjártó antwortete: "Absolut, absolut."

"Sollten Sie weitere Informationen benötigen oder Kontakt mit mir aufnehmen wollen, stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung", fügte der ungarische Minister hinzu und unterstrich damit seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Szijjártó machte zudem deutlich, dass "diese Pager nicht in Ungarn hergestellt werden, sie waren niemals in Ungarn, und kein ungarisches Unternehmen hatte jemals physische Verbindungen zu diesen Pagers". Dieser Anruf und die Bereitschaft von Szijjártó, sich dem iranischen Minister anzupassen, werfen unangenehme Fragen zu den Beziehungen der Regierung von Viktor Orbán zum Iran auf, insbesondere im Kontext der Tatsache, dass die USA einen Konflikt mit dem Iran führen und das Weiße Haus die Wahlkampagne des ungarischen Premiers unterstützt.

Die Zeitung hebt zudem hervor, dass dieser Anruf im Widerspruch zur offiziellen Politik Budapests steht, die Israel unterstützt. Sowohl der US-Präsident Donald Trump als auch der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu haben öffentlich ihre Unterstützung für Orbán vor den Wahlen zum Ausdruck gebracht. Am 17. September 2024 kam es in der libanesischen Hauptstadt Beirut zu massiven Explosionen von Pagers, die von Mitgliedern der Hezbollah-Gruppe verwendet wurden. Schon wenige Stunden später wurde bekannt, dass etwa 1000 Personen verletzt wurden.

Am 18. September berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter der libanesischen Sicherheitsbehörden, dass der israelische Geheimdienst Mossad eine kleine Menge Sprengstoff in 5000 taiwanesische Pager eingebaut hatte, die einige Monate vor der Reihe von Explosionen von der libanesischen Hezbollah-Gruppe bestellt worden waren. Später wurde von neun Toten und etwa 3000 Verletzten berichtet. Der Sprengstoff, der in 3000 Pagers versteckt war, detonierte gleichzeitig nach dem Versand einer Nachricht mit einem Code, so die Quelle. Eine andere Quelle fügte hinzu, dass Hezbollah es nicht gelungen war, bis zu drei Gramm Sprengstoff, die in jedem Gerät versteckt waren, über mehrere Monate hinweg zu entdecken.