Präsentation des Buches 'Slawik. Museum im Keller' im Nationalen Museum für Geschichte der Ukraine
Am 6. April 2026 um 15:00 Uhr findet im Nationalen Museum für Geschichte der Ukraine eine bedeutende Veranstaltung statt: die Präsentation des Buches 'Slawik. Museum im Keller', begleitet von einer öffentlichen Diskussion über das Thema 'Leben trotz allem: Menschen, Erinnerung und Erfahrung der Besatzung'.
Im Nationalen Museum für Geschichte der Ukraine, das sich in der Wladimirstraße 2 befindet, wird am 6. April 2026 um 15:00 Uhr eine wichtige Veranstaltung stattfinden – die Präsentation des Buches 'Slawik. Museum im Keller'. Dieses Ereignis wird von einer öffentlichen Diskussion begleitet, die sich mit dem Thema 'Leben trotz allem: Menschen, Erinnerung und Erfahrung der Besatzung' beschäftigt. Diese Diskussion verspricht, einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis der Erfahrungen von Menschen zu leisten, die unter den Auswirkungen des Krieges gelitten haben.
Das Buch 'Slawik. Museum im Keller' erzählt die Geschichte von Wjatscheslaw Dolzhenko, einem Mariupoler, der über Jahrzehnte hinweg Exponate gesammelt hat, die die Vergangenheit seiner Heimatstadt widerspiegeln. In dieser Sammlung finden sich nicht nur alte Samoware und österreichische Bügeleisen, sondern auch Fragmente der vorrevolutionären Architektur, ein Steindenkmal mit einer tausendjährigen Geschichte sowie ein Teil des Fundaments der zerstörten Charklampijewski-Kathedrale. Diese Sammlung ist nicht einfach eine Ansammlung von Gegenständen, sondern ein lebendiges Gedächtnis an die Stadt, wo Menschen kommen konnten, um Geschichten zu hören, zu kommunizieren und ohne museale Distanz mit der Vergangenheit zu interagieren.
Leider wurde während der Belagerung von Mariupol im Jahr 2022 dieses Archiv ein Raub der Flammen, zusammen mit dem Gebäude, in dem es untergebracht war. Im Keller, der einst als Ort der Geschichtsaufbewahrung diente, versteckten sich Menschen. Im Hof entstanden Gräber. Wjatscheslaw Dolzhenko, der seine 92-jährige Mutter rettete, brachte sie durch den Keller, den er jahrelang als Museum eingerichtet hatte, aus dem brennenden Haus. Diese tragische Geschichte unterstreicht die Tiefe des Verlustes und die Bedeutung der Erinnerung in schwierigen Zeiten.
Die Organisatoren betonen, dass das Buch 'Slawik. Museum im Keller' aus der Erfahrung von Verlust und Überleben hervorgeht und den Versuch darstellt, die Erinnerung an die Stadt und ihre Menschen festzuhalten. Die öffentliche Diskussion, die im Rahmen der Präsentation stattfinden wird, wird dem Erlebnis von Menschen gewidmet sein, die in vorübergehend besetzten Gebieten leben, insbesondere älteren Menschen, die in Isolation verbleiben und den Kontakt zur Welt verlieren, indem sie sich von der Besatzungsinfrastruktur abhängig machen.
Ein separates Thema der Diskussion wird die Wiederherstellung durch Erinnerung sein. In Situationen der Zerstörung wird die eigene Geschichte, die Stadt und die Erfahrung zu einer inneren Stütze für die Menschen. Diese Diskussion zielt nicht nur darauf ab, schwierige Themen zu erörtern, sondern auch Wege zur Wiederherstellung und Unterstützung zu finden.
Die Veranstaltung wird von der Direktorin des Nationalen Museums für Geschichte der Ukraine, Olena Semljana, eröffnet. An der Diskussion werden auch die Dichterin aus Mariupol, Oksana Stomina, die Direktorin der Mariupoler Bibliothek, Wiktorija Lisohor, die Direktorin des Mariupoler Heimatmuseums, Marija Sljota, die Psychologin Natalija Jakenko, der Fotograf Jewgen Sosnowski und Wjatscheslaw Dolzhenko selbst teilnehmen.
Das Buch wurde vom Mariupoler Heimatmuseum mit Unterstützung des Mariupoler Stadtrats vorbereitet und veröffentlicht. Der Autor des Tagebuchs ist Wjatscheslaw Dolzhenko, während die Herausgeber Wladislaw Wasylenko und Alewtina Schwyzowa sind. Diese Veröffentlichung dokumentiert nicht nur wichtige Momente der Geschichte, sondern dient auch als Erinnerung an die Kraft der Erinnerung und des menschlichen Geistes in Zeiten der schwersten Prüfungen.