Nach Besuch bei der Migrationsbehörde: Ukrainerin Marina Riff seit fünf Monaten vermisst in der Krim
Die Krimtatarische Menschenrechtsgruppe (KMG) berichtet von der besorgniserregenden Situation um die Ukrainerin Marina Riff, die nach einem Besuch bei einer Migrationsbehörde in Simferopol verschwunden ist.
Die Krimtatarische Menschenrechtsgruppe (KMG) hat alarmierende Informationen über das Verschwinden der Ukrainerin Marina Riff veröffentlicht. Die 35-jährige Frau wurde zuletzt am 12. November 2025 gesehen, als sie eine der Migrationsbehörden in Simferopol aufsuchte. Marina Riff hatte keinen illegalen russischen Pass und lebte ausschließlich mit ukrainischen Dokumenten. Seit ihrem Besuch in der Behörde ist der Kontakt zu ihr abgebrochen, und ihre Angehörigen wissen bis heute nicht, wo sie sich befindet.
Laut Informationen, die der KMG vorliegen, wurde Marina Riff vom besetzten „Kiewer Bezirksgericht“ in Simferopol unter dem Vorsitz von Richter Jewgenij Pronin zu 14 Tagen administrativem Arrest verurteilt. Ihr wurde vorgeworfen, „extremistische Symbole“ zu zeigen und die russische Armee zu diskreditieren. Trotz dieser Verurteilung haben die Angehörigen der Frau keinerlei Informationen über ihr weiteres Schicksal oder ihren Aufenthaltsort erhalten. Sie vermuten, dass Marina in einem der Untersuchungshaftanstalten in Simferopol festgehalten wird.
Menschenrechtsaktivisten sehen in diesem Fall politische Verfolgung als Motiv für das Vorgehen gegen Marina Riff. Sie unterstützt offen die Ukraine und hat bewusst auf einen russischen Pass verzichtet, während sie weiterhin in ihrer Heimat Krim lebt, trotz des ständigen Drucks und der Drohungen durch die Besatzungsbehörden.
Die KMG erinnert auch daran, dass die Ergebnisse von Überwachungen im Jahr 2025 einen Anstieg der politischen Verfolgung von Frauen in der Krim bestätigen. Derzeit befinden sich mindestens 64 Frauen aus der Krim sowie aus den Regionen Cherson und Saporischschja in Haftanstalten auf dem Territorium der Krim und in Russland.
Im Jahr 2025 wurden in politisch motivierten Fällen gegen mindestens 13 Frauen aus der Krim Urteile gefällt. Wie von Ukrinform berichtet, haben über 50 Frauen die Untersuchungshaftanstalten in der Krim durchlaufen, wobei die Mehrheit Opfer von Verfolgung aufgrund ihrer nationalen, politischen oder religiösen Identität wurde. Die Anzahl der „Frauenfälle“ ist seit 2022 stark angestiegen, was auf systematische Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen in der Region hinweist.
Diese Situation bereitet Menschenrechtsaktivisten und der internationalen Gemeinschaft ernsthafte Sorgen. Sie fordern eine dringende Untersuchung des Falls von Marina Riff sowie anderer Frauen, die Opfer politischer Repressionen in der besetzten Krim geworden sind. Die Aktivisten verlangen von den Besatzungsbehörden, die Rechte und Freiheiten aller Bürger zu gewährleisten, unabhängig von ihrer politischen Haltung.
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