Frankreich plant zusätzliche 36 Milliarden Euro für Verteidigung bis 2030
Nach dem Ministerrat hat die französische Verteidigungsministerin Catherine Colonna Pläne zur erheblichen Erhöhung der Verteidigungsausgaben vorgestellt, die bis 2030 auf insgesamt 76,3 Milliarden Euro ansteigen sollen.
Bei einer Pressekonferenz nach dem Ministerrat am Mittwoch gab die französische Verteidigungsministerin Catherine Colonna bekannt, dass die Regierung plant, die Finanzierung des Verteidigungssektors erheblich zu erhöhen. Frankreich beabsichtigt, bis 2030 zusätzlich 36 Milliarden Euro bereitzustellen, was den Verteidigungshaushalt bis 2026 auf 57,1 Milliarden Euro und bis 2030 auf 76,3 Milliarden Euro anheben wird. Dies entspricht 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes.
Colonna betonte, dass die Überprüfung des Militärprogramms, die ursprünglich für 2027 vorgesehen war, vorgezogen wurde, um den Prozess zu beschleunigen. Die Ministerin hob hervor, dass die französischen Streitkräfte bereit sein müssen, an einem großangelegten Konflikt teilzunehmen, dessen Zeitrahmen schwer vorherzusagen ist. Sie stellte klar, dass es nicht um eine Änderung der Strategie gehe, sondern um deren Verstärkung, insbesondere im Bereich der militärischen Fähigkeiten.
Zu den zentralen Punkten, die Colonna ansprach, gehört die Erhöhung der Munitionsvorräte, für die zusätzlich 8,5 Milliarden Euro eingeplant werden. Darüber hinaus sind die Entwicklung von Drohnen und Abwehrsystemen, die Stärkung der Luftverteidigung sowie Investitionen in Raumfahrt- und Aufklärungskapazitäten vorgesehen. Die Ministerin betonte, dass die militärischen Aufträge für die französische Rüstungsindustrie im Jahr 2024 14 Milliarden Euro, im Jahr 2025 20 Milliarden Euro und in den folgenden Jahren 26 Milliarden Euro betragen werden.
Sie erinnerte auch daran, dass Frankreich der zweitgrößte Waffenexporteur der Welt ist, und unterstrich die Bedeutung der Entwicklung der nationalen Rüstungsindustrie zur Sicherung der Souveränität des Landes. Zusätzlich sollen 3,9 Milliarden Euro für die Entwicklung von Kommunikations-, Beobachtungs- und Kontrollsystemen im Weltraum bereitgestellt werden, während 1,6 Milliarden Euro für Drohnen und Anti-Drohnen-Systeme, einschließlich Störsendern und Lasern, eingeplant sind.
Ministerin Colonna verwies auch auf die Erfahrungen aus dem Ukraine-Konflikt und stellte fest, dass 80 Prozent der Treffer auf dem Schlachtfeld durch Drohnen erzielt werden, was eine Beschleunigung der Entwicklung entsprechender Technologien erfordere. Sie betonte, dass das moderne Schlachtfeld vom Meeresboden bis zum Weltraum reicht und Frankreich in der Lage sein muss, auf allen diesen Ebenen zu agieren.
Gleichzeitig sieht das neue Dokument keine zusätzlichen Beschaffungen von Rafale-Kampfjets und Fregatten vor, sodass die Anzahl unverändert bleibt - 225 Flugzeuge und 15 Schiffe erster Klasse. Die Größe der operativen Reserve soll bis 2030 auf 50.000 Personen steigen, während die Gesamtzahl der französischen Streitkräfte auf 330.000 anwachsen soll.
Es wird erwartet, dass das aktualisierte Militärprogramm bis zum 14. Juli vom Parlament verabschiedet wird. Zuvor hatte Frankreich auch zusätzliche Investitionen in die Munitionsproduktion angekündigt, die es ermöglichen werden, bis 2030 Aufträge in Höhe von 8,5 Milliarden Euro zu vergeben.
Diese Schritte unterstreichen das wachsende Augenmerk Frankreichs auf Verteidigungsausgaben angesichts globaler Bedrohungen und Konflikte, die in der Welt entstehen, sowie das Bestreben des Landes, seine militärischen Fähigkeiten als Reaktion auf neue Herausforderungen zu stärken.