Frankreich sieht Risiko eines Krieges mit Russland als größte Herausforderung für die Armee
Während einer Anhörung der parlamentarischen Verteidigungskommission äußerte der französische Generalstabschef François Mandon seine Besorgnis über die anhaltende russische Bedrohung auf dem europäischen Kontinent.
Am Donnerstag, während einer Anhörung vor der parlamentarischen Verteidigungskommission, äußerte der französische Generalstabschef François Mandon seine Besorgnis über die anhaltende Bedrohung durch Russland in Europa. Er betonte, dass die Möglichkeit eines offenen Krieges mit Russland sein größtes Anliegen in Bezug auf die Vorbereitung der Armee bleibt. Diese Informationen wurden von Ukrinform unter Berufung auf einen Bericht in Le Figaro übermittelt.
Mandon hob hervor, dass er bereits zuvor die Öffentlichkeit vor dem Risiko eines sogenannten „Schocks“ in drei bis vier Jahren gewarnt hatte. Seinen Aussagen zufolge basieren diese Einschätzungen auf Geheimdienstdaten, die die Ernsthaftigkeit der Situation verdeutlichen. „Das ist kein dogmatischer Ansatz – es sind Geheimdienstdaten“, fügte er hinzu und betonte die Wichtigkeit der Informationen, die die Armee erhält.
Er wies auch darauf hin, dass Russland weiterhin sein militärisches Potenzial ausbaut und prognostizierte, dass die Anzahl seiner Soldaten bis 2030 auf 2 Millionen ansteigen könnte. „Jedes Land hat die Freiheit zur Entwicklung, aber unsere Einschätzungen sind, dass Russland 2025 über 1,3 Millionen Militärangehörige verfügen wird, mit einer Prognose von bis zu 1,9 Millionen im Jahr 2030“, erklärte der Generalstabschef und unterstrich die Ernsthaftigkeit der Bedrohung.
Darüber hinaus lenkte Mandon die Aufmerksamkeit auf die steigende Anzahl russischer Panzer, die von 4.000 auf 7.000 Einheiten anwachsen könnte, während die Marineflotte auf etwa 230 bis 240 Kampfschiffe stabil bleiben wird. Diese Daten deuten darauf hin, dass Russland aktiv seine Streitkräfte modernisiert, was erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit in Europa haben könnte.
Angesichts der wachsenden Bedrohung betonte Mandon, dass Frankreich sich in einem „Gefahrenzeitraum“ befindet, der eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben erfordert. Er wies darauf hin, dass die Änderungen zum Militärprogrammgesetz, die dem Ministerrat vorgestellt wurden, zusätzliche 36 Milliarden Euro für die Armee vorsehen, zusätzlich zu den bereits bereitgestellten 413 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2024 bis 2030.
Gleichzeitig wies der Generalstabschef auf die veränderte Rolle der Vereinigten Staaten im Bereich der europäischen Sicherheit hin. „Wir können nicht mehr das gleiche Maß an Vertrauen in das Engagement der Amerikaner für unsere Sicherheit haben. Die Prioritäten der Vereinigten Staaten sind nicht identisch mit den Prioritäten unseres Landes oder unseres Kontinents“, erklärte er und unterstrich, dass die USA seit mehreren Monaten die europäischen Länder vor der Notwendigkeit warnen, ihre eigene Verteidigung zu stärken.
Wie von Ukrinform berichtet, wurde in Frankreich kürzlich ein überarbeiteter Entwurf des Militärprogrammgesetzes vorgestellt, der zusätzliche 36 Milliarden Euro für die Verteidigung bis 2030 vorsieht. Dieser Schritt ist Teil einer Strategie zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit des Landes angesichts der wachsenden Bedrohungen durch Russland.
Die Situation in Europa bleibt angespannt, und Frankreich, als eines der Schlüssel-Länder der EU, beabsichtigt, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um seine Sicherheit und Stabilität auf dem Kontinent zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass die europäischen Länder ihre Kräfte bündeln, um möglichen Bedrohungen entgegenzuwirken, die in naher Zukunft auftreten könnten.