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In einigen EU-Ländern sehen die Menschen eine größere Bedrohung durch die USA als durch China, während Russland der offensichtliche Feind ist

Eine neue Umfrage zeigt, dass die Bevölkerung in sechs EU-Ländern die USA während der Präsidentschaft von Donald Trump mehr als Bedrohung denn als Verbündeten wahrnimmt.

Laut einer aktuellen Umfrage, die von Politico durchgeführt wurde, betrachten die Bürger von sechs Ländern der Europäischen Union die Vereinigten Staaten unter der Präsidentschaft von Donald Trump eher als Bedrohung denn als Verbündeten. Die Studie, die Polen, Spanien, Belgien, Frankreich, Deutschland und Italien umfasste, ergab, dass lediglich 12 % der Befragten die USA als engen Verbündeten ansehen, während 36 % sie als Bedrohung wahrnehmen.

Interessanterweise wird die Bedrohung durch China als geringer eingeschätzt: Nur 29 % der Befragten in diesen sechs Ländern sehen China als Bedrohung. Auf nationaler Ebene übersteigt die Bedrohung durch die USA in vier von sechs Ländern die Bedrohung durch China. Ausnahmen bilden lediglich Frankreich und Polen, wo die Befragten die Bedrohung durch China als größer einschätzen.

Russland wird laut den Ergebnissen der Umfrage als offensichtlicher Feind wahrgenommen, da 70 % aller Befragten es als Bedrohung ansehen. Besonders negativ gegenüber den USA eingestellt sind die Einwohner Spaniens: 51 % von ihnen erklärten, dass Washington eine Bedrohung für Europa darstellt, was den höchsten Wert unter den Befragten darstellt. In Italien betrachten 46 % der Befragten die USA ebenfalls als Bedrohung, während 42 % der Belgier, 37 % der Franzosen und 30 % der Deutschen diese Meinung teilen.

Polen stellt in dieser Umfrage eine Ausnahme dar, da das Land an Russland grenzt und die Allianz mit den USA als entscheidende Sicherheitsgarantie betrachtet. Nur 13 % der Befragten in Polen glauben, dass die USA ein Risiko darstellen.

Die Umfrage, die den Titel European Pulse trägt, wurde von der Firma Cluster17 für Politico und beBartlet durchgeführt. Sie umfasste 6.698 Europäer aus Spanien, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Belgien, und der Datenerhebungsprozess fand vom 13. bis 21. März statt.

Es ist erwähnenswert, dass Donald Trump in einem Interview mit der britischen Zeitung The Telegraph zuvor ernsthafte Zweifel an der Zukunft der Vereinigten Staaten in der NATO geäußert hatte und erklärte, dass er einen möglichen Austritt des Landes aus diesem Bündnis in Betracht ziehe. Der US-Außenminister Marco Rubio wies ebenfalls darauf hin, dass die Vereinigten Staaten nach dem Ende des Konflikts im Iran die Notwendigkeit ihrer NATO-Mitgliedschaft überprüfen werden.

Darüber hinaus äußerte Trump sein Unbehagen über die NATO, das seiner Meinung nach verstärkt wurde, nachdem die Verbündeten sein Interesse an der Annexion Grönlands, einem Gebiet Dänemarks, nicht verstanden hatten. Diese Äußerungen unterstreichen die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten sowie die Haltung der Europäer zur amerikanischen Politik angesichts globaler Herausforderungen.