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Orbán greift Tusk wegen Video über "Putins Hand" an

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat seinen polnischen Kollegen Donald Tusk angegriffen, nachdem in einem Video auf Tusks Parteiseite Orbán eine pro-russische Haltung vorgeworfen wurde.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat am Dienstag in einem hitzigen Austausch auf der sozialen Plattform X (ehemals Twitter) seinen polnischen Amtskollegen Donald Tusk angegriffen. Hintergrund ist ein Video, das auf der Seite der "Bürgerlichen Koalition", der politischen Heimat von Tusk, veröffentlicht wurde. In diesem Video wird Orbán vorgeworfen, eine pro-russische Position zu vertreten und sich eng mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu verbünden.

Das Video, das als Antwort auf eine kürzlich veröffentlichte Audioaufnahme von Gesprächen zwischen den Außenministern Ungarns und Russlands dient, zeigt Tusk, der Orbán direkt anspricht. Er erklärt: "Orbán, Hand in Hand mit Putin, hat schon längst Europa verlassen. Wir werden nicht zulassen, dass Politiker, die nach Budapest schauen, Polen das gleiche Schicksal bescheren!" Diese scharfen Worte verdeutlichen die Besorgnis über die wachsenden pro-russischen Tendenzen in der ungarischen Politik.

In dem Video wird weiter ausgeführt, dass während der Debatten über Sanktionen gegen Russland Ungarn heimlich mit Moskau konsultiert hat und die Interessen russischer Oligarchen verteidigte. Tusk und seine Partei kritisieren, dass die polnische Rechte in den letzten Jahren Ungarns Vorgehen als Vorbild genommen hat. "Szijjártó und Orbán haben bereits den Europäischen Union den Rücken gekehrt. Wir können nicht zulassen, dass rechte Extremisten Polen aus der EU drängen!" wird im Video betont.

Auf die Vorwürfe der pro-russischen Haltung reagierte Orbán am Mittwoch mit einem Post auf seiner X-Seite, in dem er Tusk direkt anspricht: "Lieber Donald Tusk, ich frage mich, ob dieses Video in Polen gedreht wurde oder ob deine Bosse in Berlin dahinterstecken." Damit stellt Orbán die Motivation hinter dem Video in Frage und deutet an, dass es möglicherweise von ausländischen Interessen beeinflusst wurde.

Orbán betonte weiterhin, dass er "für das Beste für die Ungarn kämpft" und erinnerte Tusk daran, dass es Zeiten gab, in denen dieser dasselbe für Polen tat. "Ein Pole, ein Ungar, zwei Brüder!" fügte er hinzu, um die historische Verbindung zwischen den beiden Ländern zu betonen und die Bedeutung der nationalen Souveränität zu unterstreichen.

Am 31. März hatte Tusk erklärt, dass Ungarn "ein Teil der EU ist und bleiben wird", im Gegensatz zu der aktuellen Führung, die seiner Meinung nach "schon lange aus der EU ausgeschert ist". Diese Aussagen zeigen die tiefe Kluft zwischen den beiden politischen Führern und ihren jeweiligen Ansichten über die Rolle ihrer Länder in der Europäischen Union.

Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hatte zuvor die Wahlkampfunterstützung Orbáns mit einer Form der Hilfe für Russland gleichgesetzt, was die Spannungen zwischen Polen und Ungarn weiter anheizt. Die politischen Rivalitäten und die unterschiedlichen Ansichten über die europäische Integration und die Beziehungen zu Russland stehen im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzung.

Diese Entwicklungen werfen ein Licht auf die komplexen geopolitischen Dynamiken in der Region und die Herausforderungen, mit denen die EU konfrontiert ist, während sie versucht, eine einheitliche Front gegen die Bedrohungen aus Russland zu bilden. Die Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern könnten nicht nur die bilateralen Beziehungen belasten, sondern auch Auswirkungen auf die gesamte europäische Einheit haben.

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