НВ (Новое Время)

Preise für russisches Öl erreichen Rekordhöhe seit 13 Jahren. Hohe Ölpreise helfen dem Kreml, den Krieg in der Ukraine zu finanzieren.

Die Preise für russisches Öl haben Rekordwerte erreicht, die seit über 13 Jahren nicht mehr beobachtet wurden. Diese Entwicklung könnte dem Kreml helfen, die finanziellen Belastungen durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine zu mildern.

Die Preise für russisches Öl haben einen Rekord erreicht, der seit mehr als 13 Jahren nicht mehr verzeichnet wurde. Laut Angaben von Argus Media erreichte das Flaggschifföl der Marke Urals am 2. April 2023 einen Preis von 116,05 US-Dollar pro Barrel im russischen Hafen Primorsk, dem größten Exportstandort für Öl an der Ostseeküste des Landes.

Dieser Preis, der die Transportkosten nicht berücksichtigt, liegt fast doppelt so hoch wie die im russischen Haushalt für dieses Jahr vorgesehenen durchschnittlichen 59 US-Dollar pro Barrel. Dieses Ansteigen der Ölpreise verringert den finanziellen Druck auf den Kreml erheblich, der weiterhin den Krieg in der Ukraine führt, so die Einschätzungen von Analysten.

Zusätzlich berichtete Argus Media, dass im Schwarzmeerhafen Novorossiysk der Preis für Urals-Öl am gleichen Tag 114,45 US-Dollar pro Barrel erreichte. Dieser Preisanstieg erfolgt vor dem Hintergrund des Konflikts im Nahen Osten, der etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen durch die Straße von Hormuz praktisch unterbrochen hat.

Wie Bloomberg anmerkt, wird die Fähigkeit Moskaus, von den steigenden Weltölpreisen zu profitieren, durch ukrainische Angriffe auf die Exportinfrastruktur für Öl und Raffinerien untergraben. Kiew hat seine Angriffe auf die Seehäfen verstärkt, insbesondere an der Ostseeküste, von wo etwa 40 % des russischen Seelieferöls verladen werden. Dies führt zu Unterbrechungen beim Laden und schränkt die Einnahmen Moskaus aus dem Export von Rohstoffen erheblich ein.

Am 6. April haben die ukrainischen Streitkräfte erfolgreich Angriffe auf das Öltanklager Sheskharis in Novorossiysk durchgeführt. Diese Angriffe ukrainischer Drohnen auf russische Häfen an der Ostsee haben es dem Aggressorland teilweise erschwert, von den steigenden Ölpreisen zu profitieren, und haben dessen Schwächen im Luftverteidigungssystem aufgezeigt, berichtet die Financial Times.

Somit beeinflussen sich die Situation auf dem Ölmarkt und die militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine weiterhin gegenseitig. Hohe Ölpreise könnten dem Kreml zusätzliche finanzielle Ressourcen sichern, während gleichzeitig die ukrainischen Angriffe auf kritische Öl-Infrastruktur diese Möglichkeiten erheblich einschränken können.