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Technologische Revolution auf dem Schlachtfeld: Oleksiy Teplukhin über Veränderungen in der Art der Kampfhandlungen

In einem Gespräch mit Oleksiy Teplukhin, dem Geschäftsführer von G-Next Intelligence, beleuchtet die NV-Redaktion, wie Technologien wie Big Data, künstliche Intelligenz und die schnelle Integration von Drohnen die Art der Kampfhandlungen verändert haben.

In einem aufschlussreichen Interview mit Oleksiy Teplukhin, dem CEO von G-Next Intelligence, analysiert die ukrainische Nachrichtenplattform NV die tiefgreifenden Veränderungen, die der technologische Fortschritt im Bereich der militärischen Auseinandersetzungen mit sich gebracht hat. Insbesondere wird erörtert, warum traditionelle militärische Doktrinen, einschließlich der NATO-Strategien, in Anbetracht der neuen Herausforderungen als veraltet gelten.

Zu Beginn des Konflikts glaubten viele Experten, dass Russland, ausgestattet mit einer bedeutenden Verteidigungsindustrie, einen entscheidenden Vorteil auf dem Schlachtfeld erlangen würde. Auf dem Papier schien das Ungleichgewicht der Ressourcen überwältigend. Doch die Realität widerlegte schnell diese Annahmen. Der Vorteil der Ukraine lag nicht in der Anzahl der Truppen, sondern in der Geschwindigkeit, Flexibilität und der Fähigkeit, Erfahrungen aus dem Frontalltag in technologische Innovationen umzusetzen.

Seit 2014 haben ukrainische Ingenieure und Freiwillige aktiv unbemannte Luftfahrtsysteme in verschiedene Aspekte militärischer Operationen integriert, darunter Aufklärung, Artilleriekorrektur, Logistik und Angriffseinsätze. Improvisierte Lösungen haben sich rasch zu einem dynamischen Ökosystem entwickelt, in dem Drohnenbetreiber, Softwareentwickler und Analysten in Echtzeit mit den Kampftruppen zusammenarbeiten. Die schnelle Iteration – Testen, Anpassen und erneutes Bereitstellen – ist zu einem charakteristischen Merkmal des ukrainischen Ansatzes im Krieg geworden.

Die Ukraine hat es geschafft, die Entscheidungsfindung sowohl auf taktischer als auch auf technologischer Ebene zu beschleunigen. Traditionelle Beschaffungssysteme erwiesen sich als langsam und ineffizient für die moderne Kriegsführung. Vor diesem Hintergrund entstand eine neue Generation von Verteidigungs-Startups, Teams für Datenverarbeitung und Entwicklern von künstlicher Intelligenz, die diese Lücken füllten. Integrierte Plattformen zur Situationsbewertung auf dem Schlachtfeld begannen, Daten von Drohnen, Satellitenbildern, Geheimdienstinformationen und Meldungen von der Front zu einer einheitlichen operativen Lage zusammenzuführen, was schnellere, dezentralisierte Entscheidungen ermöglichte.

Künstliche Intelligenz hat sich als Multiplikator erwiesen, indem sie bei der Objekterkennung, Zielidentifikation und Priorisierung hilft, wodurch die Zeit zwischen der Entdeckung und der Zerschlagung feindlicher Ziele verkürzt wird. Inmitten des aggressiven Krieges hat sich der ukrainische Verteidigungssektor, der zuvor unter Finanzierungsmangel litt, in ein Labor für militärische Innovationen verwandelt, das beeindruckende Ergebnisse zeigt.

Im Laufe der letzten Jahre haben ukrainische Militärtechnologien einen bemerkenswerten Wandel durchlaufen, von den Anfängen bis hin zu einem ernsthaften Interesse seitens Länder wie Israel, der Golfmonarchien, der Vereinigten Staaten und einer Reihe europäischer Staaten, die an Zusammenarbeit und Zugang zu bewährten ukrainischen Technologien interessiert sind.

Oleksiy Teplukhin erklärt, wie sich moderne Kriege von einfachen Zusammenstößen zwischen Armeen zu einem Wettkampf der Technologien entwickelt haben. Er betont, dass keine der bestehenden militärischen Doktrinen eines Landes der Welt vollständig auf die Herausforderungen reagieren kann, die sich aus dem russisch-ukrainischen Krieg ergeben haben. Selbst die NATO-Doktrin hat sich als unzureichend erwiesen, um angemessen auf die neuen Bedingungen der Kriegsführung zu reagieren.