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Signale von außerirdischen Zivilisationen könnten die Erde erreicht haben, blieben jedoch unbemerkt

Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) zeigt, dass Signale von außerirdischen Zivilisationen die Erde erreichen könnten, jedoch aufgrund technologischer Einschränkungen und enormer Distanzen unentdeckt blieben.

Eine neue Untersuchung, die von Forschern der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) durchgeführt wurde, hat ergeben, dass Signale von außerirdischen Zivilisationen möglicherweise die Erde erreicht haben, aber aufgrund der Begrenzungen unserer Technologien und der gigantischen Entfernungen unbemerkt blieben. Die Wahrscheinlichkeit, solche Signale zu entdecken, steigt vor allem bei der Suche über Tausende von Lichtjahren.

Dies berichtet das Magazin SciTechDaily, das die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung detailliert beleuchtet. Seit vielen Jahren versuchen Astronomen, Hinweise auf die Existenz außerirdischer Zivilisationen zu finden, indem sie nach Radiosignalen, optischen Blitzen oder Infrarotstrahlung suchen. Diese Suche läuft seit dem ersten SETI-Experiment im Jahr 1960, doch bestätigte Signale wurden bislang nicht entdeckt.

Die Abwesenheit von Ergebnissen wird oft damit erklärt, dass nur ein kleiner Teil unserer Galaxie untersucht wurde. Es gibt jedoch auch eine andere Möglichkeit: Signale könnten bereits die Erde erreicht haben, aber unbemerkt geblieben sein. Technosignaturen werden als jegliche Anzeichen von Technologien aus außerirdischen Quellen bezeichnet, wie zum Beispiel künstliche Radiosendungen, Laserimpulse oder überschüssige Wärme, die von großen Konstruktionen ausgeht.

Damit ein Signal erfasst werden kann, muss es die Erde erreichen, und die Geräte müssen in der Lage sein, es zu erkennen. Ist das Signal zu schwach, zu kurz, auf einer unerwarteten Wellenlänge übertragen oder im Hintergrundrauschen verloren, könnte es unbemerkt bleiben. Das bedeutet, dass solche Signale möglicherweise seit Jahrzehnten an der Erde vorbeigegangen sind, ohne dass wir sie bemerkt haben.

Der theoretische Physiker Claudio Grimaldi hat modelliert, welche Auswirkungen verpasste Signale auf die aktuellen Suchanstrengungen haben könnten. Er verwendete ein statistisches Modell, um zu schätzen, wie viele Signale seit 1960 die Erde durchquert haben könnten, um heute eine reale Chance auf deren Entdeckung zu bieten, und aus welchen Entfernungen sie stammen könnten.

Die Studie betrachtet Signale als Strahlung von fernen technologischen Zivilisationen in der Milchstraße. Diese Signale breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus und können von wenigen Tagen bis zu Tausenden von Jahren existieren. Die Erde wird als "kontaktierbar" angesehen, wenn ein Signal durch ihren Bereich zieht, aber nur dann erfasst, wenn es stark genug ist.

Die Analyse ergab, dass für eine hohe Wahrscheinlichkeit der Entdeckung von Signalen über Entfernungen von mehreren Hundert oder sogar Tausend Lichtjahren eine große Anzahl von Signalen bereits an der Erde vorbeigegangen sein müsste. In einigen Modellen übersteigt diese Zahl die Anzahl potenziell lebensfreundlicher Planeten in diesem Gebiet, was unrealistisch erscheint.

Die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung steigt nur bei der Suche über wesentlich größere Entfernungen. Wenn Technosignaturen über lange Zeiträume existieren und in der Galaxie verteilt sind, könnten Signale aus mehreren Tausend Lichtjahren sichtbar sein. Dennoch bleibt auch in diesem Fall die erwartete Anzahl solcher Signale zu jedem Zeitpunkt sehr gering.

Die Autoren der Studie sind der Ansicht, dass die Abwesenheit von Entdeckungen in der Vergangenheit nicht bedeutet, dass eine schnelle Entdeckung unmöglich ist. Wenn Signale tatsächlich existieren, sind sie wahrscheinlich selten, weit entfernt oder langanhaltend. Dies bedeutet, dass die Suche lange und über große Bereiche der Galaxie hinweg erfolgen muss, anstatt auf ein schnelles Signal in der Nähe der Erde zu warten.