Slowakischer Premier ruft die EU zu Dialog mit Russland und Aufhebung der Sanktionen auf
Der slowakische Premierminister Robert Fico äußerte in einem Telefonat mit seinem ungarischen Amtskollegen Viktor Orbán ernsthafte Bedenken hinsichtlich der aktuellen Situation in der Europäischen Union und forderte eine Rückkehr zu einem Dialog mit Russland.
In einem aktuellen Facebook-Beitrag verglich Fico die EU, insbesondere die Europäische Kommission, mit einem "Schiff, das auf den Tod zusteuert". Diese Metapher verdeutlicht seine kritische Haltung gegenüber der politischen Ausrichtung, die seiner Meinung nach die Stabilität der Region gefährdet.
Fico appellierte an die Europäische Kommission und die gesamte EU, zu einem "gesunden Menschenverstand zurückzukehren". Er betonte die Notwendigkeit einer "sofortigen Wiederherstellung des Dialogs mit Russland" und die Schaffung eines "politischen und rechtlichen Rahmens", der es ermögliche, Gas und Öl aus allen möglichen Quellen, einschließlich Russland, zu beziehen. Diese Aussagen spiegeln sein Bestreben wider, die energetischen Verbindungen zu Russland wiederherzustellen, die aufgrund von Sanktionen unterbrochen wurden.
„Deshalb sollten die sinnlosen Sanktionen, die den Import von Gas und Öl aus Russland verbieten, aufgehoben werden. Zudem sollte eine separate EU-Initiative gestartet werden, um den Krieg in der Ukraine schnell zu beenden und entschlossene Schritte zur Wiederinbetriebnahme der Freundschafts-Pipeline zu unternehmen“, fügte der slowakische Premier hinzu und unterstrich die Bedeutung der Energiesicherheit für die europäischen Länder.
Es ist erwähnenswert, dass der ukrainische Außenminister Andrij Sybiga am 12. Februar mitteilte, dass die Lieferung von russischem Öl über die Freundschafts-Pipeline seit dem 27. Januar aufgrund eines Angriffs aus Russland eingestellt wurde. Dieser Angriff führte zu einem schweren Brand, der die Ausrüstung erheblich beschädigte. Ungarn und die Slowakei hingegen erkannten diese Schäden nicht an und behaupteten, dass die Ukraine die Lieferungen aus politischen Motiven eingestellt habe.
Ungarn weigerte sich seinerseits, Alternativen zu den russischen Energiequellen, wie etwa Lieferungen über Kroatien, in Betracht zu ziehen. Budapest erklärte seine Position damit, dass russisches Öl günstiger sei, was es wirtschaftlich vorteilhafter für die ungarische Wirtschaft mache.
Am 16. März erklärte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó, dass Budapest die Gewährung eines EU-Kredits in Höhe von 90 Milliarden Euro an die Ukraine sowie die Verabschiedung des 20. Sanktionspakets gegen Russland blockieren werde, solange die Ukraine den Transit von russischem Öl über die Freundschafts-Pipeline nicht wiederherstelle. Diese Aussage stieß in der Ukraine auf Empörung, wo solche Handlungen als politisch motiviert angesehen werden.
Am 17. März bot die Europäische Union der Ukraine technische Unterstützung und Finanzierung für die Reparatur der Freundschafts-Pipeline an, was die Bereitschaft der EU zeigt, der Ukraine in dieser schwierigen Situation zu helfen. Kiew nahm dieses Angebot an, was Möglichkeiten für die Wiederherstellung der Ölversorgung in der Region eröffnet.
Am 18. März berichtete der Chef von Naftogaz, Serhij Koretskyj, dass EU-Experten in die Ukraine gekommen seien, um den Zustand der Freundschafts-Pipeline zu bewerten, und ein Arbeitstreffen mit der Leitung der Ölindustrie abgehalten hätten. Dies zeigt die aktiven Bemühungen seitens der Ukraine und der EU, das Problem der Ölversorgung zu lösen.
Dennoch ordnete Orbán am 26. März an, die Gaslieferungen nach Ukraine über Ungarn ab Juli einzustellen, was in der Ukraine neue Besorgnis auslöste. Dieser Schritt könnte schwerwiegende Folgen für die Energiesicherheit der Ukraine haben, die bereits mit zahlreichen Herausforderungen im Kontext des Krieges gegen Russland konfrontiert ist.