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Russland versucht, Sanktionen zu umgehen, indem es LNG heimlich nach Südasien mit Rabatten verkauft

Angesichts der bestehenden internationalen Sanktionen unternimmt Russland Schritte, um seinen verflüssigten Erdgas (LNG) heimlich nach Südasien zu verkaufen und bietet dabei erhebliche Rabatte auf seine Produkte an.

Infolge der gegen Russland verhängten internationalen Sanktionen hat das Land begonnen, seinen verflüssigten Erdgas (LNG) heimlich nach Südasien zu verkaufen, wobei es Rabatte von bis zu 40 % auf die Spotpreise anbietet. Laut Informationen des Nachrichtenportals Bloomberg bieten wenig bekannte Vermittlungsunternehmen aus Russland und China aktiv energiehungrigen Ländern in Asien an, russisches LNG zu kaufen. Diese Aktivitäten wurden Anfang April dokumentiert, basierend auf Informationen anonymer Quellen.

Die Verkäufer behaupten, sie könnten Dokumente bereitstellen, die den Anschein erwecken, dass die Gaslieferungen aus nicht-russischen Quellen stammen, wie zum Beispiel aus Oman oder Nigeria. Bloomberg konnte jedoch keine konkreten Kaufverträge für diese Waren bestätigen, was die Komplexität der Situation auf dem Markt unterstreicht.

Besonders erwähnenswert ist, dass die faktische Schließung der Straße von Hormus sowie Angriffe auf die größte LNG-Exportanlage der Welt in Katar zu einem Rückgang von etwa einem Fünftel der weltweiten Gaslieferungen geführt haben. Dies hat den Gasmarkt erheblich beeinflusst und die Preise für Energieträger in die Höhe getrieben. Die Lieferungen aus Katar sind vollständig eingestellt worden, was die Verbraucher in Ländern wie Bangladesch und Indien zwingt, teurere Alternativen zu suchen, um ihren Gasbedarf zu decken.

Insbesondere Bangladesch, das im Jahr 2025 60 % seines LNG aus Katar bezog, sieht sich nun gezwungen, Gas auf dem Spotmarkt zu kaufen, manchmal zu Preisen, die doppelt so hoch sind wie die langfristigen Verträge. Dies stellt eine zusätzliche Belastung für die Wirtschaft des Landes dar, das versucht, energetische Stabilität zu gewährleisten.

Indien, das traditionell den Import von Öl und Gas, die unter Sanktionen stehen, vermeidet, hat ebenfalls erklärt, dass es kein russisches LNG akzeptieren wird, das von sanktionierten Unternehmen produziert wird. Dies deutet darauf hin, dass trotz der Bemühungen Russlands die meisten Käufer weiterhin vorsichtig in ihren Entscheidungen sind, da sie mögliche Konsequenzen seitens Washingtons fürchten.

Bloomberg stellt fest, dass Russland zwar weiterhin den Export aus seinen sanktionierten Anlagen wie Arctic LNG-2 und Portovaya ausweitet, die meisten Käufer jedoch immer noch zögern, Lieferungen anzunehmen, die durch Sanktionen eingeschränkt sind. Das einzige Land, das weiterhin sanktioniertes russisches LNG importiert, bleibt China, das ein Netzwerk von Schattenflotten nutzt, um die Versorgung sicherzustellen.

Die Ausweitung der Lieferungen an Länder außerhalb Chinas hat Russland geholfen, seine Kundenbasis zu diversifizieren und den Export aus sanktionierten Anlagen zu steigern. Arctic LNG-2, das der größte russische LNG-Produzent werden sollte, plant, 2024 mit dem Export zu beginnen, doch die vollständige Auslastung ist durch einen Mangel an Transportkapazitäten und Käufern eingeschränkt.

Es sei daran erinnert, dass frühere Quellen von Reuters berichteten, dass Indien bereit sei, den Import von russischem LNG im Kontext der Ereignisse im Nahen Osten wieder aufzunehmen, was auf eine mögliche Wende in der Energiepolitik des Landes hinweist. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf den globalen Gasmarkt haben, da Indien einer der größten Energieverbraucher in der Region ist.