Kyiv Post

Russland hat Iran Geheimdienstinformationen über mehr als 50 Ziele der Energieinfrastruktur Israels zur Verfügung gestellt, erklärt Selenskyj

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat in einem Interview mit der Associated Press enthüllt, dass Russland Iran Satellitenaufklärung zu über 50 Zielen der Energieinfrastruktur Israels bereitgestellt hat, um Angriffe auf diese Objekte zu unterstützen.

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat in einem aufschlussreichen Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press Informationen preisgegeben, die das geopolitische Spannungsfeld im Nahen Osten weiter anheizen könnten. Laut Selenskyj hat Russland Iran wertvolle Satellitenaufklärung zu mehr als 50 Zielen der Energieinfrastruktur Israels zur Verfügung gestellt. Diese Informationen sollen dem Iran helfen, gezielte Angriffe auf diese kritischen Objekte durchzuführen. Selenskyj betonte, dass die betreffenden Daten eine Vielzahl von zivilen Infrastrukturen in Israel betreffen, die keinerlei militärische Nutzung aufweisen.

In seinen Ausführungen zog Selenskyj eine direkte Parallele zwischen den russischen Aktivitäten und der langanhaltenden Kampagne Russlands gegen die Energie- und Wasserversorgungssysteme der Ukraine. Er stellte klar, dass das Wissen und die Erfahrungen, die Russland im Verlauf des Krieges gegen die Ukraine gesammelt hat, direkt an den Iran weitergegeben werden. "Natürlich wird das gesamte Wissen, das Russland im Krieg gegen die Ukraine erlangt hat, an den Iran weitergegeben", erklärte Selenskyj in seinem offiziellen Telegram-Kanal am Sonntag, den 5. April.

Der ukrainische Präsident wies zudem darauf hin, dass diese Zusammenarbeit eine Fortsetzung des zuvor durchgeführten Technologietransfers von Shahed-Drohnen darstellt, die Russland anschließend umgebaut und für eigene Zwecke modernisiert hat. Diese Informationen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, da Selenskyj warnt, dass der anhaltende Krieg im Nahen Osten die globalen Prioritäten von Kiew ablenkt und wichtige westliche Ressourcen für die Luftverteidigung, wie Patriot-Raketen, in Anspruch nimmt.

Angesichts dieser Situation bleibt die Ukraine stark auf diese in den USA hergestellten Systeme angewiesen, um den täglichen russischen Luftangriffen entgegenzuwirken. In diesem Kontext positioniert Selenskyj die Ukraine als potenziellen strategischen Partner für die arabischen Staaten des Persischen Golfs, die ebenfalls Angriffen durch den Iran ausgesetzt sind. Er schlug einen Austausch von Technologien ukrainischer Abfangjäger und maritimer Drohnen gegen antiballistische Raketen aus dieser Region vor.

Darüber hinaus bot Selenskyj seine Unterstützung bei der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit der Straße von Hormus an, indem er auf die ukrainische Erfahrung in der Sicherstellung maritimer Korridore im Schwarzen Meer verweist. Diese Initiative könnte einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der Sicherheit in der Region und zur Gewährleistung der Stabilität in internationalen Seewegen darstellen.

Selenskyj hob hervor, dass der Kreml erhebliche wirtschaftliche und militärische Vorteile aus dem Konflikt im Nahen Osten zieht. Der Anstieg der Ölpreise, der durch die regionale Instabilität ausgelöst wurde, stärkt die Position Moskaus und ermöglicht es dem Land, seine militärischen Aktivitäten weiterhin zu finanzieren.

Somit hat die Situation im Nahen Osten direkte Auswirkungen auf den Konflikt in der Ukraine. Selenskyj ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Herausforderungen zu erkennen, die nicht nur die Ukraine, sondern die globale Sicherheit insgesamt bedrohen könnten.