Rückblick zum 90. Geburtstag von Jurij Illjenko: Filmvorführungen und Kunstausstellung
Das Filmfestival Mykolajchuk OPEN bereitet in Partnerschaft mit dem Kultur- und Kunstzentrum Ivan Mykolajchuk eine einzigartige Retrospektive zum 90. Geburtstag des herausragenden ukrainischen Regisseurs und Kameramanns Jurij Illjenko vor. Diese Veranstaltung verspricht, ein bedeutendes Ereignis im kulturellen Leben der Ukraine zu werden.
Im Rahmen der Retrospektive werden bedeutende Filmvorführungen, eine Kunstausstellung sowie spezielle Veranstaltungen stattfinden, die der Freundschaft zwischen Illjenko und Ivan Mykolajchuk gewidmet sind.
Jurij Illjenko, bekannt vor allem durch seine Arbeit an dem Film „Schatten vergessener Vorfahren“ von Serhij Paradschanow, hinterließ einen tiefen Eindruck im ukrainischen Kino. Seine beiden bekanntesten Regiearbeiten sind das Meisterwerk des poetischen Kinos „Der weiße Vogel mit dem schwarzen Zeichen“ und der Film „Das Gebet für Hetman Mazepa“, der in der Ukraine aufgrund der Beteiligung eines russischen Schauspielers verboten wurde. Die Retrospektive mit dem Titel „Jurij Illjenko: 90 Jahre im Widerstand gegen alles“ ermöglicht es den Zuschauern, die Kunst des Künstlers aus einer weniger bekannten Perspektive zu betrachten und legt den Fokus auf seine Malerei sowie das künstlerische Genre-Kino.
Die Veranstaltung beginnt am 27. April und dauert bis zum 27. Juni im Kultur- und Kunstzentrum Ivan Mykolajchuk in Czernowitz. Im Rahmen der Retrospektive wird die erste Ausstellung von Jurij Illjenkos Gemälden seit 25 Jahren stattfinden, ebenso wie die Präsentation von Artefakten, die mit seiner kreativen Arbeit verbunden sind. Die Ausstellung umfasst über 20 Exponate, die zuvor der breiten Öffentlichkeit nicht zugänglich waren, darunter Ikonen, mit deren Malerei Illjenko sich in den 1990er Jahren beschäftigte.
Philipp Illjenko, der Sohn von Jurij Illjenko, Produzent und Leiter der Staatlichen Filmagentur der Ukraine von 2014 bis 2019, teilte seine Gedanken zu dieser Ausstellung: „Diese Ausstellung ist für mich ein sehr bedeutendes Ereignis. Mein Vater war und bleibt eine äußerst wichtige Figur in meinem Leben, und ich betrachte es als Teil meiner Mission, sein kreatives Erbe zu verbreiten, zu popularisieren und zu bewahren. Die Gemälde meines Vaters entstanden in Zeiten, in denen es keine Möglichkeit gab, Filme zu drehen. Und es gab viele Pausen, denn wenn man zählt, wie viele Filme zu seinen Lebzeiten gedreht wurden, ist das nicht so viel.“
Im Rahmen der Retrospektive werden auch vier Filme präsentiert, die verschiedene Aspekte von Jurij Illjenkos Schaffen zeigen. Der Programmleiter von Mykolajchuk OPEN, Alex Malyschenko, bemerkte: „Jurij Illjenko ist eine der Schlüsselpersonen des poetischen Kinos, gleichwertig mit Paradschanow und Ivan Mykolajchuk. Wir versuchen, sein filmisches Erbe aus einer anderen Perspektive zu betrachten und es aus einem anderen Winkel zu zeigen. Ein Winkel, der eine Quelle der Tradition für das moderne ukrainische Genre-Kino sein könnte und ein Ansatz, der derzeit im Trend liegt. Denn gerade künstlerische Genre-Filme haben sich in den letzten Jahren im Verleih gut geschlagen und werden zu Sensationen bei den Oscars und anderen Preisen.“
Zusätzlich zu den Filmvorführungen werden im Rahmen der Retrospektive Vorträge und spezielle Veranstaltungen stattfinden, die Jurij Illjenkos Schaffen gewidmet sind. Eine dieser Veranstaltungen wird die Präsentation einer Aufzeichnung des Gesprächs zwischen Jurij Illjenko und Serhij Paradschanow sein, die der Kreativität von Ivan Mykolajchuk gewidmet ist. Das Festival für Zuschauerfilme Mykolajchuk OPEN findet vom 13. bis 20. Juni in der Stadt Czernowitz statt.
Jurij Illjenko wurde am 9. Mai 1936 geboren und verstarb am 15. Juni 2010 im Alter von 73 Jahren. Sein Erbe lebt im Herzen der Liebhaber des ukrainischen Kinos weiter, und diese Retrospektive wird eine weitere Gelegenheit sein, diesem herausragenden Künstler die Ehre zu erweisen.