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Nachfrage nach Atomschutzbunkern in Russland steigt um 140%

In den letzten Monaten hat die Nachfrage nach Atomschutzbunkern in Russland einen beispiellosen Anstieg von 140% erreicht. Dies berichtet der regierungsnahe russische Telegram-Kanal Shot und hebt hervor, dass vor allem Top-Manager und Geschäftsleute aus der Hauptstadt zu den Hauptbestellern gehören.

In den letzten Monaten hat sich in Russland ein beispielloser Anstieg der Nachfrage nach Atomschutzbunkern vollzogen, der beeindruckende 140% erreicht hat. Diese Informationen wurden vom regierungsnahen Telegram-Kanal Shot veröffentlicht, der darauf hinweist, dass die Hauptbesteller solcher Schutzräume vor allem Top-Manager und Geschäftsleute aus der Hauptstadt sind. Diese Gruppe äußert Besorgnis über die Möglichkeit eines Ausbruchs eines dritten Weltkriegs, was sie dazu veranlasst, in ihre eigene Sicherheit zu investieren.

Den Daten des Kanals zufolge gehören auch mehrere Beamte, deren Namen geheim gehalten werden, zu den Bestellern. Dies deutet darauf hin, dass die Ängste vor globalen Konflikten nicht nur das Geschäftsumfeld betreffen, sondern auch staatliche Strukturen durchdringen.

Der Eigentümer eines Herstellers von Bunkern berichtete in einem Interview mit Shot, dass die Warteliste für die Herstellung persönlicher Bunkeranlagen bis zum Sommer reicht. Seit Anfang März gehen nahezu täglich Bestellungen ein, was auf ein rasantes Wachstum des Interesses an solchen Schutzräumen hinweist. Die Anzahl der Anfragen zur Installation von Bunkern auf Datschen und Wochenendgrundstücken hat sich um das 2,5-fache erhöht, was die Tendenz zu steigendem Bedarf bestätigt.

Die Preise für Bunker variieren und beginnen bei 2 Millionen Rubel für das einfachste „schlüsselfertige“ Modell. Dieses Basismodell besteht aus einem verstärkten Stahlbehälter, der in einer Tiefe von bis zu 5 Metern vergraben wird und nur über minimale Annehmlichkeiten verfügt. Die Besteller haben die Möglichkeit, eine individuelle Ausstattung und Größe des Schutzraums gegen Aufpreis zu wählen, was es ihnen ermöglicht, die Fläche zu vergrößern, eine Küche, eine Dusche, ein Sofa sowie einen Fernseher mit PlayStation zu installieren.

Luxusvarianten der Bunker haben eine komplexere Konstruktion und kosten ab 20 Millionen Rubel. Sie ähneln einer unterirdischen Wohnung, da zunächst Stahlbetonwände im Boden verlegt werden, ähnlich wie beim Bau von U-Bahn-Stationen. Darüber wird alles mit einer schlagfesten Platte abgedeckt, die zusätzlichen Schutz bietet. Zu dem Bunker wird ein Tank mit Diesel und sauberem Wasser mit einem Volumen von bis zu 10.000 Litern angeschlossen, der die Autarkie des Schutzraums gewährleistet.

Bei Bedarf kann eine geschlossene Funkverbindung des Ministeriums für Notsituationen (MNS) angeschlossen werden, über die im Falle einer globalen Katastrophe ein SOS-Signal aus dem Bunker gesendet wird. Sollte die Luft draußen kontaminiert sein, verwandelt sich der Bunker in eine hermetische Kapsel mit Luftzirkulation, ähnlich dem System auf der Internationalen Raumstation (ISS). In einem solchen Schutzraum kann eine große Familie mehrere Monate überstehen, was diese Unterkünfte für diejenigen, die ihre Sicherheit in Zeiten globaler Instabilität gewährleisten wollen, äußerst attraktiv macht.

Gemäß den Bedingungen des Liefervertrags ist es dem Hersteller streng untersagt, Informationen darüber preiszugeben, wo genau die Bunker installiert sind und wer ihre Besteller sind. Dies unterstreicht das Niveau der Geheimhaltung und Vertraulichkeit, das mit diesen Geschäften einhergeht.

Somit spiegelt das Wachstum der Nachfrage nach Atomschutzbunkern in Russland nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Veränderungen wider, die mit globalen Bedrohungen verbunden sind. Die Angst vor potenziellen Konflikten zwingt die Menschen dazu, nach neuen Möglichkeiten des Schutzes zu suchen, und Bunker werden zu einem Symbol dieses Strebens nach Sicherheit.