Українська правда

Über zwei Drittel der Ukrainer unterstützen den NATO-Beitritt, haben jedoch wenig Vertrauen in das Bündnis

Laut einer Umfrage der Forschungsagentur Info Sapiens im Auftrag des Zentrums 'Neue Europa' unterstützen 68,9 % der Ukrainer die Idee eines NATO-Beitritts. Dennoch äußerten über 40 % der Befragten Misstrauen gegenüber dem Bündnis.

Die Umfrage zeigt, dass 68,9 % der ukrainischen Bevölkerung die Idee eines NATO-Beitritts unterstützen. Dies verdeutlicht das Bewusstsein für die Bedeutung einer Integration in westliche Sicherheitsstrukturen. Gleichzeitig offenbart die Umfrage jedoch auch eine besorgniserregende Skepsis, da mehr als 40 % der Befragten dem NATO-Bündnis misstrauen. Diese Diskrepanz zwischen Unterstützung und Vertrauen wirft Fragen zur Wahrnehmung der NATO in der Ukraine auf, insbesondere im Kontext des anhaltenden Konflikts.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass 54,7 % der Befragten Vertrauen in die NATO haben, während 41,5 % kein Vertrauen in das Bündnis setzen. Dies deutet darauf hin, dass trotz der erheblichen Unterstützung für die NATO-Mitgliedschaft ein erheblicher Teil der Bevölkerung die Allianz nicht als verlässlichen Partner ansieht. Die Faktoren, die das Vertrauen in die NATO beeinflussen, sind vor allem mit der Unterstützung für die Ukraine, dem Schutz und den Sicherheitsgarantien verbunden. So gaben 18,5 % der Befragten an, dass ihr Vertrauen in die NATO aufgrund unzureichender Hilfe sinkt, während 13,3 % auf mangelnden Schutz und 11,8 % auf unzureichende Sicherheitsgarantien hinwiesen.

Das Misstrauen gegenüber der NATO, wie die Antworten auf offene Fragen zeigen, ist stark von der Wahrnehmung des Verhaltens des Bündnisses während des Krieges geprägt. Viele Ukrainer empfinden die NATO als zu passiv, langsam und zögerlich in ihren Reaktionen. Zu den Gründen, die das Misstrauen beeinflussen, zählen: 'unzureichende Hilfe für die Ukraine' (16,5 %), 'mehr Reden als Taten' (13,5 %), 'Untätigkeit' (11,0 %), 'sie sind nicht in der Lage, sich selbst zu schützen' (9,1 %) und 'der Krieg dauert immer noch an' (6,1 %). Darüber hinaus gaben fast 6 % der Befragten an, dass sie der NATO ohne konkrete Gründe einfach nicht vertrauen.

Die Umfrage wurde vom 7. bis 20. März 2026 durchgeführt, also vor den jüngsten Äußerungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump über einen möglichen Austritt der USA aus der NATO. Die Stichprobe umfasste 1000 Befragte, was es ermöglicht, allgemeine Stimmungen in der Gesellschaft abzuleiten.

Um den Kontext dieser Situation zu verstehen, ist es hilfreich, auf frühere Umfragen zurückzugreifen. Anfang Januar 2026 zeigten die Ergebnisse einen signifikanten Rückgang des Vertrauens in die USA und die NATO im Vergleich zum Ende des Jahres 2024. Gleichzeitig vertrauten die meisten Ukrainer nach wie vor der Europäischen Union. Eine Umfrage des KMIŠ im März ergab, dass, obwohl die Mehrheit der Ukrainer eine positive Einstellung zu den Vereinigten Staaten im Allgemeinen hat, die Haltung gegenüber der amerikanischen Administration überwiegend negativ ist.

Insgesamt ist die Situation des Vertrauens in die NATO in der Ukraine komplex und vielschichtig. Während die Mehrheit der Bevölkerung den NATO-Beitritt unterstützt, gibt es eine signifikante Anzahl von Menschen, die skeptisch gegenüber den Handlungen und der Fähigkeit des Bündnisses sind, Sicherheit im Kriegszustand zu gewährleisten. Diese Faktoren könnten erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung der Beziehungen zwischen der Ukraine und der NATO sowie auf die Integration in europäische Sicherheitsstrukturen haben.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Artikel von 'EuroPravda': 'Der Trump-Effekt: Wie sich Wahrnehmung und Vertrauen in die NATO in der Ukraine verändert haben'.