Über 250 Menschen sterben bei dem bisher größten israelischen Angriff auf den Libanon - Reuters
Am Mittwoch, dem 8. April, erlebte der Libanon den verheerendsten Angriff Israels, bei dem 254 Menschen ums Leben kamen und über 1100 verletzt wurden. Diese Angriffe ereigneten sich an dem Tag, an dem ein Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran angekündigt wurde, der auch den Libanon umfassen sollte.
Am Mittwoch, dem 8. April, wurde der Libanon von einem massiven israelischen Angriff getroffen, der als der schwerste seit Beginn des aktuellen Konflikts gilt. Infolge dieser Angriffe verloren 254 Menschen ihr Leben, während mehr als 1100 weitere verletzt wurden. Diese Eskalation der Gewalt fiel auf den Tag, an dem Vertreter der USA und des Iran einen Waffenstillstand verkündeten, der, so die iranischen Behörden, auch auf den Libanon ausgeweitet werden sollte. Doch die Realität vor Ort wirft ernsthafte Fragen über die Einhaltung dieses Waffenstillstands auf.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian betonte die Bedeutung eines Waffenstillstands im Libanon als eine wesentliche Bedingung für die Vereinbarung seines Landes mit den USA. Dennoch erklärten die israelischen Streitkräfte, dass die jüngsten Angriffe der größte koordinierte Schlag seit Beginn des Krieges am 2. März seien. Dieser Konflikt begann, als die Hisbollah Israel beschoss, um Teheran nach einem amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran zu unterstützen.
Die meisten Todesopfer wurden in der libanesischen Hauptstadt Beirut verzeichnet, wo 91 Menschen starben. Dieser Tag gilt als der tödlichste seit Beginn des Konflikts, der nun schon über einen Monat andauert. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, äußerte sein Entsetzen über die schockierenden Ausmaße der Tötungen und Zerstörungen im Libanon.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte in einer Fernsehansprache, dass der Libanon nicht Teil des Waffenstillstands mit dem Iran sei und dass die israelische Armee weiterhin Angriffe auf die Hisbollah durchführen werde. Diese Informationen wurden auch vom Weißen Haus bestätigt, wo die Pressesprecherin Caroline Levitt und der US-Vizepräsident J.D. Vance erklärten, dass der Waffenstillstand nicht auf den Libanon ausgeweitet werde, trotz früherer Aussagen des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif, dass der Waffenstillstand auch den Libanon umfassen sollte.
Die Hisbollah hingegen stellte ihre Angriffe auf israelische Ziele am frühen Morgen des 8. April ein, nachdem sie Informationen erhalten hatte, dass ihre Gruppe Teil des Waffenstillstands sei. Doch nach den israelischen Luftangriffen nahm die Hisbollah ihre Raketenangriffe wieder auf und beschoss am frühen Morgen des 9. April den Kibbutz Manara. Die Gruppierung erklärte, dass diese Antwort fortgesetzt werde, solange die israelisch-amerikanische Aggression gegen den Libanon andauere.
Es ist zu beachten, dass die USA, Israel und der Iran einem zweiwöchigen gegenseitigen Waffenstillstand sowie der Wiedereröffnung des Handelsverkehrs durch die Straße von Hormus zugestimmt hatten. Dennoch erklärte der israelische Premierminister, dass dieser Waffenstillstand nicht auf den Libanon ausgeweitet werde, was zu neuen Spannungen in der Region führte. In der Folge führte die Israelische Verteidigungsarmee die intensivsten Angriffe auf den Libanon seit Beginn des Krieges durch und griff innerhalb von nur 10 Minuten über hundert Ziele der Terrorgruppe Hisbollah an.
Als Reaktion auf diese Angriffe warnte der Iran, dass er den mit den USA erzielten Waffenstillstand aufkündigen werde, wenn die israelischen Angriffe auf den Libanon andauerten. Zudem stoppte der Iran den Durchgang von Öltankern durch die Straße von Hormus, was einen Verstoß gegen die Bedingungen des Waffenstillstands mit den USA darstellt. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass die Situation in der Region angespannt und ungewiss bleibt, und weitere Aktionen könnten zu einer Eskalation des Konflikts führen.