Pentagon erweitert Liste iranischer Energieobjekte für mögliche Angriffe, was weltweit Besorgnis auslöst – Politico
Der Pentagon, das US-Verteidigungsministerium, hat die Liste iranischer Energieobjekte erweitert, die potenzielle Ziele für Angriffe darstellen könnten. Diese Entscheidung wirft Fragen zur Rechtmäßigkeit und Ethik solcher militärischen Strategien auf.
Der Pentagon, das militärische Oberkommando der Vereinigten Staaten, hat angekündigt, die Liste iranischer Energieinfrastruktur zu erweitern, die als mögliche Ziele für zukünftige Angriffe in Betracht gezogen werden. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf die Notwendigkeit, sowohl zivile als auch militärische Energiequellen zu berücksichtigen, die für die Versorgung der Bevölkerung und der Streitkräfte von entscheidender Bedeutung sind. Militärstrategen glauben, dass dies ein möglicher Umgehungsweg sein könnte, um Vorwürfen von Kriegsverbrechen seitens der US-Regierung unter Präsident Donald Trump zu entgehen, insbesondere im Hinblick auf Angriffe auf kritische Infrastruktur.
Nach Informationen von zwei anonymen Pentagon-Vertretern überprüfen Militärstrategen die Liste potenzieller Ziele, da die USA und Israel nach neuen Angriffszielen suchen, nachdem sie fünf Wochen lang militärische Einrichtungen im Iran angegriffen haben. Die Beamten betonen, dass die doppelte Zweckbestimmung dieser Ziele sie rechtlich legitimiert, was helfen könnte, Vorwürfe von Verstößen gegen internationales Recht zu vermeiden.
In einem Bericht von Politico wird darauf hingewiesen, dass Präsident Trump sich in einer äußerst schwierigen Lage befindet. Derzeit neigt sich die Liste strategisch wichtiger Ziele für Angriffe im Iran dem Ende zu, während die Blockade der Straße von Hormus weiterhin Druck auf die Weltwirtschaft ausübt. Trump könnte sich entscheiden, Bodentruppen einzusetzen, was den Weg zu einem langwierigen Krieg ebnen würde, der nicht von der amerikanischen Öffentlichkeit unterstützt wird. Eine Alternative könnte ein Angriff auf die zivile Infrastruktur des Landes sein, was international auf massive Empörung stoßen würde.
Ein dritter, anonym bleibender Beamter erklärte, dass im Pentagon Diskussionen darüber stattfinden, wie gerechtfertigt ein solcher Ansatz ist. Es stellt sich die Frage, wo die Grenze zwischen militärischen und zivilen Zielen verläuft, etwa bei Wasserentsalzungsanlagen, die als Ziele betrachtet werden könnten, da auch die Militärs Wasser zum Trinken benötigen. Diese Thematik wirft ernsthafte ethische und rechtliche Debatten unter Militärstrategen auf.
Obwohl die Angriffe der USA und Israels im Allgemeinen nicht die Stromversorgung und die Brennstoffinfrastruktur des Iran berührt haben, hat die wachsende Unzufriedenheit im Weißen Haus über Teherans Weigerung, sich den vagen Forderungen Washingtons zu beugen, zur Erweiterung der Zielliste geführt. Am 4. April setzte Präsident Trump dem Iran eine Frist von 48 Stunden, um die Straße von Hormus zu öffnen, was eine scharfe Reaktion aus Teheran hervorrief.
Als Antwort auf das Ultimatum aus Washington erklärte Teheran, dass im Falle weiterer Angriffe auf die Infrastruktur „die Tore zur Hölle“ für die USA und Israel geöffnet werden würden. Am 5. April wandte sich Trump über sein soziales Netzwerk Truth Social mit obszönen Ausdrücken an das iranische Regime und forderte, dass die iranischen Vertreter die Straße von Hormus für die Schifffahrt öffnen. Er schrieb: „Am Dienstag wird in Iran „Tag der Elektrizität“ und „Tag der Brücke“ sein, und das alles gleichzeitig. Das wird etwas!!! Öffnet die verdammte Straße, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben. Schaut einfach zu! Gelobt sei Allah.“
Darüber hinaus drohte Trump in einem Interview mit der Wall Street Journal, alle iranischen Kraftwerke zu zerstören, falls die Führer des Landes nicht zustimmen, die Straße von Hormus bis zum Abend des 6. April zu öffnen. „Wenn sie sich nicht verpflichten, wenn sie sie geschlossen halten wollen, verlieren sie jedes Kraftwerk und alle anderen Anlagen, die sie im ganzen Land haben“, betonte der US-Präsident und hob die Ernsthaftigkeit seiner Absichten hervor.
Am 6. April bestätigte Trump, dass er in seinem sozialen Netzwerk obszöne Sprache verwendet hatte und drohte, Angriffe auf Brücken und Energieanlagen im Iran durchzuführen, wobei er erklärte, dass dies nur „um seinen Standpunkt klarzumachen“ geschehen sei. Diese Situation führt weiterhin zu Besorgnis in der internationalen Gemeinschaft, da eine Eskalation des Konflikts schwerwiegende Folgen nicht nur für den Iran, sondern auch für die gesamte Region haben könnte.