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Ukrainisches Parlament unterstützt Gesetzesentwurf zur Besteuerung von Einkünften aus digitalen Plattformen

Das ukrainische Parlament, bekannt als Werchowna Rada, hat am Mittwoch den Gesetzesentwurf Nr. 15111-d genehmigt, der die Besteuerung von Einkünften aus digitalen Plattformen im ersten Lesen vorsieht. Diese Entscheidung ist ein bedeutender Schritt im Rahmen des 8,1 Milliarden US-Dollar umfassenden Programms des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Das ukrainische Parlament, bekannt als Werchowna Rada, hat am Mittwoch den Gesetzesentwurf Nr. 15111-d genehmigt, der die Besteuerung von Einkünften, die über digitale Plattformen erzielt werden, im ersten Lesen vorsieht. Dieses bedeutende Entscheidung ist Teil der Verpflichtungen, die die Ukraine im Rahmen des Programms des Internationalen Währungsfonds (IWF) eingehen muss, das insgesamt 8,1 Milliarden US-Dollar umfasst und die Erfüllung bestimmter struktureller Indikatoren erfordert.

Der Gesetzesentwurf erhielt die Unterstützung von 234 Abgeordneten und wird nun an die parlamentarischen Ausschüsse zur weiteren Ausarbeitung übergeben, bevor es zu einer zweiten und abschließenden Abstimmung kommt. Um in Kraft zu treten, muss das Dokument die zweite Abstimmung bestehen und von Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet werden.

Die Abstimmung war das Ergebnis eines gescheiterten Versuchs am 10. März, als das Parlament einen ähnlichen Gesetzesentwurf (#14025) ablehnte, der nicht die erforderlichen 226 Stimmen erhielt. Die Regierung legte das Gesetz erneut vor, da es sich um einen strukturellen Indikator handelt, den die Ukraine bis Ende März im Rahmen des erweiterten Fondsprogramms des IWF erfüllen muss. Dieser Druck erfolgt nur wenige Tage vor den Frühjahrstagungen des IWF in Washington, die vom 13. bis 18. April stattfinden werden, bei denen Finanzminister Serhiy Marchenko über den Fortschritt der Ukraine an Gavin Gray, dem Leiter der IWF-Delegation, berichten soll.

Während der Diskussion über den Gesetzesentwurf wies Marchenko darauf hin, dass etwa 400.000 Ukrainer, überwiegend Kuriere und Fahrer, Einkünfte über Plattformen wie Glovo, Uklon, Bolt und Uber erzielen, jedoch außerhalb des Besteuerungsrahmens bleiben. "Aktuell gibt es in der Ukraine kein spezielles Gesetz zur Besteuerung digitaler Plattformen, was systematische Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes hat", erklärte Marchenko während seiner Rede im Parlament. "Die Genehmigung des Gesetzesentwurfs wird es ermöglichen, selbstständige Bürger zu legalisieren und ihnen einen offiziellen Status zu verleihen, sowie die staatlichen Einnahmen um etwa 14 Milliarden Hrywnja (318 Millionen US-Dollar) zu erhöhen."

Gemäß dem vorgeschlagenen Gesetz, das am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll, werden die Betreiber der Plattformen als Steueragenten fungieren. Dies wird einen wichtigen Schritt zur Legalisierung der Einkünfte darstellen, die über digitale Plattformen erzielt werden, und eine größere Transparenz in den finanziellen Transaktionen gewährleisten, was sich wiederum positiv auf die Wirtschaft des Landes auswirken wird.