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Parlament Moldawi genehmigt Austritt aus der von Russland geführten GUS

Der Parlament von Moldawien hat am 2. April im zweiten Durchgang die Entscheidung über den Austritt aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) getroffen. Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Fortschritt in Richtung der Trennung von Russland und der Stärkung der Beziehungen zu Europa.

Der Parlament von Moldawien hat am 2. April 2023 im zweiten Durchgang die Entscheidung über den Austritt aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) getroffen. Dieses wichtige Beschluss stellt einen entscheidenden Schritt dar, um die Verbindungen zu dem von Russland geführten Block zu kappen, während das Land bestrebt ist, seine Beziehungen zu Europa zu vertiefen.

Insgesamt haben sechzig moldawische Abgeordnete ihre endgültige Zustimmung zur Denunziation des Gründungsvertrags der GUS, seines Protokolls und seiner Statuten gegeben. In einer Pressemitteilung, die nach der Abstimmung veröffentlicht wurde, wurde dieses Parlamentarische Beschluss als "natürlicher und unvermeidlicher Schritt zur europäischen Integration" charakterisiert.

Unter der Führung von Präsidentin Maia Sandu und ihrer Partei Aktion und Solidarität (PAS) hat Moldawien aktiv daran gearbeitet, die Beziehungen zu europäischen Partnern zu stärken, während es sich gleichzeitig von Russland entfernt, mit dem Ziel, potenzielles Mitglied der Europäischen Union zu werden.

Die GUS ist eine zwischenstaatliche Organisation, die gegründet wurde, um wirtschaftliche und diplomatische Beziehungen zwischen ehemaligen Sowjetstaaten zu formalisieren. Mehrere Länder, darunter die Ukraine und Georgien, haben bereits den Austritt aus diesem Block vollzogen, was die wachsende Tendenz zur Ablehnung des russischen Einflusses verdeutlicht.

Das moldawische Außenministerium hat den Austritt aus der GUS initiiert und sein Vorgehen damit begründet, dass Russland die grundlegenden Prinzipien der Organisation verletzt hat, indem es einen Krieg gegen die Ukraine führt, Georgien bedroht und illegal seine Truppen auf dem Territorium Moldawiens unterstützt.

Russland hat die moldawische Region Transnistrien seit den 1990er Jahren besetzt und unterhält dort ein Kontingent von Truppen, was Besorgnis in Chișinău und in der internationalen Gemeinschaft hervorruft.

Bereits am 20. März hatte das Parlament von Moldawien im ersten Durchgang den Austritt aus der GUS unterstützt. Nun muss diese Entscheidung auch von der Präsidentin Moldawiens genehmigt werden, und eine formelle Mitteilung muss spätestens zwölf Monate vor Inkrafttreten des Austritts an das Exekutivkomitee der GUS gesendet werden.

Chișinău hat seinen Plan, den Block zu verlassen, nach dem großangelegten Überfall auf die Ukraine bekannt gegeben, was zu Kritik seitens Moskaus führte. Dieser Schritt unterstreicht die Veränderung der Außenpolitik Moldawiens und sein Bestreben, sich in europäische Strukturen zu integrieren, was erhebliche Auswirkungen auf die Region haben könnte.