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Erinnerung an Mircea Lucescu: Igor Tsyganyk teilt seine Erinnerungen

Igor Tsyganyk, ein bekannter ukrainischer Journalist und Kommentator, erinnert sich an seine Begegnungen mit dem herausragenden rumänischen Trainer Mircea Lucescu, dessen Tod einen großen Verlust für den ukrainischen Fußball darstellt.

Igor Tsyganyk, ein angesehener ukrainischer Journalist und Sportkommentator, hat seine persönlichen Erinnerungen an den legendären rumänischen Fußballtrainer Mircea Lucescu geteilt. Lucescus Tod wird als großer Verlust für den ukrainischen Fußball angesehen, und Tsyganyks Erzählungen geben einen tiefen Einblick in die Persönlichkeit und den Einfluss des Trainers auf die Fußballwelt.

Im August 2019 reiste Mircea Lucescu für einige Tage nach Kiew. Tsyganyk erinnert sich an eine zufällige Begegnung mit Lucescu in einem Restaurant eines zentral gelegenen Hotels. „Er war zusammen mit seiner Frau dort, die mich mit ihrer charmanten Art und ihrer warmen Beziehung zu ihrem Mann beeindruckte. Ich wagte es, Mircea Lucescu um ein persönliches Treffen am nächsten Tag zu bitten – und er stimmte zu“, berichtet Tsyganyk.

Vor diesem Treffen hatten sie sich bereits mehrmals an verschiedenen Orten gesehen, jedoch nie persönlich miteinander gesprochen. „Wir hatten vielleicht ein Dutzend Mal telefoniert. Aus diesen Episoden war es schwierig, ein vollständiges Bild seiner Persönlichkeit zu gewinnen“, fügte der Journalist hinzu.

Am nächsten Tag fand ihr Treffen in der Lobby des Hyatt Hotels statt. „Dieses Gespräch werde ich mein Leben lang in Erinnerung behalten. Wir unterhielten uns etwa drei Stunden lang – über alles Mögliche, aber vor allem über Fußball. Wahrscheinlich habe ich in meinem Leben noch nie jemanden getroffen, der so leidenschaftlich für dieses Spiel brennt. Er war einfach besessen davon“, betonte Tsyganyk.

Darüber hinaus erzählte Tsyganyk, dass Lucescu den Wunsch hatte, in den ukrainischen Fußball zurückzukehren. „Damals hoffte er aufrichtig, dass Schachtjor ihm nach dem Weggang von Fonseca ein Angebot machen würde. Doch dann kam Castro. Ein Jahr später übernahm Mircea Mihailovici das Traineramt bei Dynamo und gewann in seiner ersten Saison alles, was auf nationaler Ebene zu gewinnen war“, erklärte der Journalist.

Tsyganyk hob auch hervor, dass Lucescu tiefe Gefühle für die Ukraine hegte und plante, nach Kiew zurückzukehren. „In den letzten Jahren hatten wir viel Kontakt. Als der Krieg begann, erhielt Lucescu ein Angebot, Fenerbahçe zu trainieren, lehnte jedoch ab und erklärte, dass er die Ukraine in solch schweren Zeiten nicht verlassen könne. Das letzte Mal sprachen wir sechs Tage vor seinem Tod. Er sagte, dass er unbedingt nach Kiew kommen wolle. Leider hat er es nicht geschafft“, erzählte Tsyganyk.

„Irgendwann wird man eine große Geschichte über Lucescu schreiben können, aber das muss noch überdacht werden. Im Moment müssen wir alle der Familie unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Es ist ein Mensch von uns gegangen, an den man sich sehr lange erinnern wird. Und seinen Beitrag zum ukrainischen Fußball werden wir erst in vielen Jahren richtig würdigen können“, schloss Tsyganyk in seinem Instagram-Post.

Zur Erinnerung: Am 29. März 2026 wurde Mircea Lucescu ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem ihm während des Aufenthalts der rumänischen Nationalmannschaft nach einer Niederlage gegen die Türkei (0:1) im Play-off zur WM 2026 schlecht geworden war. Am 2. April trat er von seinem Posten als Trainer der rumänischen Mannschaft zurück.

Am 3. April erlitt Lucescu einen akuten Herzinfarkt direkt im Krankenhaus. Später wurde er aufgrund schwerer Herzrhythmusstörungen, die nicht behandelbar waren, in ein künstliches Koma versetzt. Während einer Computertomographie wurden bei Lucescu zahlreiche Anzeichen für ischämische zerebrale Schlaganfälle und eine Lungenembolie festgestellt, und sein Zustand wurde als kritisch eingeschätzt. Der Kardiologe Stefan Busnatu berichtete von Schäden an mehreren Organen – Herz, Gehirn und Lunge.

Früher berichteten wir auch, dass Sergey Rebrov emotional auf Lucescus Tod reagierte und die Konkurrenz in der Ukraine erwähnte, was den enormen Einfluss dieses Trainers auf den ukrainischen Fußball verdeutlicht.