Rückgang der Weltölpreise hat keinen Einfluss auf die Treibstoffpreise in der Ukraine
Trotz des Rückgangs der Weltölpreise und der Preise für Mineralölprodukte erwarten ukrainische Tankstellenbetreiber kein schnelles Sinken der Treibstoffpreise. Dies erklärte ein Vertreter eines großen Tankstellennetzes in einem Kommentar für NV Business.
Trotz des Rückgangs der Weltölpreise und der Preise für Mineralölprodukte erwarten ukrainische Tankstellenbetreiber kein schnelles Sinken der Treibstoffpreise. Dies erklärte ein Vertreter eines großen Tankstellennetzes in einem Kommentar für NV Business.
Der Vertreter, der darum bat, anonym zu bleiben, betonte, dass die aktuellen Preise an den Zapfsäulen nicht die tatsächliche Marktsituation widerspiegeln. "Der Preis, der heute fair sein sollte, ist höher als der, den Sie jetzt sehen. Wir arbeiten mit minimalen Margen und bremsen das Wachstum", erklärte er.
Seinen Angaben zufolge wurden die Einkäufe von Diesel und Benzin noch vor kurzem zu höheren Preisen getätigt als die aktuellen Notierungen. Daher wird der Markt, selbst wenn die Weltpreise sinken, eine Zeit lang teure Bestände "verbrauchen". In Krisenzeiten erhöhen Unternehmen traditionell ihre Einkäufe, um zukünftige teurere Verträge zu vermeiden.
Darüber hinaus verwies der Gesprächspartner auf die Einschätzungen internationaler Mineralölproduzenten. Er erwähnte, dass er mit amerikanischen und europäischen Herstellern gesprochen habe, die skeptisch gegenüber einer schnellen Stabilisierung der Preise eingestellt seien. "Sie sagen, dass die Notierungen gefallen sind, aber wenn man mathematisch schaut: Vor dem Krieg im Iran lagen sie bei etwa 700 Dollar pro Tonne, dann bei 1600, jetzt bei 1300 (es handelt sich um die Notierungen für Mineralölprodukte an europäischen Handelsplätzen). Das bedeutet, dass die Notierungen immer noch fast doppelt so hoch sind", betonte der Vertreter der Tankstellenkette.
Er ist zudem überzeugt, dass der Markt Zeit benötigt, um sich zu stabilisieren. Seinen Worten nach sollten die Preise auf einem relativ stabilen Niveau bleiben, bis die teuren Bestände abverkauft sind und neue Lieferungen eine ausgewogenere Preisbasis schaffen. "Der Markt muss auf ein gewisses Plateau kommen", fügte er hinzu.
Gleichzeitig gibt es derzeit keinen Treibstoffmangel in der Ukraine, was auf erhebliche Importmengen hinweist. Laut dem Vertreter des Unternehmens hat der Markt im März Rekordmengen an Treibstoff eingekauft – deutlich mehr als in den Vormonaten – und damit Bestände von mehr als einem Monat gebildet.
Somit bleibt die Situation auf dem Treibstoffmarkt in der Ukraine stabil, trotz der Schwankungen der Weltpreise. Die Betreiber der Tankstellen arbeiten weiterhin unter Bedingungen hoher Volatilität und bemühen sich, die Verfügbarkeit von Treibstoff für die Verbraucher zu gewährleisten.