Oschadbank beschuldigt ungarisches NAV der Video-Manipulation
Die ukrainische Oschadbank hat offiziell erklärt, dass das ungarische Nationale Steuer- und Zollamt (NAV) ein Video gefälscht hat, das als Beweis in einem Fall über die illegale Einbehaltung von Bankvermögen in Ungarn präsentiert wurde.
Die Oschadbank, einer der führenden Finanzinstitute der Ukraine, hat in einer offiziellen Mitteilung auf ihrer Website bekannt gegeben, dass das ungarische Nationale Steuer- und Zollamt (NAV) ein Video manipuliert hat, das als Beweis in einem Verfahren über die unrechtmäßige Einbehaltung von Geldern und Werten der Bank in Ungarn veröffentlicht wurde. In der Erklärung hat die Bank ihre Argumente detailliert dargelegt und betont, dass sie die Vorwürfe entschieden zurückweist.
In ihrer Erklärung hebt die Oschadbank hervor, dass das von der ungarischen Seite präsentierte Video mit ungarischen Untertiteln versehen ist und die Phrase "korruptes Geld" in die Tonspur eingefügt wurde. Diese Aussage bildet die Grundlage für die Schlussfolgerungen des NAV. "Die Oschadbank erklärt offiziell, dass das veröffentlichte Video gefälscht wurde", heißt es in der Mitteilung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Nach Angaben der Oschadbank hat das NAV bestätigt, dass die Banknoten, die von der Oschadbank transportiert wurden, neu und kürzlich gedruckt waren und sich nicht im Umlauf befanden. Dies entspricht laut der Bank ihrer rechtmäßigen Tätigkeit, Bargeld in die Ukraine im Rahmen eines internationalen Abkommens mit der Raiffeisen Bank Österreich zu liefern.
Das NAV hat zudem einen Link zu einem Video veröffentlicht, das vermutlich von einem Mobiltelefon eines der in Ungarn festgenommenen Geldtransporteure stammt. Die Oschadbank weist darauf hin, dass die festgenommenen ukrainischen Staatsbürger den Status von Zeugen in diesem Fall haben. Trotz zahlreicher Anfragen der Bank hat die ermittelnde Behörde jedoch keine Antwort zu den rechtlichen Grundlagen für die Einbehaltung des Eigentums der Mitarbeiter gegeben, einschließlich des Mobiltelefons eines der Geldtransporteure sowie des Zugangs zu den darauf gespeicherten Informationen.
Die Oschadbank ist der Meinung, dass die Beschlagnahme des Mobiltelefons, dessen weitere Aufbewahrung und der Zugang zu seinem Inhalt rechtswidrig waren. Außerdem betrachtet die Bank die Veröffentlichung des aus diesem Gerät stammenden Videos als illegal. Laut Angaben der Bank handelt es sich bei diesem Video um ein Archivmaterial, das am 10. März 2025 in der Nähe von Wien aufgezeichnet wurde. Es zeigt die Dokumentenverarbeitung während der Fahrt, was eine übliche Praxis für Geldtransportteams darstellt. Während dieser Fahrt war das Geldtransportteam gezwungen, auf einen Stromanschluss auf dem Parkplatz zurückzugreifen, da der Inverter im Fahrzeug defekt war.
„Alle im Video dargestellten Abläufe wurden ordnungsgemäß dokumentiert, in die Systeme der Zollbehörden der Europäischen Union und der Ukraine eingegeben, und die Originaldokumente mit den entsprechenden Stempeln der ungarischen und ukrainischen Zollbehörden sind vorhanden“, fügte die Oschadbank hinzu.
Die Oschadbank fordert die Rückgabe der in Ungarn beschlagnahmten Vermögenswerte und erklärt ihre Bereitschaft zu rechtlichen Schritten aufgrund der Verbreitung von Fehlinformationen. Die Finanzinstitution hat auch eine internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, um die Übereinstimmung der vertraglichen Grundlagen und der Verfahren für den Transport von Bargeld und Werten zu überprüfen.
Es sei daran erinnert, dass am 5. März 2026 zwei Fahrzeuge des Geldtransportunternehmens der Oschadbank mit sieben Mitarbeitern, die 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und 9 kg Bankgold transportierten, in Ungarn während eines regulären Transports von Fremdwährungen und Bankmetallen im Rahmen eines internationalen Abkommens zwischen der Oschadbank und der Raiffeisen Bank Österreich festgenommen wurden. Daraufhin informierte das NAV über ein strafrechtliches Verfahren wegen des Verdachts auf Geldwäsche.