Olga Reshetilova fordert klare Dienstzeiten in der Armee – Mobilisierung muss verstärkt werden
Die Militärombudsfrau Olga Reshetilova äußerte in einem aktuellen Interview mit RBK-Ukraine ihre Besorgnis über die fehlende Klarheit bezüglich der Dienstzeiten für ukrainische Soldaten. Sie betonte, dass diese Ungewissheit ernsthafte psychologische Probleme verursachen kann.
In einem aufschlussreichen Interview mit dem Nachrichtenportal RBK-Ukraine hat die Militärombudsfrau Olga Reshetilova ihre Besorgnis über die unklare Regelung der Dienstzeiten für ukrainische Soldaten geäußert. Sie wies darauf hin, dass diese Unsicherheit zu ernsthaften psychologischen Problemen führen kann, darunter Burnout und Demoralisierung. Reshetilova erklärte, dass im Büro des Militärombudsmanns bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet wurde, die sich mit der Untersuchung von Möglichkeiten zur Festlegung klarer Dienstzeiten befasst.
Die Ombudsfrau betonte, wie wichtig es sei, den Soldaten ein Gefühl der Sicherheit zu geben, da das Fehlen solcher Klarheit negative Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit haben kann. "Wenn eine Person in ihrem Leben keine Sicherheit hat, kann das zu Burnout, Demoralisierung und sogar zu Depressionen führen. Unsere Soldaten, die seit 2014 oder seit 2022 und später im Einsatz sind, leben ständig in einer Situation der Ungewissheit", sagte sie.
Nach Ansicht der Ombudsfrau ist es notwendig, bei der Festlegung klarer Dienstzeiten auch die Frage der "gerechten Mobilisierung" zu berücksichtigen. Sie wies darauf hin, dass eine gerechte Mobilisierung mit einer Reihe anderer Probleme verbunden ist, wie beispielsweise faire Reservierungen und Korruptionsschemata, die in diesem Bereich existieren. "Hieran muss gearbeitet werden", fügte Reshetilova hinzu.
Olga Reshetilova äußerte auch die Auffassung, dass viele Wehrpflichtige aus Angst vor Ungewissheit den Militärdienst meiden. "Wenn ihnen gesagt wird, dass der Dienst zwei oder drei Jahre dauern wird, können die Menschen ihr Leben zumindest besser planen. Du dienst zwei bis drei Jahre, danach gibt es wieder eine Rotation", erklärte sie.
Gleichzeitig stellte die Ombudsfrau klar, dass es in dieser Angelegenheit keine einfachen Lösungen geben wird und die Gesellschaft darauf vorbereitet sein muss. "Diejenigen, die seit Jahren dem Dienst entkommen, werden damit nicht einverstanden sein. Aber ohne das wird es nicht gehen. Man kann nicht endlos auf den gleichen Menschen lasten, ihre Ressourcen gehen ebenfalls zur Neige... Klare Dienstzeiten sind nicht zu erwarten, ohne die Mobilisierung zu verstärken", schloss sie.
Im Februar dieses Jahres berichtete die Zeitung The Times, dass die Ukraine etwa 250.000 weitere Soldaten benötigt, um die Front zu stabilisieren und den Sieg zu erringen. Diese Information unterstreicht die Bedeutung der Mobilisierungsmaßnahmen, die derzeit auf staatlicher Ebene diskutiert werden.
Am 23. Februar erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov, dass im Land an einer umfassenden Reform der Mobilisierung gearbeitet wird, die darauf abzielt, die Situation zu verbessern. Am 30. März bewertete der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyi, den Stand der Mobilisierung in der Ukraine mit sechs bis sieben von zehn Punkten und betonte, dass das Ziel darin besteht, diesen Prozess für die Bürger angenehmer zu gestalten.
Am 3. April kommentierte der Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, Kyrylo Budanov, mögliche Änderungen im Bereich der Mobilisierung und der Arbeit der territorialen Rekrutierungszentren. Er stellte fest, dass der aktuelle Mobilisierungsprozess chaotisch ist, aber bis zum Ende des Krieges werden diese Probleme nicht grundlegend gelöst werden können. Diese Kommentare zeigen, dass das Thema Mobilisierung nach wie vor äußerst aktuell ist und dringend gelöst werden muss.