Alexander Kardakov: 90 % der ukrainischen Rüstungsindustrie und 80 % der Brandschutzsysteme in Gefahr
Alexander Kardakov, bekannt als der erste IT-Millionär der Ukraine, warnt vor der Verwundbarkeit des ukrainischen Militärisch-Industriellen Komplexes (MIK) und diskutiert mögliche Maßnahmen zu dessen Schutz.
Alexander Kardakov, ein prominenter Unternehmer und Pionier im Bereich der Informationstechnologie in der Ukraine, hat sich aktiv mit der Verwundbarkeit des heimischen Militärisch-Industriellen Komplexes (MIK) auseinandergesetzt. In einem aktuellen Interview hebt er die Herausforderungen hervor, die die ukrainischen Technologien beim Export behindern, insbesondere aufgrund bürokratischer Hürden. Kardakov, der seine Karriere im Bereich der Automatisierung der Industrie im letzten Jahr der Sowjetunion begann, hat sich zu einem der Schlüsselakteure auf dem ukrainischen High-Tech-Markt entwickelt.
Die unternehmerische Laufbahn von Kardakov nahm ihren Anfang, als er Systeme zur Automatisierung in der gesamten Ukraine verkaufte. Dies legte den Grundstein für die Gründung bedeutender Unternehmen wie des Telekommunikationsgiganten Datagroup und des IT-Distributors Megatrade. In den frühen 2000er Jahren stellte seine Firma Incom IT-Netzwerke für praktisch alle großen staatlichen Institutionen und Banken in der Ukraine bereit. Dank dieser Erfolge hat Kardakov über 20 Jahre lang ununterbrochen im Ranking der 100 reichsten Ukrainer, erstellt von der Redaktion NV, gestanden.
Der 62-jährige Unternehmer und Gründer von Octava Capital hat all seine Projekte in einer einheitlichen Struktur zusammengeführt. Aktuell investiert er intensiv in die Entwicklung hochmoderner Lösungen für Verteidigungsprojekte. Seine Firma Octava Defence konzentriert sich auf den Schutz kritischer Infrastrukturen, insbesondere durch die einheitliche Plattform SFERA, die Radarsysteme, optische Systeme und akustische Sensoren integriert. Diese Plattform ist auch in der Lage, die Steuerungs- und Navigationskanäle sowohl von kommerziellen als auch von militärischen Drohnen, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, zu stören. Zu den weiteren Entwicklungen seines Unternehmens gehört das System AVTOR, das sich auf die kryptografische Sicherung von Informationen und die Gewährleistung der Computersicherheit für militärische, staatliche und kommerzielle Einrichtungen spezialisiert hat.
Im Verlauf des Interviews, in dem die Technologien, die im aktuellen Krieg eingesetzt werden, thematisiert wurden, erinnerte der Korrespondent von NV Kardakov an eine frühere Reise nach Kuwait, bei der ein lokaler Händler ihn fragte: "Was haben Sie in der Ukraine, das so groß ist?" Auf diese Frage antwortete Alexander: "Das ist eine gute Antwort. Lassen Sie uns fortfahren." Er betonte, dass die Ukraine Ende März strategische zehnjährige Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnet hat, die die gemeinsame Entwicklung von Luftverteidigungssystemen und den Austausch von Erfahrungen im Umgang mit Drohnen vorsehen.
Dennoch gesteht Kardakov ein, dass die ukrainischen Unternehmen derzeit nicht in der Lage sind, diese Abkommen praktisch umzusetzen. "Wir sind dort nicht vertreten. Bis jetzt sind diese Verträge nur auf dem Papier", bemerkte er. Kardakov unterstrich, dass frühere Verträge ebenfalls nur auf dem Papier geblieben sind und obwohl viele strategische Abkommen unterzeichnet wurden, ist bisher nur eines in die Tat umgesetzt worden. "Wir arbeiten seit geraumer Zeit an der Genehmigung für den Export von Technologien zur Herstellung von Komponenten im Ausland, und jedes Mal wird uns gesagt: In zwei Wochen wird etwas passieren", fügte er hinzu.
Diese Situation verdeutlicht die Notwendigkeit, bürokratische Hürden zu überwinden, um die Entwicklung des ukrainischen MIK und den Export von Technologien voranzutreiben, was für die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit des Landes angesichts der modernen Herausforderungen von entscheidender Bedeutung ist. Alexander Kardakov, als einer der führenden Köpfe auf diesem Gebiet, hofft auf positive Veränderungen, die es der Ukraine ermöglichen werden, ihr Potenzial im Bereich der Militärtechnologien zu realisieren und auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig zu werden.