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Mercor bietet Geld für Materialien aus früheren Arbeitsplätzen zur Ausbildung von künstlicher Intelligenz an

Das Unternehmen Mercor, das sich auf Technologien der künstlichen Intelligenz spezialisiert hat, bietet Fachleuten aus verschiedenen Branchen Geld für die Bereitstellung von Materialien aus ihren früheren Arbeitsplätzen an, was Besorgnis unter den Arbeitnehmern auslöst.

Die Firma Mercor, bekannt für ihre innovativen Ansätze im Bereich der künstlichen Intelligenz, hat begonnen, Fachkräfte aus verschiedenen Sektoren zu kontaktieren und ihnen Geld anzubieten, wenn sie Materialien aus ihren früheren Anstellungen zur Verfügung stellen. Diese Materialien könnten für das Training von KI-Systemen verwendet werden, was bei vielen Arbeitnehmenden Besorgnis auslöst, da ein Großteil dieser Daten möglicherweise im Besitz ihrer früheren Arbeitgeber ist und durch Verträge geschützt wird.

Laut einem Bericht in der renommierten Zeitung The Wall Street Journal sendet Mercor Anfragen an Fachleute aus unterschiedlichen Industrien, insbesondere aus der Unterhaltungsbranche, und bietet ihnen an, ihre Arbeitsdateien zu verkaufen. Künstler, die im Bereich der visuellen Effekte tätig sind, berichten, dass sie gebeten wurden, Produktionsmaterialien wie 4D-Physik-Szenen, Kameradaten, Tiefeninformationen und Bewegungsverfolgung bereitzustellen. Diese Inhalte sind hochspezialisiert und für Außenstehende nur schwer zugänglich.

Dennoch weist das Magazin darauf hin, dass die meisten dieser Materialien rechtlich den Unternehmen gehören, bei denen sie erstellt wurden. Angestellte und Auftragnehmer unterzeichnen in der Regel Verträge, die die Offenlegung von Betriebsgeheimnissen untersagen. Zudem könnten einige der Daten unter das Urheberrecht und Geheimhaltungsvereinbarungen fallen, was ihre legale Nutzung zusätzlich erschwert.

In einer Stellungnahme gegenüber The Wall Street Journal erklärte Mercor, dass das Unternehmen keine geistigen Eigentumsrechte kaufe. Journalisten berichten jedoch, dass in den Mitteilungen des Unternehmens an potenzielle Verkäufer der Begriff „erwerben“ verwendet wurde. Dies könnte den Eindruck erwecken, dass das Unternehmen tatsächlich die Absicht hat, geistiges Eigentum zu erwerben, auch wenn es dies formal nicht anerkennt.

Mercor ist dafür bekannt, Personen mit branchenspezifischem Wissen für die Teilnahme an der Ausbildung von KI-Modellen zu bezahlen. Häufig handelt es sich um Fachkräfte, die ihre Anstellung verloren haben und an zusätzlichem Einkommen interessiert sind. Gleichzeitig raten Experten jenen, die planen, Materialien aus früheren Arbeitsverhältnissen zu verkaufen, zur Vorsicht, da dies rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Es ist auch erwähnenswert, dass Mercor kürzlich einen massiven Datenleck erlitten hat. Hacker hatten Zugriff auf 4 Terabyte an Informationen, darunter Bewerberprofile, persönliche Daten und Informationen über Arbeitgeber. Diese Daten sind besonders sensibel und unerwünscht für eine Offenlegung, insbesondere im Kontext des Verkaufs geschützter Materialien, was sowohl für das Unternehmen als auch für die Arbeitnehmer schwerwiegende Folgen haben könnte.

Insgesamt wirft die Situation rund um die Angebote von Mercor nicht nur ethische Fragen zur Nutzung von Materialien auf, sondern auch rechtliche Aspekte, die aus solchen Geschäften resultieren können. Fachkräfte, die ähnliche Angebote erhalten, sollten alle Risiken sorgfältig abwägen, bevor sie eine Entscheidung über den Verkauf ihrer Arbeitsmaterialien treffen.