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Lukoil-Nischni Nowgorodnaftorgsynthese stoppt Betrieb nach Angriffen ukrainischer Drohnen. Gouverneur bestätigt Schäden an Werksanlagen — Reuters

Der viertgrößte Ölraffinerie in Russland, bekannt als Lukoil-Nischni Nowgorodnaftorgsynthese (NORSI), hat nach einer Reihe von Angriffen ukrainischer Drohnen seinen Betrieb eingestellt. Laut Informationen von Reuters wird das Werk voraussichtlich nicht vor Ende April dieses Jahres wieder in Betrieb genommen.

Der viertgrößte Ölraffinerie in Russland, bekannt als Lukoil-Nischni Nowgorodnaftorgsynthese (NORSI), hat nach einer Reihe von Angriffen ukrainischer Drohnen seinen Betrieb eingestellt. Laut Informationen, die am 7. April von der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht wurden, wird das Werk voraussichtlich nicht vor Ende April dieses Jahres wieder in Betrieb genommen. Diese Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen auf die bereits angeschlagene Energiesicherheit Russlands.

Die Informationen über die Schließung wurden von Quellen aus der russischen Ölindustrie bestätigt, die mit der Nachrichtenagentur in Kontakt standen. Reuters hebt hervor, dass die vorübergehende Schließung der NORSI-Raffinerie die Unsicherheit im Energiesektor Russlands verstärken wird, der bereits erhebliche Verluste durch regelmäßige Angriffe aus der Ukraine erlitten hat. Besonders betroffen sind dabei die größten Ölexportterminals, die sich an der Schwarzmeer- und Ostsee befinden.

Der Gouverneur der Region Nischni Nowgorod, Gleb Nikitin, bestätigte, dass während der Drohnenangriffe zwei Anlagen der NORSI-Raffinerie getroffen wurden. Er fügte hinzu, dass durch die Angriffe auch ein Kraftwerk sowie mehrere Wohngebäude beschädigt wurden, was die Schwere der Situation unterstreicht. Diese Angriffe verdeutlichen die anhaltenden Spannungen und die Gefahren, denen die russische Infrastruktur ausgesetzt ist.

Laut Angaben der St. Petersburger Internationalen Warenbörse hat die Lukoil Corporation derzeit keinen Benzin, Diesel oder Heizöl, das in dieser Raffinerie produziert wird, zum Verkauf angeboten. Gleichzeitig haben Vertreter von Lukoil auf eine Anfrage von Reuters zur Situation in der Raffinerie nicht reagiert. Dies wirft Fragen zur zukünftigen Versorgungssicherheit auf und könnte die Preise für fossile Brennstoffe weiter destabilisieren.

Die NORSI-Raffinerie ist der zweitgrößte Benzinproduzent in Russland und kann bis zu 16 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr verarbeiten, was etwa 320.000 Barrel pro Tag entspricht. Diese Raffinerie ist ein wichtiger Bestandteil der russischen Öl-Infrastruktur, und ihre Schließung könnte ernsthafte Folgen für den Energiesektor des Landes haben. Die Abhängigkeit Russlands von dieser Raffinerie verdeutlicht die kritische Rolle, die sie in der nationalen Wirtschaft spielt.

Am 7. April berichtete der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte, dass die Verteidigungskräfte erneut das Ölterminal Ust-Luga Oil in der Leningrader Oblast Russlands getroffen haben. Vorläufigen Berichten zufolge wurden bei dem Angriff drei Tanks, die der Firma Transneft-Baltika gehören, beschädigt. Dieses Objekt ist ein wichtiger Bestandteil der Exportinfrastruktur für Ölprodukte Russlands, deren Einnahmen zur Finanzierung der militärischen Aggression gegen die Ukraine verwendet werden.

Darüber hinaus wurden am 5. April bei einem Angriff auf den Hafen „Transneft-Port Primorsk“ drei Tanks des Typs RVSP-20000 beschädigt, was zu einem Brand von Ölprodukten führte. Diese Tanks haben ein Volumen von 20.000 Kubikmetern und werden für die langfristige Lagerung von Öl und anderen leicht entzündlichen Flüssigkeiten verwendet, wie ukrainische Offiziere erklärten. Solche Angriffe zeigen die Verwundbarkeit der russischen Ölindustrie und deren Infrastruktur auf.

Auch bei dem Angriff auf die Lukoil-Nischni Nowgorodnaftorgsynthese am 5. April wurden Elemente der Rohölverarbeitungsanlagen AVT-6 und AVT-1 sowie die Anlage 19/6, die zur Herstellung von Bitumen verwendet wird, beschädigt. Diese Fakten unterstreichen die Schwere der Folgen der Angriffe auf russische Raffinerien und werfen Fragen zur zukünftigen Stabilität der Ölversorgung auf. Die anhaltenden Angriffe auf kritische Infrastruktur könnten die russische Wirtschaft weiter destabilisieren und die geopolitischen Spannungen in der Region verstärken.