Libyen schließt Vereinbarung mit der Ukraine über die Stationierung von 200 ukrainischen Soldaten auf seinem Territorium
Libyen hat eine Vereinbarung mit der Ukraine getroffen, die die Stationierung von 200 ukrainischen Soldaten auf seinem Territorium vorsieht. Im Gegenzug wird die Ukraine Schulungen im Bereich der Drohnentechnologie anbieten und Investitionen in verschiedene Sektoren der libyschen Wirtschaft tätigen.
Libyen hat eine bedeutende Vereinbarung mit der Ukraine unterzeichnet, die die Stationierung von 200 ukrainischen Soldaten auf seinem Territorium vorsieht. Diese Soldaten werden an drei verschiedenen Standorten in Libyen stationiert, was die militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern weiter vertieft. Im Gegenzug verpflichtet sich die Ukraine, Schulungen im Bereich der Drohnentechnologie anzubieten und Investitionen in verschiedene Sektoren der libyschen Wirtschaft zu tätigen.
Berichten des französischen Mediums RFI zufolge haben die ukrainischen Soldaten bereits die Möglichkeit, Angriffe auf russische Schiffe des Schattenflotten in der Mittelmeerregion durchzuführen, indem sie ihre Basis in Libyen nutzen. Diese militärische Präsenz könnte die Dynamik im Mittelmeerraum erheblich verändern und die militärischen Operationen der Ukraine gegen russische Interessen unterstützen.
Nach Informationen von informierten libyschen Quellen sind die ukrainischen Soldaten in der Luftwaffenakademie in Misrata stationiert. An diesem Standort sind auch Truppen aus der Türkei, Italien, den USA (Afrikanisches Kommando) und ein britisches Aufklärungszentrum präsent. Diese militärische Basis ermöglicht es den ukrainischen Streitkräften, mit anderen internationalen Kräften, die in der Region aktiv sind, zu interagieren und gemeinsame Strategien zu entwickeln.
Zusätzlich verfügt die Ukraine über eine gut ausgestattete Basis zur Durchführung von Luft- und Marineoperationen in der Stadt Zawiya, die etwa 50 Kilometer nördlich von Tripolis liegt. Diese Einrichtung ermöglicht es den ukrainischen Streitkräften, ihre Missionen in der Region effektiv durchzuführen, einschließlich Operationen gegen russische Schiffe, die in den Gewässern des Mittelmeers operieren.
Ein dritter Standort, an dem ukrainische Soldaten stationiert sind, befindet sich im Hauptquartier der 111. Brigade der libyschen Armee. Dieses Hauptquartier wird für Koordinationsbesprechungen zwischen den ukrainischen Streitkräften und dem libyschen Kommando genutzt, was die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern unterstreicht.
Das von Libyen zur Verfügung gestellte Land für die ukrainischen Soldaten hat direkten Zugang zum Meer. Im Oktober und November des vergangenen Jahres wurden an diesem Standort Arbeiten zur Verstärkung des Geländes sowie zur Errichtung von Start- und Landebahnen und Antennen durchgeführt. Dies deutet auf die Ernsthaftigkeit der Absichten beider Länder hin, ihre militärische Zusammenarbeit auszubauen.
Laut RFI wurde die Stationierung der ukrainischen Soldaten in Libyen durch eine offizielle Anfrage des Militärattachés der Ukraine in Algerien, General Andriy Bayuk, ermöglicht. Im Oktober wurde eine Vereinbarung zur Etablierung einer ukrainischen Präsenz in Libyen unterzeichnet, die neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten eröffnet.
Im Austausch für die ukrainische militärische Präsenz erhält Libyen Schulungen für seine eigenen Streitkräfte, insbesondere im Umgang mit Drohnen. Die Vereinbarung sieht auch den Verkauf von Waffen sowie ukrainische Investitionen im libyschen Ölsektor vor, was die wirtschaftliche Situation im Land erheblich verbessern könnte.
Dank ihrer Infrastruktur in Libyen haben ukrainische Streitkräfte bereits Angriffe auf zwei russische Schiffe des Schattenflotten durchgeführt. Ein Beispiel hierfür ist der Angriff am 19. Dezember des vergangenen Jahres auf den Tanker QENDIL, auf dem sich etwa zehn hochrangige russische Geheimdienstler befanden, die sich als Seeleute verkleidet hatten. Dieser Vorfall unterstreicht die Aktivität der ukrainischen Streitkräfte in der Region und ihre Fähigkeit, Operationen gegen den Feind durchzuführen.
Im Januar veröffentlichten das russische Projekt Zentrum Dossier und der norwegische Rundfunk NRK ebenfalls eine Untersuchung, die besagte, dass sich an Bord des Tankers QENDIL Vertreter der Wagner-Gruppe und der russischen Aufklärung (GRU) befanden, die formell als Sicherheitskräfte arbeiteten. Dies zeigt, dass die ukrainischen Streitkräfte nicht nur in der Lage sind, ihre Interessen zu verteidigen, sondern auch aktiv gegen russische Kräfte in der Region vorzugehen.
RFI berichtet, dass bei dem Angriff auf den Tanker QENDIL zwei Personen ums Leben kamen und sieben weitere verletzt wurden. Unter den Toten befand sich General Andriy Averyanov, ein hochrangiger Mitarbeiter der russischen Aufklärung, was die Ernsthaftigkeit der Folgen dieser Operation unterstreicht.
Gemäß der Untersuchung steht die Ukraine auch hinter dem Angriff auf den russischen Gasschiff Arctic Metagaz, das verflüssigtes Erdgas transportierte. Das russische Verkehrsministerium beschuldigte die Ukraine, den Angriff verübt zu haben, und behauptete, dass der Tanker von ukrainischen Marine-Drohnen getroffen wurde. Dies demonstriert erneut die Aktivität der ukrainischen Streitkräfte im Kampf gegen russische Militärschiffe im Mittelmeer.