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Leiter der ungarischen Oppositionspartei Tisa, Peter Madyar, kündigt pragmatischen Ansatz gegenüber Russland an

Peter Madyar, der Vorsitzende der ungarischen Oppositionspartei Tisa, hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP betont, dass seine zukünftige Regierung einen pragmatischen Ansatz in den Beziehungen zu Russland verfolgen wird. Dies deutet auf eine mögliche Wende in der ungarischen Außenpolitik hin, die derzeit von Viktor Orbáns Regierung geprägt ist.

Peter Madyar, der Vorsitzende der ungarischen Oppositionspartei Tisa, hat in einer bedeutenden Erklärung zur Außenpolitik Ungarns hervorgehoben, dass seine zukünftige Regierung plant, einen pragmatischen Ansatz in den Beziehungen zu Russland zu verfolgen. Diese Informationen gab er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP bekannt, was auf seine Absicht hinweist, den derzeitigen Kurs zu ändern, den die Regierung unter Viktor Orbán verfolgt.

Madyar stellte klar, dass er trotz seines pragmatischen Ansatzes die gegenwärtige Annäherung zwischen Ungarn und der Russischen Föderation, die unter der Leitung von Premierminister Orbán stattfindet, verurteilt. "Pragmatismus bedeutet, dass wir uns nicht in die inneren Angelegenheiten Russlands einmischen und sie sich nicht in unsere Angelegenheiten einmischen. Wir sind zwei souveräne Länder und respektieren einander, aber wir müssen uns nicht unbedingt mögen", betonte er und zeigte damit sein Bestreben nach einer unabhängiger gestalteten Außenpolitik.

Darüber hinaus kritisierte Peter Madyar die Regierung Orbáns für ihre Unfähigkeit, das Energiemix des Landes zu diversifizieren. Er sprach sich für den Abschluss neuer Verträge und den Bau neuer Infrastrukturen aus, um Öl und Gas aus anderen Quellen nach Ungarn zu liefern, das bekanntlich keinen Zugang zum Meer hat. "Das bedeutet nicht, dass wir morgen auf russisches Öl verzichten sollten", bemerkte er und betonte die Notwendigkeit einer rationalen Nutzung der Ressourcen der Europäischen Union.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass Orbán am 16. Februar während einer Pressekonferenz mit dem US-Staatssekretär Marco Rubio die Ukraine beschuldigte, sich in die ungarischen Wahlen einzumischen, was die Beziehungen zwischen den Ländern weiter verschärfte. Dieser Vorfall spiegelt die komplexe politische Situation in der Region und die inneren Spannungen in Ungarn wider.

Laut einer Umfrage des Instituts für öffentliche Meinung und Marktforschung Medián, die vom 17. bis 20. März durchgeführt wurde, gewinnt die Oppositionspartei Tisa weiterhin an Popularität unter den Wählern im Vorfeld der Parlamentswahlen, die für den 12. April geplant sind. Den Ergebnissen der Umfrage zufolge liegt die Tisa-Partei 16 Prozentpunkte vor der regierenden Fidesz-Koalition, was auf eine wachsende Unterstützung für die Opposition hinweist.

Am 23. März erklärte Madyar zudem, dass im Falle eines Sieges seiner Partei die Schlüsselmitarbeiter von Premierminister Orbán aus ihren Ämtern entfernt werden, wobei er dessen Umfeld als "Mafia" bezeichnete. Diese Aussage unterstreicht die Entschlossenheit der Opposition, Veränderungen im Land herbeizuführen.

Am 1. April berichtete Reuters, dass laut den Ergebnissen zweier Umfragen 56% der Wähler, die sich entschieden haben, die Tisa-Partei unterstützen, was einen Anstieg um 3% im Vergleich zu Anfang März darstellt. Gleichzeitig erhielten die Fidesz-Partei 37% der Stimmen, was einen Rückgang um 2% im Vergleich zu drei Wochen zuvor bedeutet. Rund 26% der Wähler sind derzeit noch unentschlossen, was auf mögliche Veränderungen im politischen Landschaft des Landes hinweist.

Die Parlamentswahlen in Ungarn finden am 12. April 2026 statt, um die Mitglieder der neuen Nationalversammlung zu wählen. Viktor Orbán, der Vorsitzende der Fidesz-Partei, ist seit 2010 Premierminister des Landes und gehört damit zu den am längsten amtierenden Führern in der Geschichte Ungarns. Die Situation im Land bleibt angespannt, und die Ergebnisse der bevorstehenden Wahlen könnten den politischen Kurs Ungarns in den kommenden Jahren erheblich beeinflussen.