Lavrov signalisiert, dass Russland die von den USA unterstützte UN-Resolution zur Straße von Hormuz blockieren könnte
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat am Freitag erklärt, dass der von Bahrain angeführte Entwurf einer Resolution zur Straße von Hormuz, der von den USA unterstützt wird, nicht vom UN-Sicherheitsrat genehmigt werden kann, da er kaum zu einer friedlichen Lösung des Konflikts führen wird.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat am Freitag in Moskau während einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit dem ägyptischen Außenminister Sameh Shoukry betont, dass der aktuelle Entwurf einer Resolution zur Straße von Hormuz, der von Bahrain initiiert und von den USA unterstützt wird, nicht genehmigt werden kann. Er argumentierte, dass selbst die abgeschwächte Formulierung, die "alle notwendigen Verteidigungsmaßnahmen" erlaubt, den Staaten, die an dem Konflikt beteiligt sind, zu viel Spielraum lasse, um zu entscheiden, wann der Einsatz von Gewalt gerechtfertigt sei.
Lawrows Aussagen deuten darauf hin, dass Russland bereit sein könnte, ein Veto gegen diese Initiative einzulegen. Er warnte, dass eine Genehmigung dieser Resolution die Gefahr birgt, Aggressionen in der Region zu legitimieren. Diese deutlichen Worte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen im Persischen Golf zunehmen und die Kontrolle über die Straße von Hormuz, eine wichtige Wasserstraße für den Öltransport, zunehmend umstritten ist.
Der letzte Entwurf, der von Bahrain vorgelegt wurde, wurde erheblich abgeschwächt, nachdem er auf Widerstand von Ländern gestoßen war, die ein Vetorecht im UN-Sicherheitsrat haben, darunter China, Russland und Frankreich. Diese Länder hatten sich gegen die vorherige Formulierung ausgesprochen, die es den Staaten erlaubte, "alle notwendigen Mittel" einzusetzen, um die Sicherheit der Straße zu gewährleisten. Diese Kontroversen haben das ursprünglich für den 3. April geplante Abstimmung verzögert.
China hat ebenfalls öffentlich gegen jede Formulierung Stellung bezogen, die den Einsatz von Gewalt legitimieren könnte. Der chinesische UN-Botschafter Fu Cong warnte, dass "jede solche Ermächtigung unweigerlich zu einer weiteren Eskalation und schwerwiegenden Konsequenzen führen wird" und forderte die Mitglieder des Rates auf, sich auf eine politische Lösung zu konzentrieren.
In der Zwischenzeit hat Teheran einen eigenen Vorschlag zur Verwaltung der Straße von Hormuz unterbreitet. Iran hat erklärt, dass es mit dem benachbarten Oman an einem System arbeitet, das von Schiffen verlangen wird, Genehmigungen und spezielle Lizenzen für die Durchfahrt durch diese Wasserstraße zu erhalten. Diese Initiative könnte die Kontrolle über die strategisch wichtige Wasserstraße weiter komplizieren.
Die Situation verdeutlicht die wachsenden Spannungen in der Region, in der der Zugang zur Straße von Hormuz, die eine Schlüsselrolle im globalen Öltransport spielt, zunehmend umstritten ist. Angesichts dieser Entwicklungen beobachtet die internationale Gemeinschaft die Situation genau, da jede Entscheidung des UN-Sicherheitsrates ernsthafte Auswirkungen auf die Stabilität in der Region haben könnte.
Gleichzeitig wandte sich der iranische Außenminister Mohsen Araghchi an Lawrow, um Unterstützung bei der Blockierung der UN-Resolution zu erhalten. Dies unterstreicht die Bedeutung der russischen Unterstützung für Teheran in dieser sensiblen Situation. Es war der erste öffentlich bekannte Kontakt zwischen den iranischen und russischen Außenministern seit dem Vorfall mit der Aufklärung, was auf die zunehmenden Spannungen und die Notwendigkeit diplomatischer Bemühungen zur Lösung des Konflikts hinweist.