Kyiv Post

Kiew deckt Betrug im Bereich der Minenräumung auf

Am Donnerstag, den 19. Oktober 2023, gab das Staatliche Ermittlungsbüro der Ukraine (DBR) bekannt, dass eine betrügerische Masche im Bereich der Minenräumung aufgedeckt wurde, bei der Verdächtige durch Täuschung staatliche Mittel erlangten.

Am Donnerstag, den 19. Oktober 2023, hat das Staatliche Ermittlungsbüro der Ukraine (DBR) eine betrügerische Masche im Bereich der Minenräumung aufgedeckt. Die Verdächtigen sollen durch Täuschung staatliche Mittel in Höhe von 6,3 Millionen Hrywnja, was etwa 144.000 US-Dollar entspricht, erlangt haben, indem sie behaupteten, Gebiete geräumt zu haben, die bereits zuvor von Minen befreit worden waren.

Laut Informationen des DBR haben die Verdächtigen im Mai 2025 Ausschreibungen für die Minenräumung von Flächen in der Region Cherson gewonnen, die insgesamt 122 Hektar (301 Acres) umfassen. Diese Flächen waren jedoch bereits in den Jahren 2023 und 2024 mit Mitteln des EU-Programms „Fonds der Ukraine“ von Minen befreit worden. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Gebiete bereits von lokalen Landwirten bewirtschaftet, was darauf hinweist, dass keine Minenräumungsarbeiten erforderlich waren.

Unter den Verdächtigen befindet sich laut DBR der Direktor eines privaten Minenräumungsunternehmens sowie der Leiter einer Sprenggruppeneinheit. In einer Pressemitteilung des DBR heißt es: „Tatsächlich waren diese Gebiete bereits in den Jahren 2023 und 2024 von explosiven Stoffen befreit worden, und das Land wurde von Landwirten bearbeitet. Trotz dieser Tatsache entschieden sich die Angeklagten, lediglich die Durchführung der Arbeiten zu simulieren, um Gelder zu erhalten.“

Die Stadtstaatsanwaltschaft Kiew gab in einer separaten Pressemitteilung bekannt, dass das Minenräumungsunternehmen, das Gegenstand der Ermittlungen ist, in Kiew registriert ist. Dort hätten die Komplizen „mehrere kontrollierte Unternehmen“ gegründet, um an den Ausschreibungen zur Minenräumung teilzunehmen. Dies deutet darauf hin, dass die Betrüger organisiert handelten und es schafften, den Anschein der Legitimität ihrer Handlungen zu erwecken.

Das DBR stellte außerdem fest, dass die Verdächtigen die Notwendigkeit der Minenräumung fälschten, indem sie „Objekte, die an Munition erinnern“, für Überprüfungen platzierten. Anschließend wurden falsche Daten eingegeben, um die Durchführung der Minenräumungsarbeiten zu simulieren. „Um den Anschein einer Minenräumung zu erwecken, wurden die Sprengmeister auf die Felder geschickt, um demonstrative Aktionen durchzuführen: das Graben von Erde, das Platzieren von Objekten, die an Munition erinnern, und deren 'Entdeckung' während der Überprüfung“, berichtete das DBR.

Daraufhin wurden Abschlussberichte mit falschen Daten erstellt, die unter anderem von den Nutzern des Landes unterzeichnet wurden. Die Stadtstaatsanwaltschaft Kiew teilte ebenfalls mit, dass die Landwirte, die an diesem Betrug beteiligt waren, bereits angeklagt worden sind.

Dieser Fall verdeutlicht die ernsthaften Probleme im Bereich der Kontrolle staatlicher Ausgaben in der Ukraine, insbesondere in Kriegszeiten, in denen jeder Hrywnja so effizient wie möglich eingesetzt werden muss. Betrug im Bereich der Minenräumung ist besonders gefährlich, da er das Leben von Menschen gefährdet, die in bereits geräumte Gebiete zurückkehren.

Die Strafverfolgungsbehörden setzen die Ermittlungen fort, um alle Beteiligten an diesem Betrugssystem zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Es ist wichtig, dass die ukrainische Gesellschaft über solche Fälle informiert ist und die Bemühungen des Staates im Kampf gegen Korruption und Betrug unterstützt.