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Kriminalverfahren gegen Bloggerin Olena Mandziuk eingestellt. Gutachten bestätigt, dass ihre Aussagen keine Anzeichen von Hassrede enthielten

Das gegen die Bloggerin Olena Mandziuk eingeleitete Kriminalverfahren wurde eingestellt, nachdem eine Expertenanalyse bestätigte, dass ihre Äußerungen keine Anzeichen von Hassrede aufwiesen. Mandziuk berichtete von erheblichem Druck seitens des Abgeordneten Oleksiy Honcharenko während der Ermittlungen.

Das Kriminalverfahren, das sich gegen die Bloggerin Olena Mandziuk richtete und auf Initiative des Volksabgeordneten Oleksiy Honcharenko eingeleitet wurde, ist nun eingestellt worden. Dies gab die Bloggerin selbst auf ihrer Instagram-Seite bekannt und betonte, dass sie während der Ermittlungen erheblichen Druck von Seiten des Abgeordneten erfahren habe.

Olena Mandziuk erklärte, dass Oleksiy Honcharenko „persönlich politischen, finanziellen und sozialen Druck“ auf sie ausgeübt habe, was zu gravierenden Konsequenzen für ihr Leben und ihre Aktivitäten geführt habe. Laut ihren Aussagen habe der Abgeordnete eine Welle des Mobbings gegen sie ausgelöst, die dazu führte, dass sie den Zugang zu ihren sozialen Medien verlor und zudem „schreckliche Morddrohungen“ gegen sich und ihre Kinder erhielt.

Die Bloggerin warf Honcharenko auch vor, sich an ihre Werbepartner gewandt zu haben mit der Bitte, die Zusammenarbeit mit ihr zu beenden, was zu einem Verlust von 90% ihres Einkommens führte. Dies habe wiederum ihre Möglichkeiten zur Finanzierung von Operationen für Soldaten, die ihr Gehör verloren haben, stark eingeschränkt und die finanzielle Situation ihrer Familie gefährdet.

Um ihre Aussagen zu untermauern, veröffentlichte Olena Mandziuk das Ergebnis einer linguistischen Expertise des Innenministeriums, in der festgestellt wurde, dass ihre Äußerung: „meine Kinder können für die russische Sprache bestraft werden“ keine Anzeichen von nationaler, regionaler, rassistischer oder religiöser Hetze enthielt. Sie betonte, dass dieser Fall eine „reine Manipulation“ gewesen sei, die darauf abzielte, ihren Namen, ihren Ruf und ihr öffentliches Engagement zu zerstören.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat Oleksiy Honcharenko keine Stellungnahme zur Einstellung des Verfahrens abgegeben. Im August dieses Jahres wurde gegen Olena Mandziuk ein Kriminalverfahren nach Teil 1 des Artikels 161 des Strafgesetzbuches der Ukraine eröffnet, der sich mit der Verletzung der Gleichheit der Bürger befasst. Dies geschah, nachdem sie geäußert hatte, dass ihre Kinder „für die russische Sprache bestraft werden könnten“. Der Initiator der Anzeige bei der Polizei war der Abgeordnete Oleksiy Honcharenko.

Der Anlass für diese Anzeige war ein Kommentar der Bloggerin in sozialen Medien, in dem sie ihre Emotionen zur russischen Sprache zum Ausdruck brachte. Mandziuk stellte klar, dass ihre Äußerungen eine „emotionale Übertreibung“ gewesen seien, die sie verwendet habe, um ihre Einstellung zu allem Russischen zu erklären.

Darüber hinaus kritisierte Olena Mandziuk aktiv eine andere Bloggerin, Anna Alchim, wegen ihrer Haltung zur ukrainischen Sprache und der offenen Propagierung russischer Musik. Nach einer Eskalation des Konflikts zwischen den beiden erklärte Mandziuk, dass sie begann, Drohungen zu erhalten. Sie legte Screenshots vor, die ihre Aussagen bestätigen.

Am 24. März berichtete die Bloggerin, dass ihr Hund vergiftet worden sei, was ein weiteres Zeichen des Drucks darstelle, dem sie ausgesetzt war. Diese Situation erregte großes Aufsehen in der Gesellschaft und lenkte die Aufmerksamkeit auf das Problem des Mobbings in sozialen Netzwerken.

Somit stellt die Einstellung des Kriminalverfahrens einen wichtigen Schritt im Fall von Olena Mandziuk dar, die weiterhin für ihren Ruf und ihre Rechte im Angesicht des Drucks durch Politiker und die Gesellschaft kämpft.