Kreml sieht sich harter Reaktion der Bevölkerung wegen verschärfter Zensur gegenüber, - ISW-Analysten
Der Kreml hat ernsthafte Schwierigkeiten im Umgang mit der russischen Bevölkerung, da die jüngsten Verschärfungen der Zensur eine unerwartet heftige Reaktion der Bürger ausgelöst haben. Dies geht aus einem Bericht des Instituts für Kriegsstudien (ISW) hervor, der am 4. April veröffentlicht wurde.
Der Kreml hat ernsthafte Schwierigkeiten im Umgang mit der russischen Bevölkerung, da die jüngsten Verschärfungen der Zensur eine unerwartet heftige Reaktion der Bürger ausgelöst haben. Dies geht aus einem Bericht des Instituts für Kriegsstudien (ISW) hervor, der am 4. April veröffentlicht wurde. Der Bericht hebt hervor, dass das Vertrauen in Präsident Wladimir Putin erheblich gesunken ist, was auf eine zunehmende Unzufriedenheit innerhalb der Gesellschaft hinweist.
Laut einer Umfrage des Forums für öffentliche Meinung (FOM) ist der Vertrauensindex für Putin von 76 % auf 71 % gefallen, was einen Rückgang um fünf Prozentpunkte darstellt. Dieses Rückgang ist der größte seit 2019 und zeigt, dass die Unzufriedenheit unter der Bevölkerung wächst. Wöchentliche Umfragen des FOM belegen, dass das Vertrauen in den Präsidenten seit dem 8. Februar 2026 kontinuierlich sinkt, was Experten auf die Einschränkung der Telegram-Nutzung zurückführen, die am 9. und 10. Februar begann.
Am 3. April berichtete das russische Medium Wichtige Geschichten, dass einige Propagandisten und Z-Blogger begonnen haben, offen ihr Unverständnis über die Maßnahmen des Kremls zur Blockierung von Telegram zu äußern. Sie beklagen, dass Moskau erhebliche Mittel für die Zensur aufwendet, während die Preise für Waren steigen und die russischen Streitkräfte ohne effektive Kommunikationsmittel auf dem Schlachtfeld dastehen.
Russische Beamte versuchen, einen Ausweg aus der angespannten Situation zu finden, da die negative Reaktion der Gesellschaft, insbesondere unter ultranationalistischen Milbloggern, immer deutlicher wird. In den letzten Wochen haben Beamte widersprüchliche Aussagen zur Politik des Kremls in Bezug auf Telegram gemacht, was auf das Fehlen einer klaren Strategie in Fragen der Zensur hinweist. Die Behörden scheinen mit einer größeren negativen Reaktion konfrontiert zu sein, als sie erwartet hatten, was den ISW-Bericht bestätigt.
Der Gründer von Telegram, Pawel Durov, äußerte sich zu den Versuchen des Kremls, den Messenger und virtuelle private Netzwerke (VPN) zu verbieten. Er stellte fest, dass 65 Millionen Russen weiterhin täglich VPN nutzen, um Zugang zu sozialen Netzwerken zu erhalten. Durov betonte, dass die Maßnahmen des Kremls zu erheblichen Störungen bei den Zahlungs- und Überweisungsdiensten mehrerer russischer Banken geführt haben.
Laut dem Dienst Downdetector funktionierte der Messenger Telegram am 16. März in Russland nahezu vollständig nicht mehr, sowohl die mobile App als auch die Webversion waren betroffen. Zuvor hatte die Roskomnadzor erklärt, dass der Messenger „die Anforderungen der russischen Gesetzgebung nicht erfüllt“, weshalb seine Nutzung schrittweise eingeschränkt werden sollte. Im Februar hatte sich die Verbindung bei Telegram tatsächlich verschlechtert, was Panik auf den Propagandakanälen auslöste, da die russischen Besatzer an der Front nicht mehr über Telegram kommunizieren konnten.
Durov erklärte auch, dass die russischen Behörden versuchen, ihre Bürger dazu zu zwingen, auf eine staatliche Anwendung umzusteigen, die für Überwachung und politische Zensur entwickelt wurde. Dieser Messenger, bekannt als nationaler Messenger MAX, wird vollständig von den russischen Geheimdiensten kontrolliert. Somit verschärft sich die Zensursituation in Russland weiter, was sowohl unter der Bevölkerung als auch unter Analysten Besorgnis auslöst.