Klimkin: Zur Zerstörung iranischer Raketen könnten die USA taktische Atomwaffen einsetzen
Der ehemalige ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin hat in einem Interview erklärt, dass die Vereinigten Staaten möglicherweise taktische Atomwaffen einsetzen müssen, um alle iranischen Raketen zu zerstören. Diese Aussage hat in der Expertenwelt für großes Aufsehen gesorgt.
Der ehemalige Außenminister der Ukraine von 2014 bis 2019, Pawlo Klimkin, äußerte sich in einem Interview bei Radio NV zu den militärischen Herausforderungen, die die USA im Umgang mit dem Iran erwarten. Er erklärte, dass die Vereinigten Staaten, um alle iranischen Raketen zu neutralisieren, gezwungen sein könnten, taktische Atomwaffen mit geringer Sprengkraft einzusetzen. Diese Einschätzung von Klimkin hat in der internationalen Sicherheits- und Militärstrategiedebatte erhebliche Aufmerksamkeit erregt.
Im Verlauf des Interviews betonte Klimkin, dass die Ziele von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran nur „sehr begrenzt“ erreicht worden seien. Er verwies auf Schätzungen von Freunden, die Zugang zu nicht öffentlichen Informationen haben, wonach bis heute etwa ein Drittel der iranischen Raketenbestände zerstört worden seien. Dies verdeutlicht, dass trotz zahlreicher militärischer Operationen das Problem mit den iranischen Raketen nach wie vor akut bleibt.
Klimkin fügte hinzu, dass der Iran seine Raketen in „Basalten, in Graniten, in Tiefen von 300 bis 400 Metern“ versteckt. Diese Gegebenheiten stellen eine erhebliche Herausforderung für die US-Streitkräfte dar, da selbst die Bomben, die Trump gegen die Nuklearanlage in Fordo eingesetzt hat, nicht in der Lage sind, solche Tiefen zu erreichen. „Die einzige realistische Möglichkeit wäre der Einsatz von taktischen Atomwaffen, aber das ist eine ganz andere Welt. Das würde alle Regeln, an die viele geglaubt haben und an die sich viele gehalten haben, grundlegend ändern. Es wäre ein fundamentaler Sprung in der Verbreitung dessen, was möglich und was unmöglich ist. Ich glaube nicht, dass Trump jetzt ruhig damit umgehen würde“, so Klimkin weiter.
Am 6. April berichtete der Nachrichtensender CNN, dass Länder, die an der Beendigung des Krieges im Iran arbeiten, einen 45-tägigen Waffenstillstandsplan ausgearbeitet haben. Allerdings hat US-Präsident Donald Trump dieses Dokument nicht unterstützt, was auf erhebliche Meinungsverschiedenheiten in den Ansätzen zur Lösung des Konflikts hinweist.
Es wird erwartet, dass Trump am 6. April um 13:00 Uhr Washingtoner Zeit (20:00 Uhr Kiewer Zeit) auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus zur Kriegssituation Stellung nehmen wird. Dies könnte ein entscheidender Moment in der Entwicklung der Ereignisse sein, da seine Aussagen die zukünftigen Handlungen der USA in der Region beeinflussen könnten.
CNN berichtete zudem, dass Pakistan, Ägypten und die Türkei als Vermittler zwischen den beiden kriegführenden Ländern aufgetreten sind, jedoch die indirekten Verhandlungen in der vergangenen Woche ins Stocken geraten sind und die Bemühungen um die Organisation eines persönlichen Treffens offenbar eingestellt wurden. Dies unterstreicht die Komplexität der Situation und die Schwierigkeiten, mit denen die Länder konfrontiert sind, die versuchen, durch Vermittlung den Konflikt zu lösen.
Am 5. April stellte Trump dem Iran ein neues Ultimatum und gab Teheran 48 Stunden Zeit, um die Straße von Hormuz zu öffnen. Er äußerte sich scharf und drohte mit Angriffen auf iranische Kraftwerke und Brücken, sollte es zu keiner Einigung kommen. Dies zeigt, dass die Situation angespannt bleibt und die Möglichkeit einer Eskalation des Konflikts hoch ist.
Als Reaktion auf die Drohungen der USA erklärte Teheran, dass im Falle weiterer Angriffe auf die Infrastruktur des Iran „die Tore zur Hölle“ für die USA und Israel geöffnet würden. Laut CNN erklärte Teheran zudem, dass die Straße von Hormuz erst nach einer finanziellen Entschädigung für die durch den Krieg entstandenen Schäden vollständig geöffnet werde. Dies könnte die Verhandlungen erschweren und zu neuen Konflikten in der Region führen.
Am 6. April berichtete das Nachrichtenportal Axios, dass die USA und der Iran mit Hilfe von Vermittlern über die Bedingungen eines potenziellen 45-tägigen Waffenstillstands diskutieren, der zu einem endgültigen Ende des Krieges führen könnte. Dies zeigt, dass trotz der angespannten Lage beide Seiten weiterhin nach Möglichkeiten für eine friedliche Lösung des Konflikts suchen.
Am selben Tag berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Quellen, dass der Iran ein Angebot zur Beendigung des Krieges mit den USA und Israel abgelehnt hat, bei dem Teheran die Straße von Hormuz für einen Waffenstillstand hätte öffnen sollen. Dies bestätigt erneut die Komplexität und Verwirrung der Situation, mit der die Länder in der Region konfrontiert sind.