Kasachstan verzichtet auf russische Unternehmen beim Bau von Heizkraftwerken
Kasachstan hat offiziell die Zusammenarbeit mit russischen Unternehmen beim Bau neuer Heizkraftwerke in den Städten Kokshetau, Semey und Ust-Kamenogorsk abgelehnt. Dieses bedeutende Entscheidung wurde durch einen Bericht in den Moscow Times bekannt.
Kasachstan hat offiziell die Zusammenarbeit mit russischen Unternehmen beim Bau neuer Heizkraftwerke in den Städten Kokshetau, Semey und Ust-Kamenogorsk abgelehnt. Dieses bedeutende Entscheidung wurde durch einen Bericht in den Moscow Times bekannt, in dem es heißt, dass Kasachstan plant, diese Projekte eigenständig umzusetzen und ausländische Partner zu gewinnen.
Insbesondere wird das Heizkraftwerk in Kokshetau ohne die Beteiligung russischer Unternehmen gebaut, während die beiden anderen Heizkraftwerke in Semey und Ust-Kamenogorsk durch ein kasachisch-singapurisches Konsortium unter Beteiligung der Firma Samruk-Energo realisiert werden. Der Start des Heizkraftwerks in Kokshetau ist für das erste Quartal 2029 geplant, und die Kosten dieses Projekts werden auf etwa 300 Milliarden Tenge geschätzt, was ungefähr 645 Millionen US-Dollar entspricht.
Im Gegensatz dazu werden die Heizkraftwerke in Semey und Ust-Kamenogorsk teurer sein – etwa 400 Milliarden Tenge oder 860 Millionen US-Dollar. Die Inbetriebnahme beider Stationen ist für Ende 2029 vorgesehen. Der Vize-Energieminister von Kasachstan, Sunkat Yesimkhanov, betonte, dass alle neuen Heizkraftwerke mit modernen chinesischen Technologien ausgestattet werden, die den ökologischen Anforderungen entsprechen.
Ein wichtiger Bestandteil der neuen Projekte wird die Verwendung der Technologie „saubere Kohle“ sowie Elemente der künstlichen Intelligenz sein, die die Effizienz erhöhen und die negativen Auswirkungen auf die Umwelt verringern sollen. Zunächst hatte Kasachstan die Möglichkeit in Betracht gezogen, diese Heizkraftwerke in Zusammenarbeit mit Russland zu bauen, jedoch entschied sich das Land aufgrund fehlender Informationen über die Gewährung von vergünstigten Finanzierungen seitens Russland, die Projekte eigenständig umzusetzen.
Laut dem Vertrag sollte die Finanzierung des Projekts durch russische Banken sichergestellt werden, die Kredite mit einer Laufzeit von 15 Jahren bereitstellen sollten. Allerdings gab es, wie im Bericht erwähnt, Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Projekts und der Subventionierung des Zinssatzes für den Erwerb der erforderlichen Ausrüstung. Diese Probleme führten letztendlich zur Ablehnung der Zusammenarbeit mit russischen Unternehmen.
Es sei daran erinnert, dass die Vereinbarung über den Bau von Heizkraftwerken auf dem Territorium Kasachstans im November 2023 während des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Land getroffen wurde. Zunächst wurde die Gesamtkosten für den Bau der Anlagen auf 2,7 Milliarden US-Dollar geschätzt, und der Generalunternehmer sollte der russische Holding Inter RAO sein.
Darüber hinaus hat Kasachstan das Schema für den Bau des dritten Energieblocks des Ekibastuz GRES-2 überarbeitet und auf russische Turbinen und Generatoren verzichtet. Neuer Ausrüster ist das chinesische Unternehmen Harbin Electric International, was auf die wachsende Zusammenarbeit Kasachstans mit China im Energiesektor hinweist.
Diese Veränderungen in der Energiepolitik Kasachstans zeigen das Bestreben des Landes, in wichtigen Infrastrukturprojekten unabhängig zu werden und die Abhängigkeit von russischen Unternehmen zu verringern. Dies könnte weitreichende Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und die Energiesicherheit haben.