Kaliforniens Gouverneurskandidat Tom Steyer schlägt Steuer auf KI-Nutzung zur Finanzierung von Bildung und Umschulung vor
Der milliardenschwere Gouverneurskandidat Kaliforniens, Tom Steyer, hat eine Steuer auf die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) vorgeschlagen, um Bildung, Umschulungen und finanzielle Unterstützung für von Automatisierung betroffene Arbeitnehmer zu finanzieren.
Der milliardenschwere Gouverneurskandidat Kaliforniens, Tom Steyer, hat kürzlich eine innovative Idee präsentiert, die die Einführung einer Steuer auf die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) vorsieht. Steyer, der auch als Umweltaktivist und Gründer des Investmentfonds Farallon Capital bekannt ist, erklärte, dass die Einnahmen aus dieser Steuer in einen staatlichen Investitionsfonds fließen sollen. Dieser Fonds würde darauf abzielen, Bildungsinitiativen zu finanzieren, Arbeitnehmer umzuschulen und finanzielle Hilfen für jene bereitzustellen, die aufgrund von Automatisierung ihre Arbeitsplätze verloren haben.
Bei einem Treffen mit Wählern in San Diego betonte Steyer die potenziellen negativen Auswirkungen der KI-Entwicklung auf die Beschäftigung. „Diese Technologie ermöglicht es Computern, die Arbeit von Millionen von Menschen zu übernehmen, während ihre Gehälter letztlich in die Taschen der Technologiebesitzer fließen“, sagte er und warnte vor den Herausforderungen, die viele Büroangestellte in der Zukunft erwarten könnten, insbesondere in Bezug auf die Bezahlung ihrer Rechnungen.
Tom Steyer, der über ein Vermögen von etwa 2,4 Milliarden Dollar verfügt, hat sich in seiner politischen Plattform für eine umfassende Gesundheitsversorgung, die Abschaffung der Einwanderungsbehörde ICE und höhere Steuern für Wohlhabende ausgesprochen. Er machte deutlich, dass die neuen Steuerregelungen auch ihn selbst betreffen würden, was seine Bereitschaft zur Verantwortung unterstreicht.
In seiner Analyse der Automatisierung verglich Steyer die gegenwärtige Situation mit den 1970er und 1980er Jahren, als in den USA im Mittleren Westen viele Produktionsjobs verloren gingen. Er bezeichnete die Umschulung von Arbeitnehmern als eine entscheidende Voraussetzung, um sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Dabei wies er darauf hin, dass frühere Versprechungen in diesem Bereich oft nicht eingehalten wurden und dies als eine der größten politischen Fehlentscheidungen seiner Generation angesehen werden sollte.
Steyer hob die Notwendigkeit hervor, dass die Gesellschaft von den Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz profitieren sollte. Er ist der Überzeugung, dass dies den Menschen helfen würde, neue Arbeitsplätze zu finden und sich weiterzubilden. „Künstliche Intelligenz sollte als Werkzeug für die Arbeitnehmer betrachtet werden, nicht als deren Ersatz“, betonte er und fügte hinzu, dass es inakzeptabel sei, dass eine Handvoll Milliardäre entsteht, während Millionen von Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Miete zu bezahlen.
Sein Vorschlag sieht vor, Unternehmen, die Künstliche Intelligenz nutzen, nach der Anzahl der verarbeiteten Datentoken zu besteuern. Steyers Plan beinhaltet die Schaffung eines Investitionsfonds, des Golden State Sovereign Wealth Fund, der durch eine kleine Gebühr für jede von großen Technologieunternehmen verarbeitete Dateneinheit finanziert werden soll. Diese Idee wurde zuvor auch von Dario Amodei, dem CEO von Anthropic, geäußert.
Steyer stellte klar, dass die Einzelheiten der Steuer noch ausgearbeitet werden müssen. Er ist der Meinung, dass ein Teil der Gewinne aus der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz der Gesellschaft zugutekommen sollte, um den Verlust von Arbeitsplätzen auszugleichen und die Ausbildung von Fachkräften zu finanzieren. Während des Treffens wies ein Anwesender auf die steigenden Strompreise aufgrund des Baus von Rechenzentren hin. Steyer antwortete, dass der Fonds, sollte sein Plan umgesetzt werden, einen Teil dieser Kosten decken könnte.
Während seiner Ansprache wurde Steyer auch von Demonstranten unterbrochen, die auf seine früheren Investitionen in das private Gefängnisunternehmen CoreCivic hinwiesen. Steyer räumte ein, dass sein Fonds vor über 20 Jahren Aktien dieses Unternehmens erworben hatte, bezeichnete dies als Fehler und erklärte, dass er sich bereits 2012 aus dieser Investition zurückgezogen habe. Zudem kündigte er an, dass er plant, den Großteil seines Vermögens während seines Lebens für wohltätige Zwecke zu spenden.