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Iran und Oman führen Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormuz während des Waffenstillstands ein

Iran und Oman haben angekündigt, Gebühren für den Transit von Schiffen durch die Straße von Hormuz einzuführen, was einen bedeutenden Wandel in der bisherigen Nutzung dieser internationalen Wasserstraße darstellt.

Iran und Oman haben am Mittwoch, dem 8. April, bekannt gegeben, dass sie im Rahmen eines zweiwöchigen Waffenstillstands Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz einführen werden. Dieses neue Regelwerk stellt einen signifikanten Wandel im Status der Straße dar, die bisher als kostenlose internationale Wasserstraße galt, wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet.

Ein regionaler Beamter, der an den Verhandlungen beteiligt war, gab an, dass beide Länder die Möglichkeit erhalten, Gebühren von den Schiffen zu erheben, die diesen Seeweg nutzen. Der Beamte äußerte sich anonym, da er nicht befugt war, Details der Vereinbarung öffentlich zu machen, so die AP.

Die Einnahmen aus diesen Gebühren sollen voraussichtlich zur Wiederherstellung der Infrastruktur im Iran verwendet werden. Wie Oman seine Anteile an den Einnahmen verteilen wird, ist jedoch noch unklar. Das halb-offizielle iranische Nachrichtenportal Tasnim berichtete ebenfalls, dass die Gebühren während des Waffenstillstands eingeführt werden könnten, basierend auf Informationen von CNN.

Die Straße von Hormuz hat seit Beginn des Konflikts zwischen Tel Aviv und Washington erhebliche Störungen erlebt, was zu einem drastischen Rückgang des Frachtvolumens geführt hat, berichtet CNN. Einige Schiffe setzen ihre Durchfahrt durch die Straße fort, wobei Berichte darauf hinweisen, dass Teheran bis zu 2 Millionen US-Dollar für den Transit jedes Schiffes verlangt, obwohl unklar ist, wie weitreichend diese Gebühren tatsächlich erhoben werden.

Vor kurzem erklärte der ehemalige US-Präsident Donald Trump, dass er einem zweiwöchigen Waffenstillstand mit Iran zugestimmt habe, nur wenige Stunden bevor er eine Frist für Teheran setzte, die Straße von Hormuz zu öffnen. Er drohte, dass, sollte Iran den Anforderungen nicht nachkommen, „die gesamte Zivilisation heute Nacht untergehen würde und nicht zurückgebracht werden kann“. Trumps Ankündigung erfolgte nach einem Vorschlag des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif, einen vorübergehenden Waffenstillstand zu vereinbaren, um diplomatische Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zu ermöglichen.

Dennoch setzte Israel am Mittwoch seine militärischen Operationen im Libanon fort, ungeachtet des neu verkündeten zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den USA und Iran, der nicht den libanesischen Frontbereich umfasst. Diese Situation sorgt in der internationalen Gemeinschaft für Besorgnis, da eine Eskalation des Konflikts zu einer weiteren Destabilisierung in der Region führen könnte.

Die Diskussion über den Waffenstillstand und die Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz wird im Kontext der globalen Energiemärkte immer relevanter, da diese Wasserstraße strategisch wichtig für den Transport von Öl ist, das ein Fünftel der weltweiten Produktion ausmacht. Angesichts der zunehmenden Spannungen in der Region beobachten Experten genau, wie diese Veränderungen die globalen Ölpreise und die allgemeine Stabilität des Marktes beeinflussen könnten.