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Indische Raffinerien werden zu den größten Käufern venezolanischen Öls

Indische Raffinerien wie Reliance Industries Ltd., Hindustan Petroleum Corp. und Indian Oil Corp. haben sich zu den größten Käufern venezolanischen Öls entwickelt und überholen damit China, das zuvor die führende Importposition innehatte. Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund neuer US-amerikanischer Beschränkungen für den Verkauf von Öl aus Venezuela, die das Marktgeschehen erheblich verändert haben.

Indische Raffinerien, darunter die großen Unternehmen Reliance Industries Ltd., Hindustan Petroleum Corp. und Indian Oil Corp., haben sich in den letzten Monaten als die größten Käufer venezolanischen Öls etabliert. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da sie China überholt haben, das bislang die führende Rolle als Importeur einnahm. Der Wandel im Importverhalten ist eng mit neuen Beschränkungen verbunden, die von den Vereinigten Staaten für den Verkauf von Öl aus Venezuela verhängt wurden. Diese Maßnahmen haben die Dynamik auf dem Ölmarkt erheblich beeinflusst.

Aktuellen Daten zufolge sind die Lieferungen venezolanischen Öls nach Indien im März 2023 um mehr als das Vierfache gestiegen und haben 343.000 Barrel pro Tag erreicht. Dies übersteigt die Liefermengen, die in die Vereinigten Staaten exportiert wurden, und deutet auf einen signifikanten Richtungswechsel im Import von venezolanischem Öl hin. Indische Unternehmen haben sich aktiv um venezolanisches Öl bemüht, um die durch den Konflikt im Nahen Osten verursachten Lieferengpässe auszugleichen.

Wie Bloomberg berichtet, ermöglicht dieser Anstieg der venezolanischen Ölimporte Indien, die Stabilität seiner Ölversorgung in Zeiten globaler Unsicherheit aufrechtzuerhalten. Der Bedarf an venezolanischem Öl wird durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten verstärkt, die die globalen Ölpreise und die Verfügbarkeit von Rohöl beeinflussen.

Venezuela exportiert derzeit 890.000 Barrel Öl pro Tag, was den höchsten Stand seit Dezember 2019 darstellt. Diese Zahl signalisiert eine Erholung der Ölexporte aus einem Land, das seit Jahren unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten und internationalen Sanktionen leidet. Der Anstieg der Exporte könnte als Zeichen für eine Stabilisierung der venezolanischen Ölindustrie interpretiert werden.

Im März 2023 hat das US-Finanzministerium die Sanktionen gegen Venezuela gelockert, was Teil einer Strategie der damaligen Trump-Administration war, die Situation auf dem Ölmarkt inmitten des Konflikts mit dem Iran zu stabilisieren. Diese Entscheidung hat neuen Ländern, die an venezolanischem Öl interessiert sind, Möglichkeiten eröffnet und könnte die geopolitischen Spannungen im Ölsektor weiter beeinflussen.

Zusätzlich haben indische Raffinerien im April etwa 60 Millionen Barrel russisches Öl erworben, was ebenfalls ihre Bedenken hinsichtlich der Lieferungen aufgrund des Krieges im Nahen Osten verringert hat. Diese Lieferungen wurden mit einem Aufschlag von 5 bis 15 US-Dollar pro Barrel im Vergleich zu Brent gebucht, was auf eine hohe Nachfrage nach russischem Öl hinweist.

Die Vereinigten Staaten haben eine eingeschränkte Lizenz erteilt, die es Ländern erlaubt, einen Teil des russischen Öls und der Ölprodukte zu kaufen, die sich bereits auf See befinden. Der US-Finanzminister Scott Bessent betonte, dass diese Entscheidung "Moskaus finanzielle Vorteile nicht erheblich steigern" werde und dazu beitragen solle, "die globale Verfügbarkeit bereits vorhandener Lieferungen zu erweitern". Dies unterstreicht das Bestreben der USA, den globalen Ölmarkt zu kontrollieren und die Preise für Energieressourcen zu beeinflussen.

Insgesamt werden indische Raffinerien, die aktiv venezolanisches und russisches Öl einkaufen, zu wichtigen Akteuren auf dem globalen Ölmarkt. Diese Entwicklung könnte erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und -trends in naher Zukunft haben.