Indien erhält erstmals seit sieben Jahren Öl aus dem Iran
Indien, der drittgrößte Ölimporteur und -verbraucher der Welt, hat nach sieben Jahren wieder mit dem Import von Öl aus dem Iran begonnen. Dies wurde durch die vorübergehende Aufhebung von US-Sanktionen ermöglicht.
Indien, das als drittgrößter Ölimporteur und -verbraucher weltweit gilt, hat nach einer siebenjährigen Pause den Import von Öl aus dem Iran wieder aufgenommen. Diese Entwicklung wurde durch die vorübergehende Aufhebung von Sanktionen durch die Vereinigten Staaten ermöglicht, die darauf abzielen, den globalen Lieferengpass zu verringern. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Daten von LSEG und Kpler, die den Schiffsverkehr überwachen.
Die staatliche indische Ölgesellschaft Indian Oil Corp. hat eine Lieferung erworben, die sich derzeit auf dem großen Öltanker Jaya befindet, der unter der Flagge von Curaçao fährt. Der Tanker ist auf dem Weg zur Ostküste Indiens und wird voraussichtlich später in dieser Woche ankommen, wie in den veröffentlichten Daten angegeben.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass Indien seit Mai 2019 keine Lieferungen aus Teheran erhalten hat. Diese Unterbrechung war das Ergebnis von Druck seitens der USA, die die Länder aufforderten, den Kauf iranischen Rohöls einzustellen. Die Lieferengpässe, die durch den Konflikt im Nahen Osten verursacht wurden, hatten jedoch erhebliche Auswirkungen auf das südasiatische Land, was es dazu zwang, den Import iranischen Öls wieder aufzunehmen.
Das indische Ministerium für Öl teilte in der vergangenen Woche mit, dass die Raffinerien des Landes iranisches Öl aufgrund des Konflikts im Nahen Osten erworben haben, der die Lieferungen durch die Straße von Hormuz beeinträchtigt hat. Diese Wasserstraße ist ein wichtiger Transportweg für etwa 20 % der weltweiten Rohölversorgung.
Die Daten von Kpler zeigen zudem, dass die Bestände iranischen Rohöls auf See im April nahe eines Rekordhochs lagen und 180 Millionen Barrel überstiegen. Dies deutet darauf hin, dass der Iran versucht, neue Märkte für sein Öl zu finden, trotz der bestehenden Sanktionen.
Darüber hinaus wurde bekannt, dass die Ölpreise am Mittwochmorgen, dem 8. April, um mehr als 10 % gefallen sind, nachdem Nachrichten über eine vorübergehende Einstellung der US-Angriffe auf den Iran veröffentlicht wurden. Dies zeigt, dass der Markt auf Veränderungen in der geopolitischen Lage reagiert.
Die indischen Raffinerien haben auch etwa 60 Millionen Barrel russisches Öl für die Lieferung im April erworben. Dies hat ihre Bedenken bezüglich der Lieferungen durch den Konflikt im Nahen Osten verringert. Die Lieferungen russischen Öls wurden mit einem Aufschlag von 5 bis 15 Dollar pro Barrel im Vergleich zu Brent gebucht, und das Volumen der Käufe im März war ähnlich, jedoch mehr als doppelt so hoch wie im Februar.
Die Vereinigten Staaten haben eine begrenzte Lizenz erteilt, die es Ländern erlaubt, einen Teil des russischen Öls und der Erdölprodukte zu kaufen, die sich bereits auf See befinden. Der US-Finanzminister Scott Bessent kommentierte diese Entscheidung und stellte fest, dass sie „Moskaus finanzielle Vorteile nicht erheblich steigern“ werde und es ermögliche, „die globale Verfügbarkeit bereits vorhandener Lieferungen zu erweitern“. Somit bleibt die Situation auf dem Ölmarkt angespannt, während die Länder versuchen, optimale Lösungen zur Sicherstellung ihrer Energiebedürfnisse zu finden.