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Indien bereitet sich auf den größten Ölimport aus Venezuela seit sechs Jahren vor

Indien steht kurz davor, den höchsten Ölimport aus Venezuela seit sechs Jahren zu verzeichnen, was einen bedeutenden Schritt zur Kompensation des Öldefizits aus dem Nahen Osten darstellt, das durch den Konflikt mit Iran verursacht wurde.

Indien bereitet sich darauf vor, im April über 12 Millionen Barrel venezolanisches Öl zu importieren, was den größten Volumen seit Februar 2020 darstellt. Diese Entwicklung ist besonders wichtig, da sie im Kontext der Bemühungen Indiens steht, die durch den Konflikt mit Iran verursachten Engpässe bei den Ölimporten aus dem Nahen Osten auszugleichen.

Die im April ankommenden Öllieferungen wurden wahrscheinlich bereits vor den jüngsten Störungen der Lieferungen aus dem Nahen Osten reserviert. Dies unterstreicht nicht nur die reaktive Natur der indischen Maßnahmen, sondern auch eine langfristige strategische Veränderung in der Energiepolitik des Landes. Sumit Ritolia, ein führender Analyst bei Kpler, einer Datenanalysefirma, betonte, dass Indien, das etwa 90 % seines Ölbedarfs importiert, aktiv nach Alternativen sucht, da die Kriegshandlungen mit Iran die Lieferungen durch die Straße von Hormuz, die fast 40 % der Ölimporte des Landes ausmachen, beeinträchtigt haben.

Venezuela, das für sein schwefelhaltiges Öl bekannt ist, war früher ein wichtiger Lieferant für Indien, doch die Handelsbeziehungen waren durch US-Sanktionen stark eingeschränkt. Nach der Machtübernahme von Präsident Nicolás Maduro im Januar haben die USA jedoch diese Sanktionen gelockert, was Indien die Wiederaufnahme seiner Ölkäufe ermöglichte.

Im März hat das US-Finanzministerium tatsächlich die Sanktionen gegen Venezuela gelockert, um die Situation auf dem Ölmarkt während des Krieges mit Iran zu stabilisieren. Dieser Schritt eröffnete Indien neue Möglichkeiten, das Land importiert bereits aktiv russisches Öl. Indische Raffinerien haben im April etwa 60 Millionen Barrel russisches Öl erworben, was ihre Bedenken hinsichtlich der Lieferungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten verringert hat.

Die russischen Öllieferungen wurden mit einem Aufschlag von 5 bis 15 US-Dollar pro Barrel über dem Brent-Preis reserviert. Das Volumen der Käufe im April entspricht dem der Märzliefersendungen, übersteigt jedoch mehr als doppelt die Zahlen vom Februar. Die Vereinigten Staaten haben eine eingeschränkte Lizenz erteilt, die es Ländern erlaubt, einen Teil des russischen Öls und der Ölprodukte zu kaufen, die sich bereits auf See befinden. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, dass diese Entscheidung Moskau keinen signifikanten finanziellen Vorteil bringen werde, jedoch die globale Verfügbarkeit bereits vorhandener Lieferungen erweitern könne.

Somit unternimmt Indien, das ständig nach neuen Ölquellen sucht, wichtige Schritte zur Diversifizierung seiner Energieressourcen. Dies spiegelt einen Wandel im globalen Energiemarkt wider und zeigt, wie sich Länder an die neuen Herausforderungen anpassen, die auf der internationalen Bühne entstehen.