Leiterin der UNESCO-Vertretung in der Ukraine begutachtet das Ausmaß der Zerstörungen des Bernardin-Komplexes in Lwiw
K’yaara Dezzì Bardeschi, die Leiterin der UNESCO-Vertretung in der Ukraine, hat zusammen mit dem ersten stellvertretenden Bürgermeister von Lwiw, Andrij Moskalenko, und weiteren Vertretern der Stadtverwaltung die Schäden am Bernardin-Komplex inspiziert, der durch einen russischen Drohnenangriff am 24. März erheblich beschädigt wurde.
K’yaara Dezzì Bardeschi, die Leiterin der UNESCO-Vertretung in der Ukraine, hat zusammen mit dem ersten stellvertretenden Bürgermeister von Lwiw, Andrij Moskalenko, dem Geschäftsführer des Exekutivkomitees Jewhen Bojko und der Leiterin des Büros für den Schutz des kulturellen Erbes, Tetjana Balukowa, den Bernardin-Komplex in Lwiw besucht. Diese architektonische Sehenswürdigkeit aus dem 17. Jahrhundert, die unter dem Schutz der UNESCO steht, wurde am 24. März durch einen Angriff eines russischen Drohnensystems schwer beschädigt.
Die Attacke führte zu erheblichen Schäden an verschiedenen Elementen des Ensembles. Insbesondere wurden vier Fenster in der Kirche beschädigt, auch wenn diese nicht als historische Glasmalereien gelten. Zudem wurden die Fenster des Archivs sowie der Glockenturm und ein Wohnhaus, die im 18. und 19. Jahrhundert errichtet wurden, in Mitleidenschaft gezogen. Das Wohnhaus erlitt die schwersten Schäden, da durch den direkten Treffer der Drohne das Dach zerstört, die Decken und Treppenhäuser beschädigt sowie 16 Wohnungen und vier gewerbliche Räumlichkeiten in zwei Eingängen betroffen waren. Infolgedessen musste ein Teil der Anwohner umgesiedelt werden.
Gemeinsam mit den Vertretern des Stadtrats diskutierte K’yaara Dezzì Bardeschi die ersten Schritte zur Rettung dieses wichtigen Denkmals. UNESCO-Experten führten ebenfalls eine teilweise Inspektion des Standorts durch, gaben Empfehlungen an das Büro für den Schutz des kulturellen Erbes und bleiben mit diesem in Kontakt. „In Zukunft wird klar werden, wie die UNESCO Unterstützung leisten kann, insbesondere in Bezug auf technische Dokumentationen und die Möglichkeit, einige dringende Arbeiten durchzuführen. Dies ist ein UNESCO-Weltkulturerbe von nationaler Bedeutung, und wir versuchen, alles Mögliche zu tun, um zu helfen“, betonte sie.
Die Leiterin der UNESCO-Vertretung hob hervor, dass eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder der Organisation in der Ukraine die Dokumentation von Schäden ist. Die UNESCO konzentriert sich nicht nur auf die physische Wiederherstellung, sondern auch auf die Verbesserung der Gesetzgebung und die Entwicklung professioneller Fähigkeiten ukrainischer Fachkräfte. Laut ihren Angaben erfordern bereits erste Notfallmaßnahmen erhebliche technische Vorbereitungen, weshalb es wichtig ist, ein nachhaltiges System zum Schutz des kulturellen Erbes aufzubauen.
K’yaara Dezzì Bardeschi wies zudem darauf hin, dass das allgemeine Ausmaß der Zerstörungen in der Ukraine kritisch bleibt. Nach den neuesten Daten belaufen sich die Schäden an Gebäuden und kulturellen Denkmälern in der Ukraine auf insgesamt 3,5 Milliarden US-Dollar, während die wirtschaftlichen Verluste 32 Milliarden US-Dollar betragen. Die für die Wiederherstellung in den nächsten zehn Jahren benötigten Mittel werden auf 12 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Es sei daran erinnert, dass Vertreter der UNESCO auch andere Kulturdenkmäler in Lwiw besucht haben, die durch die russische Aggression beschädigt wurden. Diese Situation unterstreicht die Bedeutung internationaler Unterstützung und Bemühungen zum Erhalt des kulturellen Erbes der Ukraine im Krieg.
Foto: Stadtverwaltung Lwiw
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