Kritik an fehlender Unterstützung der Buchbranche im Programm 'Tausendfrühling'
Die Geschäftsführer der Verlage 'Folio' und 'Ranok', Oleksandr Krasowytskyi und Viktor Kruglov, äußern scharfe Kritik an der mangelnden Unterstützung der Buchbranche im Rahmen des Programms 'Tausendfrühling'.
Der Generaldirektor des Verlags 'Folio', Oleksandr Krasowytskyi, und der Generaldirektor des Verlags 'Ranok', Viktor Kruglov, haben ihre Besorgnis über die fehlende Unterstützung der Buchbranche im Rahmen des Programms 'Tausendfrühling' geäußert. Beide Führungspersönlichkeiten sind der Ansicht, dass dieses Programm die Bedeutung von Büchern, einschließlich Hörbüchern, für die kulturelle Entwicklung des Landes nicht ausreichend berücksichtigt.
In einem Kommentar auf seiner Facebook-Seite stellte Oleksandr Krasowytskyi fest: "Ich gratuliere den Vertretern der kreativen Industrien, die betroffen sind. Leider hatten es Bücher nicht leicht. Sogar Hörbücher. Öffentliche Bibliotheken, in denen russischsprachige Inhalte mehr als 50% ausmachen (im gesamten Land), hatten schon früher kein Glück – niemand möchte endlich die Zahlen anerkennen und über zukünftige Schritte nachdenken." Diese Worte heben die Besorgnis des Verlegers über die unzureichende Aufmerksamkeit für Buchprodukte in der Ukraine hervor.
Viktor Kruglov reagierte auf Krasowytskyis Kommentar und äußerte ebenfalls sein Unbehagen, indem er feststellte, dass "leider nur wenige verstehen, dass ohne die Verlagsbranche auch keine Drehbuchautoren existieren werden". Er fügte hinzu: "Es ist seltsam, dass Bücher ständig vergessen werden." Diese Äußerungen verdeutlichen, dass die Buchindustrie nicht nur für die Entwicklung der Literatur, sondern auch für andere Bereiche der kreativen Wirtschaft von großer Bedeutung ist.
Vor dem Start des Programms 'Tausendfrühling' hatten im Ausschuss der Werchowna Rada für humanitäre und informationelle Politik Gespräche über die Möglichkeit stattgefunden, Verlage von Papier- und E-Books in die Liste der Projekte aufzunehmen, die finanzielle Unterstützung erhalten sollten. Allerdings stellte die Vizepremierministerin für humanitäre Politik und Kulturministerin der Ukraine, Tetjana Berezhna, klar, dass das Ukrainische Institut für Buchwesen (UIB) separate Haushaltsprogramme zur Unterstützung solcher kulturellen Produkte hat.
Laut der Initiative 'Tausendfrühling' sollen Projekte in sieben Bereichen gefördert werden: Spielfilme und Serien, nicht-fiktionale (dokumentarische) Filme und Serien, Animationsfilme und Serien, Filme und Serien für Kinder, moderne Musik, performative Kunst, visuelle Kunst sowie audiovisuelle Shows und Videos für soziale Netzwerke. Die Buchbranche hingegen wurde leider nicht in diese Liste aufgenommen, was bei Vertretern der Verlagsbranche auf Empörung stieß.
Am 3. April gab das Ministerium für Kultur der Ukraine den Start der Einreichung von Wettbewerbsanträgen für die Teilnahme am Programm 'Tausendfrühling' bekannt, das zuvor als '1000 Stunden ukrainischer Inhalt' bezeichnet wurde. Für die Umsetzung dieses Programms sind im staatlichen Haushalt für das Jahr 2026 4 Milliarden Hrywnja vorgesehen. Vizepremierministerin Tetjana Berezhna informierte, dass in diesem Jahr maximal 80% dieses Betrags, also 3,2 Milliarden Hrywnja, für das Programm 'Tausendfrühling' bereitgestellt werden.
Darüber hinaus kündigte Berezhna an, dass das Ministerium plant, Mittel für das Programm 'Tausendfrühling' im staatlichen Haushalt für das Jahr 2027 einzuplanen. Im Februar dieses Jahres hatte sie auch den Start des Programms 'eBook' für 2026 angekündigt, das darauf abzielt, Eltern von Neugeborenen zu unterstützen, die Altersgruppe auf junge Menschen bis 22 Jahre zu erweitern, die Bibliotheksbestände in Zusammenarbeit mit Gemeinden aufzufüllen und Subventionen für die Miete von Räumlichkeiten für Buchhandlungen bereitzustellen.