Frankreich ruft zur Schaffung von "Aktionskoalitionen" im Bereich der globalen Gesundheit auf - Macron
Präsident Emmanuel Macron hat während des One Health-Gipfels in Lyon einen Aufruf zur Bildung von "Aktionskoalitionen" im Bereich der globalen Gesundheit ausgesprochen. Diese Initiative zielt darauf ab, den aktuellen Herausforderungen der internationalen Ordnung zu begegnen.
Präsident Frankreichs, Emmanuel Macron, hat während des One Health-Gipfels, der derzeit in Lyon stattfindet, eindringlich zur Schaffung von "Aktionskoalitionen" im Bereich der globalen Gesundheit aufgerufen. Diese Erklärung wurde im Kontext der Notwendigkeit abgegeben, auf die gegenwärtigen Herausforderungen der internationalen Ordnung zu reagieren, insbesondere auf gesundheitliche Probleme, die koordinierte Maßnahmen von verschiedenen Ländern und Organisationen erfordern.
„Wir haben diese Gipfeltreffen ins Leben gerufen, um auf die Spaltung der internationalen Ordnung zu reagieren. Denken Sie daran, dass wir den ersten One Planet Summit organisiert haben, als die Vereinigten Staaten bereits angekündigt hatten, aus dem Pariser Abkommen auszutreten. Damals haben wir gesagt - lassen Sie uns versuchen, Koalitionen von Teilnehmern zu bilden, um das Klimaabkommen zu retten. Die Idee besteht darin, Länder, Wissenschaftler, Unternehmen, Finanzinstitutionen und die Zivilgesellschaft zusammenzubringen, um Koalitionen zu bilden, die handlungsfähig sind“, erklärte Macron.
Er betonte, dass dieser Ansatz bereits seine Wirksamkeit bewiesen hat. Im Rahmen früherer Initiativen wurden über 50 Koalitionen gebildet, die rund 140 Länder und Tausende von Forschern vereinen und mehr als 2 Milliarden Dollar an Investitionen mobilisiert haben. Dies zeigt, dass internationale Zusammenarbeit positive Ergebnisse bei der Lösung komplexer Probleme, vor denen die Menschheit steht, liefern kann.
Macron wies zudem darauf hin, dass moderne Herausforderungen wie Kriege, geopolitische Spaltungen und der Rückgang der internationalen Koordination die Reaktion auf globale Bedrohungen, insbesondere im Gesundheitsbereich, erschweren. In diesem Kontext zielt der One Health-Gipfel darauf ab, eine Reihe konkreter Kooperationsrichtungen voranzubringen, die erheblichen Einfluss auf die Verbesserung der globalen Situation haben können.
„Erstens starten wir einen internationalen Pakt zur Erhaltung der Wirksamkeit von Antibiotika mit Verpflichtungen zur Reduzierung ihres unsachgemäßen Einsatzes und zur Gewährleistung eines gerechten Zugangs. Zweitens unterstützen wir die Integration von Gesundheitsfragen in die Klimaverhandlungen. Drittens schaffen wir einen Mechanismus zur Zusammenführung und Analyse von Daten über die Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt“, fügte der französische Präsident hinzu.
Darüber hinaus planen die Teilnehmer des Gipfels, die internationale Koalition zur Verhinderung neuer Pandemien (PREZODE) zu erweitern, die die Entwicklung von Netzwerken für epidemiologische Überwachung und die Durchführung gemeinsamer Forschungsprojekte vorsieht. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung Verbesserung der Bereitschaft gegenüber potenziellen Bedrohungen im Gesundheitsbereich.
Macron betonte auch, dass Frankreich einen wissenschaftlichen multilateralen Ansatz gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verteidigen wird und hob die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in diesem Bereich hervor.
Der One Health Summit, der vom 5. bis 7. April in Lyon stattfindet, ist eine der zentralen Veranstaltungen der französischen G7-Präsidentschaft. Dieser Gipfel widmet sich dem One Health-Ansatz - der Idee, dass die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und der Umwelt eng miteinander verbunden ist und nicht isoliert betrachtet werden kann. An dem Gipfel nehmen über 20 Staats- und Regierungschefs teil, und der französische Präsident co-präsidiert gemeinsam mit dem Präsidenten Ghanas, John Dramani Mahama. Auch führende Vertreter internationaler Organisationen, darunter der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sind anwesend.
Lyon, bekannt als „Hauptstadt der globalen Gesundheit“, beherbergt Institutionen wie die WHO-Akademie und die Internationale Agentur für Krebsforschung. Der Gipfel fällt mit dem Weltgesundheitstag zusammen, der am 7. April gefeiert wird, was seine Bedeutung im globalen Kontext unterstreicht.
Es sei daran erinnert, dass der argentinische Außenminister Pablo Kirno im März bestätigte, dass das Land offiziell aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgetreten ist. Auch im Januar 2026 haben die Vereinigten Staaten den Austrittsprozess aus der Weltgesundheitsorganisation abgeschlossen, was die zukünftige internationale Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich in Frage stellt.
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