Kyiv Post

Frankreich beschleunigt Aufrüstung und verweist auf Bedrohung durch Russland

Frankreich hat angekündigt, den Prozess der Aufrüstung seiner Streitkräfte zu beschleunigen, da es eine zunehmende Bedrohung durch Russland wahrnimmt. Dies wurde im Rahmen eines neuen Militärgesetzes bekannt gegeben, das am Mittwoch vorgestellt wurde.

Frankreich hat in einer bedeutenden Ankündigung erklärt, dass es beabsichtigt, den Prozess der Aufrüstung seiner Streitkräfte zu beschleunigen. Diese Entscheidung wurde als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland getroffen. Im Rahmen eines neuen Militärgesetzes, das am Mittwoch präsentiert wurde, plant die französische Regierung, in den kommenden Jahren zusätzlich 36 Milliarden Euro (42 Milliarden Dollar) für die Verteidigung auszugeben.

Der Gesetzesentwurf zu den Militärausgaben wurde nach Äußerungen hochrangiger französischer Beamter vorgelegt, die betonten, dass Frankreich bereit sein müsse, sich der Bedrohung durch Russland zu stellen. Zudem müsse die NATO sich anpassen, um eine schnellere Produktion von Waffen zu ermöglichen. Gemäß den neuen Plänen werden die gesamten Verteidigungsausgaben Frankreichs bis zum Jahr 2030 auf 76,3 Milliarden Euro (89 Milliarden Dollar) ansteigen. Dies entspricht etwa 2,5% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes, im Vergleich zu 57,1 Milliarden Euro (67 Milliarden Dollar) in diesem Jahr.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP sieht der neue Verteidigungsplan zusätzliche Ausgaben in Höhe von 36 Milliarden Euro (42 Milliarden Dollar) zwischen 2024 und 2030 vor, die zu den bereits bewilligten 413 Milliarden Euro (482 Milliarden Dollar) hinzukommen. Diese Erhöhung umfasst auch zusätzliche 8,5 Milliarden Euro (9,9 Milliarden Dollar) für Munition, was die Gesamtsumme auf 26 Milliarden Euro (30 Milliarden Dollar) im Zeitraum von 2026 bis 2030 erhöht.

Französische Beamte haben betont, dass der Plan einen Schwerpunkt auf Munition, Raketen und Drohnenlager legt. Insbesondere ist eine Steigerung der Produktion von ferngesteuerten Munitionen, wie beispielsweise explosiven Drohnen, um 400% vorgesehen, sowie eine Erhöhung der Produktion von Boden-Luft-Raketen um 30%. Die französische Verteidigungsministerin Catherine Colonna hob die Bedeutung der Einsatzbereitschaft der Streitkräfte hervor und erklärte: "Unsere Streitkräfte müssen in der Lage sein, auf große Verpflichtungen innerhalb von Zeiträumen zu reagieren, die niemand von uns voraussehen kann."

Frankreich gehört zu den wenigen europäischen Ländern, die eine Politik der Selbstversorgung im Verteidigungsbereich verfolgen. Dabei wird dem heimischen Produktions- und Entwicklungssektor Priorität eingeräumt, um die externe Abhängigkeit zu verringern. Zu den Schlüsselprogrammen in diesem Kontext zählen die Rafale-Jets sowie das gemeinsame italienisch-französische Luftverteidigungssystem SAMP/T. Diese Schritte verdeutlichen die Ernsthaftigkeit der Absichten Frankreichs, seine Verteidigungsfähigkeiten angesichts der sich verschärfenden internationalen Lage zu stärken.