Besatzung des Orion-Raumschiffs führt Zoom-Konferenz mit der ISS nach Mondumrundung durch
Die Besatzung des Orion-Raumschiffs, die gerade die Rückseite des Mondes umrundet hat, führte eine kurze Zoom-Konferenz mit ihren Kollegen auf der Internationalen Raumstation (ISS) durch. Dieses Ereignis war ein wichtiger Bestandteil ihrer Mission, da es den Austausch von Eindrücken und Erfahrungen zwischen den Besatzungen, die sich in verschiedenen Phasen ihrer Weltraumreise befinden, ermöglichte.
Die Besatzung des Orion-Raumschiffs, die gerade die Rückseite des Mondes umrundet hat, führte eine kurze Zoom-Konferenz mit ihren Kollegen auf der Internationalen Raumstation (ISS) durch. Dieses Ereignis war ein wichtiger Bestandteil ihrer Mission, da es den Austausch von Eindrücken und Erfahrungen zwischen den Besatzungen, die sich in verschiedenen Phasen ihrer Weltraumreise befinden, ermöglichte.
Ein zentraler Moment der Sitzung war das Gespräch zwischen zwei langjährigen Freundinnen – Christina Koch und Jessica Meir. Beide Astronautinnen hatten in der Vergangenheit gemeinsam den ersten rein weiblichen Weltraumspaziergang in der Geschichte durchgeführt. Diesmal interessierte sich Meir nicht für technische Details, sondern für die Gefühle: Wie sieht die Erde aus, wenn man sie nicht aus niedriger Umlaufbahn, sondern aus den Tiefen des echten Weltraumvakuums betrachtet?
Koch gestand ehrlich, dass ihr ein wenig die Detailgenauigkeit fehlt, an die man sich auf der ISS gewöhnt. Dort kann man die Konturen der Kontinente, bestimmte Städte oder sogar die eigene Straße erkennen, während die Erde in der Nähe des Mondes auf die Größe eines Spielzeugs zusammenschrumpft. Dennoch ließ gerade dieser Mangel an Maßstab sie den echten „Blickeffekt“ spüren. Christina bemerkte, dass der Druck der kosmischen Dunkelheit um die Erde herum physisch spürbar ist.
„Was sich für mich beim Blick auf die Erde verändert hat, ist, dass ich nicht nur die Schönheit des Planeten bemerkt habe, sondern auch, wie viel Dunkelheit um ihn herum ist. Das hat ihn noch besonderer gemacht“, betonte Koch und hob die Bedeutung dieser Erfahrung für ihr Weltbild hervor.
Diese kosmische Leere, so die Astronautin, wurde zum besten Beweis für die Universalität menschlicher Erfahrung. Das Bewusstsein, wie wenig Leben im umgebenden Vakuum existiert, beseitigt sofort alle Grenzen: Wir alle teilen denselben Planeten, der im endlosen „Nichts“ schwebt. Neben philosophischen Überlegungen hatten die Besatzungen auch Zeit, technische Details des Flugs zu besprechen, da Orion bereits Kurs auf San Diego nimmt, wo diese rekordverdächtige Reise am Freitag enden soll.
Zusätzlich zu philosophischen Überlegungen diskutierten die Besatzungen den praktischen Verlauf der Mission. Sophie Adenot von der Europäischen Weltraumorganisation, die sich derzeit auf der ISS befindet, erkundigte sich, was die Forscher während der Reise am meisten beeindruckt hat. Victor Glover, einer der Astronauten, antwortete, dass ihn buchstäblich jeder Schritt überrascht – vom Start der Schwerlastrakete SLS am 1. April bis zu den komplexen Manövern in der Umlaufbahn und dem spektakulären Überflug der Rückseite des Mondes. Diese Expedition war der erste menschliche Ausflug in den tiefen Weltraum seit 1972, als die Ära der Apollo-Missionen endete.
Derzeit nimmt Orion bereits Kurs auf die Erde. Die Rückkehr der vier Astronauten zur Erde wird für Freitag, den 10. April, erwartet. Die Kapsel soll im Pazifischen Ozean in der Nähe von San Diego landen. Dieser Erfolg gibt praktisch das grüne Licht für die nächsten Phasen des Programms: Im Jahr 2027 wird die Mission Artemis 3 Technologien für das Andocken testen, und Ende 2028 ist Artemis 4 geplant – die erste Landung von Menschen im Bereich des südlichen Mondpols.