Укрінформ

Über 50 Frauen durchlaufen die Krim-Sonderhaftanstalten - Menschenrechtsaktivistin

Die Krim-Menschenrechtsaktivistin und Journalistin Lutfije Zudieva hat alarmierende Informationen über die Situation von Frauen in den krimischen Untersuchungshaftanstalten veröffentlicht. Laut ihren Angaben sind bereits über 50 Frauen Opfer von Repressionen geworden.

In einem aktuellen Beitrag auf der sozialen Plattform Facebook hat die krimische Menschenrechtsaktivistin und Journalistin Lutfije Zudieva besorgniserregende Daten zur Lage von Frauen in den Untersuchungshaftanstalten der Krim geteilt. Ihrer Aussage nach sind bereits mehr als 50 Frauen zu Opfern von Repressionen geworden, wobei sie anmerkt, dass die tatsächliche Zahl möglicherweise noch höher sein könnte. Zudieva erklärte, dass von den bekannten Fällen 29 Frauen wegen Hochverrats, 8 wegen Spionage und 5 wegen terroristischer Aktivitäten angeklagt werden. Die restlichen Frauen sind wegen anderer Anklagepunkte inhaftiert. Besonders hervorzuheben ist, dass die Mehrheit dieser Frauen niemals vorbestraft war.

Die Menschenrechtsaktivistin betonte, dass die Verfahren gegen diese Frauen Merkmale von Verfolgung aufgrund nationaler, politischer oder religiöser Zugehörigkeit aufweisen. Dies deutet auf systematische Menschenrechtsverletzungen auf der Krim hin, wo Frauen gezielt von den Besatzungsbehörden verfolgt werden. Zudieva wies auch darauf hin, dass in einigen Fällen, trotz nachweislicher Handlungen und der Teilnahme an bestimmten Ereignissen, der politische Kontext der Verfahren offensichtlich bleibt.

Darüber hinaus äußerte sie Besorgnis über den Zugang von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten zu den Unterlagen solcher Verfahren. Ihrer Meinung nach wird dieser Zugang zunehmend eingeschränkt, was die Überprüfung der Anklageversionen erschwert. Dies untergräbt wiederum die Möglichkeiten für eine objektive Berichterstattung über die Situation und den Schutz der Rechte der Frauen, die Opfer von Repressionen geworden sind.

Zudieva merkte auch an, dass solche Verfahren in der Region bereits seit langem Teil einer breiten Praxis von Druck und Einschüchterung sind, unabhängig vom Geschlecht. Allerdings hat die Anzahl der „Frauenfälle“ seit 2022 deutlich zugenommen, was unter Menschenrechtsaktivisten besondere Besorgnis auslöst. Sie sehen darin ein Zeichen für die verstärkten Repressionen gegen Frauen unter den Bedingungen der Besatzung.

Früher berichtete die Nachrichtenagentur Ukrinform, dass laut den Daten der Krim-Menschenrechtsgruppe mindestens 64 Frauen aus der Krim sowie aus den Gebieten Cherson und Saporischschja in Haftanstalten auf dem Territorium der Krim und der Russischen Föderation sind. Im Jahr 2025 wurden in politisch motivierten Verfahren Urteile gegen mindestens 13 Frauen aus der Krim gefällt. Diese Daten unterstreichen die Ernsthaftigkeit der Situation der Frauenrechte in der Region, wo die Repressionen zunehmend systematisch werden.

Menschenrechtsaktivisten fordern die internationale Gemeinschaft auf, die Menschenrechtsverletzungen auf der Krim zur Kenntnis zu nehmen und Maßnahmen zum Schutz der Frauen zu ergreifen, die Opfer politischer Repressionen geworden sind. Sie appellieren auch an eine größere Transparenz bei der Untersuchung von Verfahren im Zusammenhang mit politischen Verfolgungen, um Gerechtigkeit für alle Betroffenen zu gewährleisten.