Українська правда

Brüssel warnt die Ukraine vor den Folgen der Verkürzung der PEP-Dauer auf drei Jahre

Die Europäische Kommission hat in einer offiziellen Mitteilung an die ukrainische Regierung vor möglichen negativen Konsequenzen gewarnt, die sich aus den Bestrebungen ergeben, den Status politisch exponierter Personen (PEP) auf drei Jahre zu verkürzen.

Die Europäische Kommission (EK) hat eine offizielle Note an die ukrainische Regierung gesendet, in der sie vor den potenziellen negativen Folgen der Absicht warnt, den Status politisch exponierter Personen (PEP) auf drei Jahre zu verkürzen. Diese Maßnahme, so die EK, widerspricht den Verpflichtungen der Ukraine im Rahmen ihrer europäischen Integration. Wie die Publikation "Europäische Wahrheit" berichtet, wurde das entsprechende Schreiben von einem der Unterabteilungen der Europäischen Kommission übermittelt.

Insbesondere wird in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass in den Gesetzesentwurf Nr. 15112-1, der die Besteuerung internationaler Pakete betrifft, eine Regelung aufgenommen wurde, die besagt, dass der PEP-Status, der Personen verliehen wird, die wichtige öffentliche Ämter innehaben oder innehatten, nur drei Jahre nach dem Ende ihrer Amtszeit gültig ist. Diese Änderung hat in Brüssel Besorgnis ausgelöst, da sie als Rückschritt im Rahmen der sogenannten "7 Schritte" angesehen werden könnte – Schlüsselanforderungen, die die Ukraine erfüllen muss, um ihren Status als EU-Kandidatin zu bewahren und Verhandlungen über eine Mitgliedschaft aufzunehmen.

Die Europäische Kommission betont, dass der Gesetzesentwurf Nr. 15112-1 eine Bedingung des Internationalen Währungsfonds (IWF) erfüllt, die die Abschaffung der Mehrwertsteuerbefreiung für internationale Pakete vorsieht. Allerdings hat die Regelung zu den PEPs keinerlei Bezug zu den Anforderungen des IWF. Dies deutet darauf hin, dass Änderungen im Gesetz negativ auf das Image der Ukraine in den Augen internationaler Partner wirken könnten.

Darüber hinaus sieht der Gesetzesentwurf eine Ergänzung vor, die Mitarbeiter staatlicher Banken, die für die Finanzüberwachung verantwortlich sind, als PEPs klassifiziert und sie verpflichtet, ihr Vermögen zu deklarieren. Die EK betrachtet diesen Schritt als unbegründet und hat die Ukraine aufgefordert, ihre Bedenken zu berücksichtigen.

In diesem Zusammenhang empfiehlt die Europäische Kommission der Ukraine, zusätzliche Konsultationen durchzuführen, um sicherzustellen, dass alle Anmerkungen der EU berücksichtigt werden. "Ich empfehle, zusätzliche Konsultationen mit uns zu diesem Gesetzesentwurf vor seiner Verabschiedung durchzuführen", heißt es in dem Schreiben.

Der Vizepremier der Ukraine, Taras Katschka, bestätigte, dass tatsächlich Gespräche mit Brüssel zu diesem Thema geführt werden. "Am Dienstagmorgen hat der parlamentarische Ausschuss bereits die Regelung über die drei Jahre geändert. Derzeit befinden wir uns in Diskussionen darüber, wie wir diese legislative Herausforderung lösen können, und ich bin zuversichtlich, dass wir am Ende dieser Konsultationen eine akzeptable Lösung finden werden", erklärte Katschka.

Diese Situation unterstreicht die Bedeutung der Einhaltung internationaler Standards und Empfehlungen, die sich auf die weitere Integration der Ukraine in europäische Strukturen auswirken können. In einer Zeit, in der das Land nach europäischer Integration strebt, können solche Entscheidungen weitreichende Folgen für seine politische und wirtschaftliche Stabilität haben.

Es sei daran erinnert, dass der Gesetzesentwurf Nr. 15112-1 auch die Abschaffung der Steuerbefreiung für internationale Pakete im Wert von bis zu 150 Euro betrifft, was unter Experten und Geschäftsvertretern Diskussionen ausgelöst hat. Ob die Ukraine einen Kompromiss finden kann, der sowohl die europäischen Partner als auch die inneren Bedürfnisse zufriedenstellt, bleibt eine offene Frage.

Die Situation rund um den Gesetzesentwurf Nr. 15112-1 stellt einen wichtigen Schritt im Reformprozess der ukrainischen Gesetzgebung dar, die den europäischen Standards entsprechen soll. Wie die Ukraine diese Frage lösen kann, hängt nicht nur von ihrem Image ab, sondern auch von den weiteren Schritten auf dem Weg zur europäischen Integration.