Borodjanka – der Weg zur Wiederherstellung
Borodjanka, eine Stadt im Nordwesten von Kiew, ist zu einem der interessantesten und herausforderndsten Beispiele für den Wiederaufbau nach den nahezu zerstörerischen Angriffen der russischen Armee zu Beginn der umfassenden Invasion in die Ukraine geworden.
Borodjanka, eine Stadt im Nordwesten von Kiew, ist zu einem der interessantesten und herausforderndsten Beispiele für den Wiederaufbau nach den nahezu zerstörerischen Angriffen der russischen Armee zu Beginn der umfassenden Invasion in die Ukraine geworden.
Im Zeitraum von Februar bis April 2022 zerstörten die eindringenden Truppen den Großteil der Stadt und ihrer Infrastruktur. Laut den Aussagen der Anwohner blieb kein einziges Gebäude unbeschädigt.
Doch in vier Jahren kann sich viel verändern.
Zwei Fotografien, die dasselbe Gebäude in der Zentralstraße zeigen, illustrieren den Zustand unmittelbar nach dem russischen Angriff und die heutige Situation.
Die alten Gebäude, die nach den Bomben- und Granatenschlägen wiederhergestellt werden konnten, wurden in einem moderneren Stil umgebaut. Viele der vollständig zerstörten Gebäude wurden von Grund auf neu errichtet.
Fast alle diese Gebäude sind mittlerweile wieder bewohnt, und die Anwohner sind trotz unvollendeter Arbeiten in den angrenzenden Straßen in ihre Heimat zurückgekehrt.
Der Wiederaufbau erfolgt nicht nur mit dem Ziel, „das, was war, wiederherzustellen“. Stattdessen werden moderne Ansätze angewendet, die breite Gehwege, funktionale Erdgeschosse und Fahrradwege umfassen.
Laut Wjatscheslaw Barbulow, dem Leiter der Abteilung für Stadtplanung und Architektur, besteht das Hauptziel der Wiederaufbaumaßnahmen darin, einen modernen, inklusiven Raum zu schaffen.
Die Idee ist einfach – mehr Platz für Fußgänger, mehr Komfort für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen sowie eine verbesserte Sicherheit auf den Straßen.
Dennoch sind die Ruinen einiger alter Gebäude, insbesondere derjenigen mit historischem Wert, nicht verschwunden, ebenso wie die Gebäude, an denen Künstler Graffiti hinterlassen haben.
Unter ihnen befindet sich „Der Turner“, geschaffen von dem anonymen britischen Künstler Banksy.
Das Denkmal des berühmten ukrainischen Dichters Taras Schewtschenko, das von russischen Soldaten beschädigt wurde, wurde als Symbol für die unerschütterliche Stärke der Ukraine sowie ihrer unvergänglichen Geschichte und Kultur erhalten.
Der Ansatz der Ukraine zur Wiederherstellung von Borodjanka, der teilweise durch den ukrainischen Staat und teilweise durch internationale Stipendien finanziert wird, stellt eine Art Experiment dar. Sollte sich dieser als erfolgreich erweisen, könnte die Regierung in Erwägung ziehen, diese Erfahrungen in anderen Städten zu wiederholen.
Laut Angaben der Regierung und der Medien wird mit Wiederaufwand in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Hrywnja (35 Millionen US-Dollar) gerechnet – eine beträchtliche Summe für eine kleine Stadt wie Borodjanka.